Methodische Herangehensweise an soziologische Kapitalsorten für die Darstellung im sozialen Raum

  • Cosima Werner
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Zusammenfassung

Pierre Bourdieus Sozialtheorie geht davon aus, dass die soziale Welt aus sozialen Feldern besteht, die jeweils nach einer eigenen Logik funktionieren. Innerhalb eines Feldes kann mithilfe der Auslotung von sozialen Positionen von Subjekten ein abstrakter Sozialraum festgestellt werden. Die Positionen der Subjekte bestimmen die Möglichkeiten, über die jemand aufgrund der Kapitalakkumulation verfügt. Je nach Position und Kapitalausstattung bestehen Handlungsmöglichkeiten. Besonders wichtig sind dabei das ökonomische und das kulturelle Kapital, wobei der Fokus auf Letzterem liegt. Der Beitrag stellt anhand des Beispiels des sozialen Feldes urbaner Landwirtschaft in Detroit ein Verfahren vor, wie sich mit qualitativ erhobenem Datenmaterial ein soziales Feld definieren lässt, welche Bedeutung das kulturelle Kapital hat und welcher Wert diesem beigemessen wird. Es zeigt sich hier, dass die Berücksichtigung der drei Formen des kulturellen Kapitals (inkorporiert, objektiviert und institutionalisiert) besonders zielführend ist, wenn es darum geht, die Positionen der Subjekte anhand ihrer Kapitalien bestimmen zu wollen. Dabei ist es wichtig, die Komplexität der feldspezifischen Logik stärker in der schematischen Darstellung mit einzubeziehen. Es wird eine Methode vorgestellt, wie die drei Formen des kulturellen Kapitals an das untersuchte soziale Feld angepasst und graphisch dargestellt werden können. Diese neue Methode der graphischen Darstellung erfolgt in Quadern und ermöglicht eine Vergleichbarkeit der Strukturen und des Volumens hinsichtlich des kulturellen Kapitals.

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Authors and Affiliations

  • Cosima Werner
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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