Advertisement

Yes, we can(?) Kommunikative Validierung in der qualitativen Forschung

  • Frank Meyer
Chapter

Zusammenfassung

Im Rahmen sozialwissenschaftlicher Feldforschung kommen Beforschte und Forschende i.d.R. direkt miteinander in Kontakt: Interviewpartner/innen realisieren dabei gerne, dass ihre Äußerungen direkt mittels wissenschaftlicher Methoden analysiert werden. In vielen Fällen werden diese Ergebnisse unabhängig vom Einfluss der Meinung Beforschter gewonnen. Im Rahmen empirischer Sozialforschung existiert jedoch ein breites Spektrum von Möglichkeiten, bestehende Heuristiken des Erkenntnisgewinns über Arten kommunikativen Validierens seitens verschiedener Gruppen zu erweitern: Ziel kann dabei weniger das Offenlegen einer universellen Wahrheit sein, sondern vielmehr – einem konsensuellen Wahrheitsverständnis folgend – ein Gegenüberstellen der Perspektiven Beforschter und Forschender mit dem Ziel zusätzlichen Erkenntnisgewinnes. So ist es beispielsweise möglich, sich durch Experten/Expertinnen aus dem Untersuchungsfeld Hinweise – pro- oder retrospektiv – über optimale Vorgehensweisen geben zu lassen. Weiterhin können während Erhebungen zu Tage tretende Fakten von mehreren „Experten/Expertinnen“ validiert werden. Zudem ist die Diskussion gewonnener Interpretationen ebenso möglich wie eine Interpretation zweiter Ordnung über die Ergebnisse der kommunikativen Validierung.

Literatur

  1. Christmann, U., und B. Scheele. 1995. „Subjektive Theorien über (un-)redliches Argumentieren: Ein Forschungsbeispiel für die kommunikative Validierung mittels Dialog-Konsens-Hermeneutik.“ In Bilanz qualitativer Forschung. Band II: Methoden, Hrsg. E. König und P. Zedler, 63–100. Weinheim: Deutscher Studienverlag.Google Scholar
  2. Diaz-Bone, R. 2010. „Die Performativität der Sozialforschung: Sozialforschung als Sozio-Epistemologie.“ Historical Social Research 36(1): 291–310.Google Scholar
  3. Flick, U. 2010. „Gütekriterien qualitativer Forschung.“ In Handbuch Qualitative Forschung in der Psychologie, Hrsg. G. Mey und K. Mruck, 395–407. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.CrossRefGoogle Scholar
  4. Groeben, N., und B. Scheele. 1977. Argumente für eine Psychologie des reflexiven Subjekts: Paradigmawechsel vom behavioralen zum epistemologischen Menschenbild. Darmstadt: Dr. Dietrich Steinkopff-Verlag.CrossRefGoogle Scholar
  5. Groeben, N., und B. Scheele. 2000. „Dialog-Konsens-Methodik im Forschungsprogramm Subjektive Theorien.“ FQS – Forum Qualitative Sozialforschung 1(2): Art. 10.Google Scholar
  6. Heinze, T., und F. Thiemann. 1982. „Kommunikative Validierung und das Problem der Geltungsbegründung. Bemerkungen zum Beitrag von E. Terhart.“ Zeitschrift für Pädagogik 28(4): 635–642.Google Scholar
  7. Klüver, J. 1979. „Kommunikative Validierung – einige vorbereitende Bemerkungen zum Projekt ‚Lebensweltanalyse von Studenten‛“. In Theoretische und methodologische Überlegungen zum Typus hermeneutisch- lebensgeschichtlicher Forschung. Werkstattbereicht des Projekts „Lebensweltanalyse von Fernstudenten“, Hrsg. T. Heinze, 68–84. Hagen: Fernuniversität.Google Scholar
  8. Lechler, P. 1982. „Kommunikative Validierung.“ In Verbale Daten, Hrsg. G. L. Huber und H. Mandl, 243–258. Weinheim: Beltz Verlagsgruppe.Google Scholar
  9. Lincoln, Y. S., und E. G. Guba. 1985. Naturalistic Inquiry. Beverly Hills: Sage Publications.Google Scholar
  10. Mruck, K., und G. Mey. 2000. „Qualitative Sozialforschung in Deutschland.“ FQS – Forum Qualitative Sozialforschung 1(1): Art. 4.Google Scholar
  11. Nerdinger, F. W., und E. Spieß. 1992. „Kommunikative Validierung und Datenfeedback in der Wertforschung – Ergebnisse aus quantitativen und qualitativen Langzeitbefragungen.“ In Werte und Wandel: Ergebnisse und Methoden einer Forschungstradition, Hrsg. H. Klages, H.-J. Hippler, und W. Herbert, 653–671. Frankfurt am Main: Campus.Google Scholar
  12. Reichertz, J. 2000. Zur Gültigkeit von Qualitativer Sozialforschung. FQS – Forum Qualitative Sozialforschung 1(2): Art. 32.Google Scholar
  13. Scheele, B., und N. Groeben. 1988 Dialog-Konsens-Methoden zur Rekonstruktion Subjektiver Theorien: die Heidelberger Struktur-Lege-Technik (SLT), konsuale Ziel-Mittel-Argumentation und kommunikative Flußdiagramm-Beschreibung von Handlungen. Tübingen: Francke.Google Scholar
  14. Steinke, I. 2010. „Gütekriterien qualitativer Forschung.“ In Qualitative Forschung. Ein Handbuch, Hrsg. U. Flick, E. v. Kardorff, und I. Steinke, 319–331. Reinbek: Rowohlt.Google Scholar
  15. Ziegaus, S. 2006. „Die Kommunikative Sozialforschung in der Forschungsliteratur seit 1973. Zu Entwicklung, Reflexion und Bedeutung eines tragenden Prinzips der Sozialforschung.“ Zeitschrift für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung 7(2): 293–312.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2018

Authors and Affiliations

  1. 1.Leibniz-Institut für LänderkundeLeipzigDeutschland

Personalised recommendations