Gestaltungskompetenz in Innovationsprozessen in der Pflege

  • Oliver Lauxen
  • Laura Schwarz
  • Jennyfer Adami-Burke
  • Kerstin Hagmann
  • Elke Schug
Chapter
Part of the Kompetenzmanagement in Organisationen book series (KOOR)

Zusammenfassung

Die Berufs- und Betriebskultur in der Pflege ist traditionell stark an berufsethischen Grundsätzen ausgerichtet. Andererseits sind diese Einrichtungen nahezu permanent mit (Außen-)Anforderungen konfrontiert, auf die sie reagieren müssen. Nicht selten sind diese Anforderungen nicht mit der Berufs- und Betriebskultur vereinbar und verursachen Diskrepanzerfahrungen. Im schlimmsten Fall führen diese zu Fluktuation und Berufsaufgabe. Das Forschungsprojekt „Arbeitsprozessintegrierte Kompetenzaktivierung und -entwicklung in der Pflege“ (AKiP) hat sich zum Ziel gesetzt, Pflegekräfte dabei zu unterstützen, Diskrepanzerfahrungen – wo dies möglich ist – aus eigener Kraft aufzulösen, indem sie Gestaltungspotenziale in Innovationsprozessen erkennen und diese aktiv nutzen. Wie Pflegekräften dies bereits gelingt, wird am Beispiel von drei innerbetrieblichen Veränderungsprozessen in einem Krankenhaus, einem Pflegeheim und einem ambulanten Pflegedienst demonstriert.

