Advertisement

Häufigkeit endoprothetischer Hüft- und Knieoperationen

  • Florian Rothbauer
  • Ute Zerwes
  • Hans-Holger Bleß
  • Miriam Kip
Open Access
Chapter

Zussamenfassung

Die jährliche Operationshäufigkeit endprothetischer Hüft- und Knieersteingriffe in der Bevölkerung ist stabil und hat seit 2007 nicht zugenommen. Sie beträgt für Hüftersteingriffe in der Altersgruppe der über 70-Jährigen 1,1% (2007 und 2014) und für Knieersteingriffe 0,7% (2007) bzw. 0,6% (2014). Die Operationshäufigkeit bezogen auf die Gesamtbevölkerung betrug 2014 0,26% (Hüfte) bzw. 0,19% (Knie). In Deutschland waren 2014 rund 219.000 Hüft- und rund 149.000 Knieersteingriffe dokumentiert. Am häufigsten wird ein Totalersatz des entsprechenden Gelenkes vorgenommen. Rund 40 % der endoprothetischen Hüft- oder Knieersteingriffe fallen in die Altersgruppe 70–79 Jahre; Frauen sind häufiger betroffen als Männer (Verhältnis 2:1). Die absolute Anzahl vorgenommener Wechseleingriffe (inklusive Revisionen ohne Wechsel) betrug 2014 rund 30.000 (Hüfte) bzw. 20.000 (Knie). Die Anzahl der Wechseleingriffe eines Jahres steht nicht zwangsläufig in direktem Bezug zu den Ersteingriffen desselben Jahres. Die Anzahl der Wechseleingriffe ist vielmehr in Relation zur kumulierten Anzahl an endoprothetischen Ersteingriffen der letzten Jahre und Jahrzehnte zu sehen. Wie bei den Ersteingriffen fallen rund 40 % der Wechseleingriffe in die Altersgruppe der 70- bis 79-Jährigen; der Geschlechter unterschied ist aber im Vergleich weniger deutlich ausgeprägt.

Auch die Operationshäufigkeit vorgenommener Hüft- und Kniewechseleingriffe (inklusive Revisionen ohne Wechsel) hat bezogen auf die Bevölkerung im Zeitraum 2007-2014 nicht zugenommen. Bei den über 70 -Jährigen betrug die Häufigkeit vorgenommener Wechseleingriffe (inklusive Revisionen ohne Wechsel) in 2014 0,19 % (Hüfte) bzw. 0,10 % (Knie). Die jährliche Inanspruchnahme endoprothetischer Hüft- und Knieersteingriffe variiert international. Auch innerhalb Deutschlands gibt es regionale Unterschiede, wie Auswertungen der gesetzlichen Krankenversicherung aus dem Zeitraum 2005–2011 ergaben. Eine vergleichsweise geringe Inanspruchnahme war insbesondere mit einem niedrigen Vorkommen der Arthrose, einem niedrigen Sozialstatus, einer hohen Facharztdichte (Orthopäde) und dem Wohnort des Patienten im städtischen Raum assoziiert.

