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Warum Amphibien- und Reptilienschutz?

  • Dieter Glandt
Chapter

Zusammenfassung

Vor dem Hintergrund der spürbar gewordenen Umweltkrise erlebt der Arten‐ und Biotopschutz eine zunehmende Beachtung. Dies ist gut so, denn eine Reihe von Gründen sprechen zwingend dafür:
  • Der von einer technisch gestalteten Umwelt umgebene Mensch sucht zur Entspannung und Erholung einen vielfältigen, landschaftlich intakten Ausgleich.

  • Die Umwelt funktioniert nur durch Artengemeinschaften und deren Vernetzung untereinander, z. B. durch Räuber‐Beute‐Beziehungen, und mit ihrem Standort (Biotop).

  • Eine Reihe von Arten hat dabei eine Schlüsselfunktion. Ihr Erlöschen würde bestimmte Ökosystemtypen verschwinden lassen. Ein aktuelles Beispiel ist der Biber und die von ihm geschaffenen Stauteiche.

  • Viele Tier‐ und Pflanzenarten bilden Ressourcen für den Menschen, die er nutzt, um zu überleben. Oft ist ihr Wert noch gar nicht erkannt. Es gilt ein Ressourcenpotenzial für die Zukunft zu erhalten.

  • Viele Arten haben Indikatorfunktion. Sie zeigen bestimmte Qualitäten der Umwelt, in der sie leben an. Fehlen sie in Biotopen, in denen sie zu erwarten wären, sollte dem nachgegangen werden.

  • Eine wachsende Zahl an Tier‐ und Pflanzenarten muss als gefährdet eingestuft werden, sowohl lokal als auch national und international. Dies betrifft auch die Amphibien und Reptilien. Einmal ausgestorben, sind sie für immer verloren!

  • Für den Landschafts‐ und Raumplaner sind Arten und Lebensgemeinschaften grundlegende Ausgangsgrößen bei der Entwicklung konkreter Planungen.

Literaturtipps

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Copyright information

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Authors and Affiliations

  1. 1.OchtrupDeutschland

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