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Karneval schon im Herbst – Halloween

  • Bruno P. Kremer
Chapter

Zusammenfassung

Mengen von Vampiren und Horden von Zombies – so stellt sich das gesuchte, gewollte und spezifische Ambiente für die heutigen Besucher einer der überwiegend im städtischen Umfeld angesagten Halloweenpartys am 31. Oktober dar – ein nach manchem Empfinden denkbar gewöhnungsbedürftiges Festival überzogen selbstinszenierter Gruselcharaktere. Nach kulturhistorischen Kriterien sind sie dagegen sicherlich nur schwer, wenn überhaupt irgendwo einzusortieren.

Zum terminlichen Hintergrund: Den 31. Oktober begeht die evangelische Christenheit als Reformationsfest. Es ist der Jahrestag jenes denkwürdigen Vorgangs im Jahre 1517, bei dem der wegen der damaligen kirchlichen Praktiken äußerst erboste Martin Luther (14831546) seine 95 Thesen an die Tür der Wittenberger Schlosskirche nagelte. Dies ist historisch übrigens nicht erwiesen, aber dennoch von durchaus verhängnisvollen und später auch religiös motivierten Nachwirkungen von den Bauernkriegen bis zum Dreißigjährigen Krieg gefolgt.

In der katholischen Christenheit ist der 31. Oktober dagegen der Vorabend zum altehrwürdigen Hochfest Allerheiligen, im englischen Sprachgebrauch „all hallows’ evening“ und sprachlich stark verschliffen zur eingekürzten, heute üblichen und nicht mehr unbedingt verständlichen Bezeichnung Halloween. Das mittenständige „w“ in der Bezeichnung dieses Tagesfestes wird übrigens im Gegensatz zur gängigen Sprachpraxis fast aller deutschsprachigen Nachrichtensender definitiv nicht als deutscher W‐Laut mitgesprochen.

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© Springer Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.WachtbergDeutschland

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