Literatur

  1. BARMER GEK Report Krankenhaus 2010. Schwerpunktthema: Trends in der Endoprothetik des Hüftund Kniegelenks. Schriftenreihe zur Gesundheitsanalyse, Band 3. St. Augustin: Asgard-Verlag. ISBN: 978-537-44103-4.Google Scholar
  2. Braun B (2013): Knie- und Hüft-(Total-) Endoprothesen 2008 bis 2012—hkk Gesundheitsreport. Bremen: hkk Erste Gesundheit. https://www.hkk.de/fileadmin/doc/broschueren_ flyer/sonstiges/20131129_hkk_Gesundheitsreport_ Knie-Hueft-Tep.pdf. [Abruf am: 03.11.2015].Google Scholar
  3. DIMDI (2015): Operationen an den Bewegungsorganen (5–78…5–86). OPS Version 2015. Letzte Aktualisierung: 17. Oktober 2014. Köln: Deutsches Institut für Medizini sche Dokumentation und Information. https://www.dimdi.de/static/de/klassi/ops/kodesuche/ onlinefassungen/opshtml2015/block-5-78…5–86.htm [Abruf am: 23.06.2015].Google Scholar
  4. Finkenstädt V & Niehaus F (2013): Rationierung und Versorgungsunterschiede in Gesundheitssystemen. Ein internationaler Überblick. Köln: Wissenschaftliches Institut der PKV. ISBN: 978-3-9813569-4-6.Google Scholar
  5. Finkenstädt V & Niehaus F (2015): Die Aussagekraft von Länderrankings im Gesundheitsbereich. Köln: Wissenschaftliches Institut der PKV. ISBN: 978-3-9813569-7-7.Google Scholar
  6. Fisher E, Bell J, Tomek I, Esty A & Goodman D (2010): Trends and regional variation in hip, knee, and shoulder replacement. http://www.dartmouthatlas.org/downloads/ reports/Joint_Replacement_0410.pdf [Abruf 06.06.2015].Google Scholar
  7. Haas H, Grifka J, Günther KP, Heller KD, Niethard FU, Windhagen H, Ebner M & Mittelmeier W (2013): EndoCert. Zertifizierung von Endoprothetischen Versorgungszentren in Deutschland. Stuttgart: Georg Thieme Verlag KG. ISBN: 978-3-13-174081-6.Google Scholar
  8. Lüring C, Niethard FU, Günther KP, Schäfer T, Hannemann F, Pritzkuleit R, Meier W & Kirschner S (2013): Regionale Unterschiede und deren Einflussfaktoren—Schwerpunkt Knieendoprothetik. Report der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie. Bertelsmann Stiftung.Google Scholar
  9. Merx H, Dreinhofer K, Schrader P, Sturmer T, Puhl W, Gunther KP & Brenner H (2003): International variation in hip replacement rates. Annals of the rheumatic diseases 62(3), 222–226. ISSN: 0003–4967.Google Scholar
  10. Niethard F, Mahlzahn J, Schäfer T (2013): Endoprothetik und Wirbelsäuleneingriffe - Uneinheitliches Versorgungsgeschehen. Deutsches Ärzteblatt 110(27–28), 1362–1365.Google Scholar
  11. OECD (2014): Health at a Glance: Europe 2014. OECD Publishing. ISBN: 978-92-64-22327-1.Google Scholar
  12. Pabinger C & Geissler A (2014): Utilization rates of hip arthroplasty in OECD countries. Osteoarthritis Cartilage 22(6), 734–741. DOI: S1063-4584(14)01044-9 pii;10.1016/j.joca.2014.04.009.Google Scholar
  13. Rabenberg M (2013): Arthrose. Gesundheitsberichterstattung des Bundes. Heft 54. Berlin: Robert Koch-Institut, Statistisches Bundesamt. ISBN: 978-3-89606-219-2.Google Scholar
  14. Schäfer T, Pritzkuleit R, Jeszenszky C, Malzahn J, Maier W, Gunther KP & Niethard F (2013): Trends and geographical variation of primary hip and knee joint replacement in Germany. Osteoarthritis and Cartilage 21(2), 279–288. DOI: 10.1016/j.joca.2012.11.006.CrossRefGoogle Scholar
  15. Statistisches Bundesamt (2014): Gesundheit. Fallpauschalenbezogene Krankenhausstatistik (DRG-Statistik) Operationen und Prozeduren der vollstationären Patientinnen und Patienten in Krankenhäusern—Ausführliche Darstellung—2013. Wiesbaden.Google Scholar
  16. Statistisches Bundesamt (2015): https://www.destatis.de/DE/ZahlenFakten/GesellschaftStaat/Bevoelkerung/Bevoelkerung.html [Abruf am: 31.5.2016].Google Scholar
  17. United Nations (2013): World Population Prospects: The 2012 Revision, Highlights and Advance Tables. Working Paper No. ESA/P/WP.228. 2015/12/29/. United Nations, Department of Economic and Social Affairs, Population Division. http://esa.un.org/unpd/wpp/Publications/Files/ WPP2012_HIGHLIGHTS.pdf [Abruf am: 04.11.2015].Google Scholar
  18. Wengler A, Nimptsch U & Mansky T (2014): Hip and knee replacement in Germany and the USA: analysis of individual inpatient data from German and US hospitals for the years 2005 to 2011. Deutsches Arzteblatt international 111(23–24), 407–416. DOI: 10.3238/arztebl.2014.0407.Google Scholar

Copyright information

© Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en) 2017

Open Access Dieses Kapitel wird unter der Creative Commons Namensnennung – Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz (http://creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0/deed.de) veröffentlicht, welche die nicht-kommerzielle Nutzung, Vervielfältigung, Bearbeitung, Verbreitung und Wiedergabe in jeglichem Medium und Format erlaubt, sofern Sie den/die ursprünglichen Autor(en) und die Quelle ordnungsgemäß nennen, einen Link zur Creative Commons Lizenz beifügen und angeben, ob Änderungen vorgenommen wurden.

Die in diesem Kapitel enthaltenen Bilder und sonstiges Drittmaterial unterliegen ebenfalls der genannten Creative Commons Lizenz, sofern sich aus der Abbildungslegende nichts anderes ergibt. Sofern das betreffende Material nicht unter der genannten Creative Commons Lizenz steht und die betreffende Handlung nicht nach gesetzlichen Vorschriften erlaubt ist, ist auch für die oben aufgeführten nicht-kommerziellen Weiterverwendungen des Materials die Einwilligung des jeweiligen Rechteinhabers einzuholen.

Authors and Affiliations

  • Florian Rothbauer
  • Ute Zerwes
  • Hans-Holger Bleß
  • Miriam Kip

There are no affiliations available

Personalised recommendations