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Ist die Rechtsprechung des EuGH zu den finalen Verlusten am Ende?

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Part of the MPI Studies in Tax Law and Public Finance book series (MPISTUD, volume 5)

Zusammenfassung

Fast zehn Jahre ist es her, dass der EuGH sein Urteil in der Rechtssache Marks & Spencer gefällt hat. Die Entscheidung kam damals überraschend: Bis dahin hatte der EuGH fast immer entschieden, dass Begünstigungen, deren Anwendungsbereich auf interne Sachverhalte beschränkt war, im Verhältnis zu anderen EU-Staaten grenzüberschreitend gewährt werden müssen. Nur so können sie den Anforderungen der Grundfreiheiten entsprechen. Dementsprechend wäre zu erwarten gewesen, dass der EuGH vom britischen Gesetzgeber verlangt, den bis dahin nur in Hinblick auf britische Konzerngesellschaften gewährten „loss relief“ auch jenen britischen Muttergesellschaften zuzuerkennen, die in einem anderen EU-Staat über eine Tochtergesellschaft verfügen. Die in der ausländischen Tochtergesellschaft erlittenen Verluste wären dann von den Gewinnen der britischen Muttergesellschaft abzuziehen gewesen, und zwar unabhängig davon, ob sie im Ausland auch berücksichtigt werden könnten.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Institut für Österreichisches und Internationales SteuerrechtWU (Wirtschaftsuniversität Wien)WienÖsterreich

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