Die Kraft der Kräuter (15. August)

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Zusammenfassung

Mitten im August feiert die katholische Kirche ihr ältestes und bedeutendstes, wohl schon im 5. Jahrhundert entstandenes Marienfest. Im heutigen kirchlichen Festkalender trägt es die offizielle Bezeichnung Aufnahme Mariens in den Himmel. Volkstümlicher und so auch in allen profanen Kalendern eingetragen heißt es Mariä Himmelfahrt. Die besonderen theologischen bzw. religionsgeschichtlichen Implikationen, die den spezifischen Inhalt dieses Festes ausmachen, werden hier aus nachvollziehbaren Gründen nicht weiter aufgefasert. Für das besondere Anliegen dieses Buches ist viel bedeutsamer, dass an diesem Tag traditionell die Segnung von (nützlichen) Kräutern stattfindet – ein uralter Brauch, denn entsprechende kirchliche Segnungsformeln lassen sich schon im 10. Jahrhundert nachweisen. Durch die Segnung soll die damals schon lange anerkannte Heilkraft mancher Kräuter für den Menschen und seine Nutztiere bekräftigt und verstärkt werden. Das früher in die Segnung einbezogene Gebet enthält ferner die ausdrückliche Bitte, durch die gesegneten Kräuter möge die Gnade Mariens den Menschen und allem Vieh zugutekommen und alle vor Krankheiten, Seuchen, Schlangengift, dem Biss anderer gefährlicher Tiere sowie zum Schutz gegen die Anfechtungen durch den Teufel schützen. Die seit 1978 übliche neuere Segnungsformel betont dagegen das göttliche Wirken in der belebten Natur und die daran geknüpfte Überzeugung, dass mit den Kräutern die Schönheit der Felder und Gärten in den Gottesdienst einzieht und ihn zu einem sommerlichen Fest der Freude ausgestaltet.

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© Springer Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.WachtbergDeutschland

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