Der Heuschreckeneffekt

Chapter

Zusammenfassung

Im Jahr 1875 zog ein Schwarm von Milliarden Heuschrecken mit einem Gewicht von insgesamt 27 Millionen Tonnen und einer

Ausdehnung von mehr als 500.000 Quadratkilometern - eine Fläche größer als Kalifornien - über den amerikanischen Mittleren

Westen hinweg und fraß alles. An einem Tag vertilgten sie das Äquivalent dessen, was 2,5 Millionen Männer verzehren würden.

Sämtliche damals ohnehin armen Farmerfamilien des Mittleren Westens standen nun völlig mittellos da. Alles, was sie

aufgebaut hatten, war mit einem Schlag vernichtet. Für die Betroffenen war damit jahrzehntelange Arbeit unwiederbringlich

zerstört. In den Entwicklungsländern wirkt Gewalt gegen Arme wie solch eine verheerende Heuschreckenplage. Wenn wir die

Wirtschaft ankurbeln, Mikrokredite vergeben, Schulen bauen, Brunnen bohren oder Agrarkonzepte umsetzen, ohne zugleich die

Gewalt zu verhindern, die Reichere, Mächtigere oder Skrupellosere einsetzen, um sich zu bereichern, stehen arme Menschen in

Entwicklungsländern trotz persönlichen Engagements und sinnvoller Hilfen zur Armutsbekämpfungen plötzlich wieder vor dem

materiellen - und vielleicht noch schlimmer seelischen - Ruin. Das Kapitel schildert die destruktive Wirkung von Gewalt und

Unrecht in der armen Bevölkerung dieser Erde, die Menschen in der Armut gefangen hält und jegliche Hoffnungen auf ein

besseres Leben zerstört.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.International Justice MissionWashingtonUSA
  2. 2.U.S. Department of JusticeWashingtonUSA

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