Was bekommen wir nicht mit?

Chapter

Zusammenfassung

Am Beispiel mehrerer realer Fallgeschichten beleuchtet dieses Kapitel die ungeheuer grausamen Lebensbedingungen, denen die Ärmsten dieser Erde ausgesetzt sind. Eines der Fallbeispiele erzählt Yuris Geschichte. Geschildert wird ein in westlichen Augen unfassbarer Skandal: In der Stadt La Unión im Norden Perus wurde 2003 ein achtjähriges Mädchen ermordet auf der Straße vor dem Haus ihrer wohlhabenden Peiniger gefunden, wo es vor dem Mord brutal vergewaltigt und misshandelt worden war. Trotz eindeutiger Beweislage und Zeugenaussagen wurden die Täter nicht verhaftet und verurteilt. Selbst fähige, von NGOs unterstützte Anwälte hatten keine Chance in einem System von Korruption und Gleichgültigkeit, das sich von der Polizei über die Staatsanwaltschaft bis hin zum Gericht erstreckte. Der Fall zeigt ein Ausmaß an Unrecht, das in westlichen Augen unvorstellbar scheint, für arme Menschen in vielen Teilen Südamerikas jedoch normal ist. Experten schätzen, dass 50 bis 70 Prozent der Mädchen und Frauen in Peru regelmäßig und sexuelle und andere Formen von Gewalt erleiden. Die Täter bleiben praktisch ausnahmslos ungestraft. Weitere Fallbeispiele illustrieren das Problem der modernen Sklaverei und Zwangsarbeit (Bangalore, Indien) sowie der alltäglichen Gewalt in Slums (Korogocho, Kenia).

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2016

Authors and Affiliations

  1. 1.International Justice MissionWashingtonUSA
  2. 2.U.S. Department of JusticeWashingtonUSA

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