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Einleitung

  • Martina ZempEmail author
  • Guy Bodemann
Chapter
Part of the essentials book series (ESSENT)

Zusammenfassung

In der Literatur der Entwicklungs- und Klinischen Psychologie wird die Familie einerseits als primäre Quelle von Ressourcen, andererseits auch als wichtiger Ursprung von Risikofaktoren für die Kindesentwicklung diskutiert. Dabei bildet die Partnerschaft der Eltern einen Dreh- und Angelpunkt des familiären Funktionierens. In den letzten Jahren hat sich eine eindrucksvolle Fülle empirischer Nachweise angesammelt, dass Partnerschaftsstörungen in Form von destruktiven Paarkonflikten und Scheidungen die emotionale Sicherheit der Kinder in der Familie bedrohen und infolge zu kindlichen Fehlanpassungen oder psychischen Problemen beitragen können. Zum einen kann diese wahrgenommene Bedrohung direkt mit der kindlichen Entwicklung negativ interferieren. Verunsicherung und Besorgnis um das Befinden der Eltern und um die familiäre Intaktheit können Kinder nachdrücklich belasten und möglicherweise auf Kosten der kindlichen Ressourcen für eine erfolgreiche Bewältigung von zentralen Entwicklungsaufgaben gehen. Zum anderen wirken sich konfliktreiche Partnerschaften und Scheidungen indirekt auf das kindliche Wohlbefinden aus, weil sie zu den wichtigsten Ursachen für Störungen in der Funktion der Elternschaft auf den Ebenen von Bindung und Beziehung zum Kind, Modellfunktion, Erziehung, Kommunikation oder Anregung und Förderung gehören. Ein auf diese Weise ungünstiges Familienklima bildet in Interaktion mit problematischen Kindsmerkmalen (z. B. Temperament) und beim Fehlen von Schutzfaktoren den Nährboden für psychische Auffälligkeiten der Kinder.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2015

Authors and Affiliations

  1. 1.Psychologisches InstitutUniversität ZürichZürichSchweiz

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