Kill me in Paris oder: Die Bestie in uns

  • Markus Fäh

Zusammenfassung

Der Autor nähert sich dem Film mit den Mitteln der psychoanalytischen Triebtheorie, insbesondere der erweiterten Theorie des Ödipuskomplexes von Judith Le Soldat. Die Gewaltszenen im Film lassen sich als universelle Phantasmen verstehen, die alle Menschen im Laufe ihrer ödipalen Entwicklung bilden. Insbesondere die aggressiven Wünsche in ihrer aktiven und passiven Zielrichtung werden in Irreversibel dargestellt: Die Lust zu kastrieren, zu zerstören, zu vergewaltigen, zu töten und ebenso – für das rationale Ego schwieriger nachvollziehbar – die Wünsche zu leiden, attackiert, überwältigt, vergewaltigt zu werden. Die im Film dargestellte Regression vom aggressiven Fiasko am Ende der ödipalen Entwicklung zurück zur anfänglichen Idylle der Liebe zur phallischen Mutter zeigt, was wirklich irreversibel ist und mit Regressionen nur versucht, aber nicht erreicht werden kann: der Verlust der Hoffnung auf vollumfängliche Befriedigung aller Wünsche

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Copyright information

© Springer-Verlag GmbH Deutschland 2017

Authors and Affiliations

  • Markus Fäh
    • 1
  1. 1.ZürichSchweiz

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