Advertisement

Kapitel 1: Einleitung

  • Anja Höfelmeier
Chapter
Part of the Beiträge zum ausländischen öffentlichen Recht und Völkerrecht book series (BEITRÄGE, volume 271)

Zusammenfassung

Der wohl schwerwiegendste Vorwurf an einen Rechtssatz ist der der Ungerechtigkeit: Ist das Recht nicht gerecht, ist seine Legitimität und sogar sein Geltungsgrund in Frage gestellt. Genau dieser Vorwurf aber hat das Recht der Staatenimmunität, das jeden Staat vor der Inanspruchnahme durch Gerichte und Behörden fremder Staaten schützt, in den letzten Jahrzehnten immer wieder getroffen. Bereits 1952 stellte Hersch Lauterpacht fest, dass das Recht der Staatenimmunität in seiner aktuellen Form überwiegend als „künstlich, ungerecht und archaisch“ empfunden werde. Grund dafür sei die mangelnde Anpassung an einen sich wandelnden, für Individualbelange durchlässigen Souveränitätsbegriff.1 Dieser Befund hat sich seitdem nicht entschärft – im Gegenteil: Die im Völkerrecht vermehrt wahrgenommenen Gerechtigkeitslücken befeuern eine Reformdiskussion, die immer wieder auch die Staatenimmunität in Frage stellt.

Literatur- und Quellenverzeichnis

  1. Akande, Dapo/Shaw, Sangeeta, Immunities of State Officials, International Crimes, and Foreign Domestic Courts, (2010) 21 EJIL 815-852Google Scholar
  2. Crawford, James, Brownlie's Principles of Public International Law, 8. Auflage, Oxford 2012Google Scholar
  3. Held, David, The Changing Structure of International Law: Sovereignty Transformed?, in Held, David/McGrew, Anthony (Hrsg.), The Global Transformations Reader: An Introduction to the Globalization Debate, 2. Auflage, Cambridge 2003, 162-176Google Scholar
  4. Kleinlein, Thomas, Konstitutionalisierung im Völkerrecht: Konstruktion und Elemente einer idealistischen Völkerrechtslehre, Berlin 2012Google Scholar
  5. Lauterpacht, Hersch, The Problem of Jurisdictional Immunities of Foreign States, (1952) 28 BYIL 220-272Google Scholar
  6. IGH, Jurisdictional Immunities of the State (Germany v. Italy: Greece Intervening), 3. Februar 2012, ICJ Reports 2012, 99Google Scholar
  7. EGMR, Kalogeropoulou et al. v. Greece and Germany, 12. Dezember 2002, ECHR Reports 2002-X, 415Google Scholar
  8. BGH, 26. Juni 2003, BGHZ 155, 279Google Scholar
  9. Ários págos (GR), Prefecture of Voiotia v. Federal Republic of Germany, 4. Mai 2000, (2007) 129 ILR 513Google Scholar

Copyright information

© Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V., to be exercised by Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und Völkerrecht, Heidelberg 2018

Authors and Affiliations

  • Anja Höfelmeier
    • 1
  1. 1.CuxhavenDeutschland

Personalised recommendations