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Fall 18 Adolf lässt grüßen

Verfassungswidrige Kennzeichen – Recht am eigenen Bild – üble Nachrede – Berichterstatterprivileg – Wahrnehmung berechtigter Interessen – strafbare Pflichtverletzung des verantwortlichen Redakteurs
  • Wolfgang Mitsch
Chapter
Part of the Juristische ExamensKlausuren book series (KLAUSUREN)

Zusammenfassung

Student Stefan Schneider (S) fährt mit dem Fahrrad von seiner Wohnung in Berlin-Zehlendorf zur Universität nach Potsdam-Griebnitzsee. Die Route führt durch den Wald und verläuft zwei Kilometer parallel zur S-Bahntrasse zwischen den S-Bahnstationen Griebnitzsee und Wannsee. Der Waldweg, auf dem S fährt, ist stellenweise nur 40 Meter von den S-Bahngleisen entfernt. Während S diese Strecke fährt, kommt aus Richtung Griebnitzsee ein S-Bahnzug gefahren. Aus „purem Jux“reckt S – der keineswegs ein Neonazi ist – in Richtung S-Bahn den rechten Arm zum „Hitler-Gruß“nach vorne und verzieht dümmlich grinsend sein Gesicht. S ist über die jüngere Geschichte Deutschlands nur mäßig informiert. Vom Zweiten Weltkrieg, dem Nationalsozialismus und Adolf Hitler hat er – wie viele seiner Generationsgenossen – nur sehr oberflächliche Kenntnisse. Die spezielle Symbolik des schräg nach oben ausgestreckten rechten Armes ist ihm daher unbekannt. Er hat vor kurzem in Berlin eine Demonstrationsveranstaltung gesehen, bei der viele Teilnehmer diese Armbewegung ausgeführt haben. Über deren Bedeutung hatte er sich aber keine Gedanken gemacht.

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© Springer-Verlag GmbH Deutschland, ein Teil von Springer Nature 2019

Authors and Affiliations

  • Wolfgang Mitsch
    • 1
  1. 1.Juristische FakultätUniversität PotsdamPotsdamDeutschland

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