Immer Ärger mit der Technik. Auf der Spur eines gespannten Verhältnisses

Chapter

Zusammenfassung

In den 60er Jahren wurde die ZDF-Fernsehsendung "Aus Forschung und Technik" zu einer Ikone deutscher Fernsehgeschichte. Während Forschung und Technik damals einen eher komplementären Charakter hatten, sind sie in der Sozialforschung heute häufig weniger kompatibel. Dabei ist die technische Ausstattung für die Generierung und Organisation von neuem Wissen und die Entwicklung angepasster Methoden unabdingbar. Verschiedene, den Forschungsprozess hemmende Szenarien ergeben sich durch den offensichtlichen Mangel im Rahmen der Verfügbarkeit adäquater, dem jeweiligen Forschungsdesign angepasster technischer Ausstattung sowohl an Universitäten als auch an reinen Forschungsinstitutionen. Vor dem Hintergrund sich stetig verändernder rechtlicher Auflagen zur Verwendung von Open-Source Software, der unterschiedlichen Rezeption und Verwendung von Speicheroptionen, neuen Modellen im Bereich von Software-Lizenzen sowie dem häufig zu beobachtenden Wildwuchs inkompatibler Soft-/Hardware/-Netzwerk-Kombinationen finden sich Forschende – auch wenn sie die technische Ausstattung bereits im Projektantrag berücksichtigt haben – häufig in einem Geflecht zahlreicher, oft unflexibler Lösungen wieder, die die alltägliche Arbeit erschweren können. Anhand von Beispielen werden diese institutionellen Hemmnisse erläutert und Ihre Berücksichtigung im Antrags- und Umsetzungsprozess diskutiert. Abschließend werden im Rahmen der geschilderten, tatsächlichen (Un-)Zusammenhänge bezüglich technischer Ausstattung und Forschungsprozess verschiedene best practice Ansätze zur Überwindung des sich auftuenden, teilweise institutionalisierten Grabens zwischen beiden abgeleitet.

Literatur

  1. Banse, G., und R. Hauser. 2010. „Technik und Kultur – ein Überblick“. In Technik und Kultur. Bedingungs- und Beeinflussungsverhältnisse. Karlsruher Studien Technik und Kultur 1. Karlsruhe, Hrsg. G. Banse und A. Grunwald, 17–40. Karlsruhe: KIT Scientific Publishing.CrossRefGoogle Scholar
  2. Baur, N., und J. Blasius. 2014. „Methoden der empirischen Sozialforschung. Ein Überblick“. In Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung, Hrsg. N. Baur und J. Blasius, 847–854. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar
  3. De Solla Price, D. 1974. Little Science, Big Science. Von der Studierstube zur Großforschung. Frankfurt am Main: Suhrkamp Verlag KG.Google Scholar
  4. DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft. 2013. Vorschläge zur Sicherung guter wissenschaftlicher Praxis – Proposals for Safeguarding Good Scientific Practice. Zugegriffen: 25. Apr. 2016. http://www.dfg.de/download/pdf/dfg_im_profil/reden_stellungnahmen/download/empfehlung_wiss_praxis_1310.pdf.
  5. DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft. 2014. Merkblatt 2.01 – Verwendungsrichtlinien für Sachbeihilfen mit Leitfaden für Abschlussberichte und Regeln guter wissenschaftlicher Praxis. Zugegriffen: 25. Apr. 2016. http://www.dfg.de/formulare/2_01/2_01_de.pdf.
  6. DFG – Deutsche Forschungsgemeinschaft. 2016. Informationsverarbeitung an Hochschulen – Organisation, Dienste und Systeme. Stellungnahme der Kommission für IT-Infrastruktur für 2016–2020. Zugegriffen: 1. Nov. 2016. http://www.dfg.de/download/pdf/foerderung/…/wgi/kfr_stellungnahme_2016_2020.pdf.
  7. Johnson, S. 2014. How we got to know. Six Innovations that made the Modern World. New York: Riverhead Books.Google Scholar
  8. McNeil, I. 2002. An Encyclopedia of the History of Technology. London: Taylor & Francis.Google Scholar
  9. Schmitz A., und O. Yanenko. 2014. Web Server Logs und Logfiles. In Handbuch Methoden der empirischen Sozialforschung, Hrsg. N. Baur und J. Blasius, 847–854. Wiesbaden: Springer VS.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Leibniz-Institut für LänderkundeLeipzigDeutschland

Personalised recommendations