Januar 1930 – Dezember 1930

Chapter

Zusammenfassung

Eine anonyme Ode an das Elektron war um 1930 am schwarzen Brett im Cavendish Labor angeschlagen. Selbst der starrköpfigste Theoretiker käme nicht umhin, mit der Nostalgie des Poeten zu sympathisieren. Ein Jahrzehnt zuvor war die Atomphysik noch eine Sache des gesunden Menschenverstandes gewesen: Elektronen waren einfach kleine Teilchen, die sich vorhersehbar verhielten und unkomplizierten Naturgesetzen folgten – denselben, die auch alles andere im Universum beschreiben. Wie altmodisch diese Ansichten nun erschienen! Die klassischen Gesetze, die über ein Vierteljahrtausend geherrscht hatten, waren im atomaren Bereich nun obsolet geworden. Dirac führte gern aus, dass die Idee, die Jonathan Swift in Gullivers Reisen illustriert hatte – dass niemand es bemerken würde, wenn sich die natürlich vorkommenden Dinge im gleichen Verhältnis ausdehnen oder zusammenziehen – falsch war. Die Gesetze der Alltagswelt können nicht einfach auf den atomaren Bereich verkleinert werden, die Dinge dort sind anders. Die Theoretiker konnten nun jeden Versuch, das Elektron bildlich darzustellen, als sinnlos und sogar betrügerisch zurückweisen. Das Teilchen benahm sich nicht einmal vorhersehbar: Physiker berechneten wie Croupiers die Chancen am Spieltisch der Natur und verwendeten Wellen, die niemand für real ansah. Und nun hatte, um dem Ganzen die Krone aufzusetzen, Dirac die Kühnheit zu behaupten, dass die Wald‐und‐Wiesen‐Elektronen mit positiver Energie von denen mit negativer Energie auch noch zahlenmäßig weit übertroffen würden, obwohl dieselben nicht einmal beobachtbar sind.

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  1. 1.c/o Faber & Faber LtdLondonGroßbritannien

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