Literatur

  1. Benner, P. (2012). Stufen zur Pflegekompetenz. From Novice to Expert. Bern: Hans Huber.Google Scholar
  2. Bieräugel, R., Demireva, L., Larsen, C., Lauxen, O., Papke, J., & Metzenrath, A. (2012). Branchenmonitoring Gesundheitsfachberufe Rheinland-Pfalz. Ergebnisse aus dem Landesleitprojekt „Fachkräftesicherung in den Gesundheitsfachberufen“. Berichte aus der Pflege Nr. 17. Mainz: Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz. https://msagd.rlp.de/de/unsere-themen/gesundheit-und-pflege/pflege/infothek-pflege/. Zugegriffen: 16. Februar 2017.
  3. Blüher, S. (2004). „Liebesdienst und Pflegedienst“ - theoretische Überlegungen und empirische Befunde zur Vergesellschaftung in häuslichen Pflegearrangements. In S. Blüher, & M. Stossberg (Hrsg.), Neue Vergesellschaftungsformen des Alter(n)s (S. 11–51). Wiesbaden: VS Verlag für SozialwissenschaftenGoogle Scholar
  4. Bölt, U., & Graf, T. (2012). 20 Jahre Krankenhausstatistik. Statistisches Bundesamt, Wirtschaft und Statistik. https://www.destatis.de/DE/Publikationen/WirtschaftStatistik/Gesundheitswesen/20JahreKrankenhausstatistik.pdf?__blob=publicationFile. Zugegriffen: 16. Februar 2017.
  5. Bolz, H. (2015). Pflegeeinrichtungen erfolgreich führen – Organisationskultur zwischen Marktorientierung und Berufsethik. Wiesbaden: Springer.Google Scholar
  6. Erpenbeck, J., & von Rosenstiel, L. (2007). Einführung. In: J. Erpenbeck, & L. von Rosenstiel (Hrsg.), Handbuch Kompetenzmessung. Erkennen, verstehen und bewerten von Kompetenzen in der betrieblichen, pädagogischen und psychologischen Praxis (2. Aufl., S. XVII–XLVI). Verlag Schäffer-Poeschel.Google Scholar
  7. Fry, S. T. (1995). Ethik in der Pflegepraxis. Anleitung für ethische Entscheidungsfindungen. Eschborn: Deutscher Berufsverband für Pflegeberufe.Google Scholar
  8. Hasse, R., & Krücken G. (1999). Neo-Institutionalismus. Bielefeld: Transcript.Google Scholar
  9. Höhmann, U. (2010). Zum Verhältnis von finanziellem Druck und professionellen Inhalten. Ungenutzte Gestaltungschancen bei der Qualitätsentwicklung in der stationären Altenpflege. In A. Köhler-Offierski, & R. Edtbauer (Hrsg.), Gestaltung und Rationalisierung. Evangelische Hochschulperspektiven (S. 161–178). Freiburg: Verlag Forschung-Entwicklung-Lehre.Google Scholar
  10. Höhmann, U. (2014). Die Pflegedokumentation in der stationären Altenpflege: Paradoxe Sicherheiten. In H. Hoch, & P. Zoche (Hrsg.), Sicherheiten und Unsicherheiten – Soziologische Beitrage. Zivile Sicherheit (Bd. 8, S. 235–256) Berlin: Lit Verlag.Google Scholar
  11. Höhmann, U., Schwarz, L., Larsen, C., & Lauxen, O. (2016). Ein theoretischer Begründungsrahmen zur Identifikation übergeordneter Kompetenzanforderungen an pflegerische Führungskräfte in Innovationsprozessen. Pflege & Gesellschaft 3, 214–228.Google Scholar
  12. Howald, J., & Schwarz, M. (2010). Soziale Innovation im Fokus: Skizze eines gesellschaftstheoretisch inspirierten Forschungskonzepts. Bielefeld: Transcript.CrossRefGoogle Scholar
  13. International Council of Nurses (ICN). (2012). ICN-Ethikkodex für Pflegende. https://www.dbfk.de/media/docs/download/Allgemein/ICN-Ethikkodex-2012-deutsch.pdf. Zugegriffen: 16. Februar 2017.
  14. Isfort, M., Rottländer, R., Weidner, F., Tucman, D., Gehlen, D., & Hylla, J. (2016). Pflege-Thermometer 2016. Eine bundesweite Befragung von Leitungskräften zur Situation der Pflege und Patientenversorgung in der ambulanten Pflege. Köln: Deutsches Institut für angewandte Pflegeforschung e.V. (dip). http://www.dip.de. Zugegriffen: 16. Februar 2017.Google Scholar
  15. Körtner, U. H. J. (2007). Ethik im Krankenhaus. Diakonie – Seelsorge – Medizin. Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht.Google Scholar
  16. Kühn, H. (2003). Ethische Probleme der Ökonomisierung von Krankenhausarbeit. In A. Büssing, & J. Glaser (Hrsg.), Dienstleistungsqualität und Qualität des Arbeitslebens im Krankenhaus (S. 77–98). Göttingen: Hogrefe.Google Scholar
  17. Marrs, K. (2007). Ökonomisierung gelungen, Pflegekräfte wohlauf? WSI-Mitteilungen 60, 502–507.Google Scholar
  18. Lauxen, O. (2009). Moralische Probleme in der ambulanten Pflege. Pflege 22, 421–430.CrossRefPubMedGoogle Scholar
