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Besondere Belastungen minderjähriger Opferzeugen im Rahmen von Strafverfahren

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Zusammenfassung

Im vorangegangenen Kapitel wurden strafprozessuale Maßnahmen beschrieben, die einer Verringerung der verfahrensbedingten Belastungen dienen sollen. Eine Aussage im Rahmen eines Strafverfahrens stellt für viele Opferzeugen eine Belastung dar, dies insbesondere für Kinder, die über eigene, intime und möglicherweise traumatisierende Erlebnisse berichten müssen. Handelt es sich bei dem Beschuldigten um eine Person, die dem Kind nahesteht, können Loyalitätskonflikte zu einem weiteren Belastungsfaktor werden. International durchgeführte Untersuchungen zum Belastungserleben von Kindern in Strafverfahren verweisen auf eine Vielzahl potenziell belastender Faktoren, die sich unterschiedlichen Phasen des Verfahrens zuordnen lassen (z. B. Busse und Volbert 1996; Busse et al. 1996). Viele potenzielle Belastungen scheinen im Zusammenhang mit dem nach der Schweizer Strafprozessordnung nicht vorgesehenen Auftritt in der Hauptverhandlung zu stehen, aber auch mangelnde und falsche Kenntnisse des Verfahrensablaufs können zu Verunsicherungen und Ängsten führen (Wolf 1997), und die intensive Beschäftigung mit dem Erlebnis sowie das In-Frage-Stellen des Erlebnisses durch Verfahrensbeteiligte werden als belastend erlebt (Volbert 2012a). Diese Aspekte spielen keineswegs ausschließlich in Hauptverhandlungen eine Rolle, auch wenn die Konfrontation mit etwaigen Zweifeln an der Aussage in Hauptverhandlungen unmittelbarer erfolgt.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  1. 1.Hochschule LuzernLuzernSchweiz
  2. 2.Charité BerlinBerlinDeutschland
  3. 3.Universität UlmUlmDeutschland

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