  19. Lauxen, O., & Bieräugel, R. (2013). Der Hessische Pflegemonitor. Transparenz über regionale Pflegearbeitsmärkte. Bundesgesundheitsblatt 56, 1056–1063.CrossRefGoogle Scholar
  20. Lauxen, O., & Castello, M. (2016). Die Arbeitsmarktlage für Altenpflegefachkräfte im zeitlichen Vergleich – Ergebnisse aus dem Hessischen Pflegemonitor. Pflegen 1+2, 6–10.Google Scholar
  21. Nothbaum-Leiding, B. (2011). Die Praxis der ambulanten Pflege aus der Perspektive einer Pflegekraft. Herausforderungen, Möglichkeiten und Grenzen der ambulanten Pflege unter besonderer Berücksichtigung der Gestaltung des Verhältnisses zu den Angehörigen pflegebedürftiger älterer Menschen. Eine qualitative Studie. Dissertation. Universität Duisburg-Essen, Duisburg-Essen. Fachbereich Gesellschaftswissenschaften. http://d-nb.info/1018732136/34. Zugegriffen: 16. Februar 2017.
  22. Rauner, F. (2007). Praktisches Wissen und berufliche Handlungskompetenz. Europäische Zeitschrift für Berufsausbildung 40, 57–72.Google Scholar
  23. Roes, M. (2014). Abschlussbericht – Projekt „Praktische Anwendung des Strukturmodells - Effizienzsteigerung der Pflegedokumentation in der ambulanten und stationären Langzeitpflege“. Berlin/Witten. http://www.patientenbeauftragter.de/images/pdf/Abschlussbericht_2014.pdf. Zugegriffen: 16. Februar 2017.
  24. Rogers, E. M. (2003). Diffusion of Innovations. New York, London, Toronto, Sydney: Free Press.Google Scholar
  25. Schwarz, L. (2015). Ermittlung neuer Kompetenzanforderungen an professionell Pflegende: Inhaltliche Schwerpunkte und Messinstrumente. Private Universität Witten/Herdecke: Fakultät für Gesundheit – Department für Pflegewissenschaft, Master-Arbeit (unveröffentlicht).Google Scholar
  26. Statistisches Bundesamt (2015a). Gesundheit. Grunddaten der Krankenhäuser – 2014. Fachserie 12, Reihe 6.1.1. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.Google Scholar
  27. Statistisches Bundesamt (2015b). Pflegestatistik 2013. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.Google Scholar
  28. Statistisches Bundesamt (2016). Pflegestatistik. Pflege im Rahmen der Pflegeversicherung, Ländervergleich – Pflegeheime 2013. Wiesbaden: Statistisches Bundesamt.Google Scholar
  29. Staudt, E., & Kriegesmann, B. (2001). Kompetenz und Innovation. Objekt, Maßnahmen und Bewertungsansätze der Kompetenzentwicklung – ein Überblick. In E. Staudt (Hrsg.), Berichte aus der angewandten Innovationsforschung: Bochum: Institut für angewandte Innovationsforschung e. V.Google Scholar
  30. Stauss, R. (1996). Zu Gast beim Patienten zu Hause - eine andere Rolle für Pflegende und Betreuende. In P. Eschmann, G. Kocher, & E. Spescha (Hrsg.), Ambulante Krankenpflege. Spitex-Handbuch (S. 166–171). Bern: Verlag Hans Huber.Google Scholar
  31. Storz, P. (2005). Wandel von Anforderungen in beruflicher Arbeit – Konsequenzen für berufliche Aus- und Fortbildung. In G. Wiesner, & A. Wolter (Hrsg.), Die lernende Gesellschaft. Lernkulturen und Kompetenzentwicklung in der Wissensgesellschaft (S. 79–95). Weinheim/München: Juventa.Google Scholar
  32. Walgenbach, P. (2007). Institutionalistische Ansätze in der Organisationstheorie. In A. Kieser (Hrsg.), Organisationstheorien (S. 269–294) Stuttgart: Kohlhammer.Google Scholar
  33. Wüthrich, H. A., Osmetz, D., & Kaduk, S. (2009). Musterbrecher (3. Aufl.). Wiesbaden: Springer Gabler.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2018

Authors and Affiliations

  • Oliver Lauxen
    • 1
  • Laura Schwarz
    • 2
  • Jennyfer Adami-Burke
    • 3
  • Kerstin Hagmann
    • 4
  • Elke Schug
    • 5
  1. 1.Institut für Wirtschaft, Arbeit und Kultur (IWAK)Goethe-Universität Frankfurt am MainFrankfurt am MainDeutschland
  2. 2.Lehrstuhl für multiprofessionelle Versorgung chronisch kranker MenschenPrivate Universität Witten/HerdeckeWittenDeutschland
  3. 3.Altenzentrum an der RosenhöheGesellschaft für diakonische Einrichtungen in Hessen und NassauDarmstadtDeutschland
  4. 4.Hochtaunus-KlinikenBad Homburg v.d.HDeutschland
  5. 5.Häusliche Kranken- und Seniorenpflege Thomas RehbeinWiesbadenDeutschland

Personalised recommendations