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Like-Wahn

Warum unser Gehirn besoffen ist, wenn Hinz und Kunz den „Gefällt mir“-Button drücken
  • Gerald Lembke
  • Ingo Leipner
Chapter

Zusammenfassung

„Hallo Matthias“, ruft Mike vor der Mensa, „hast du schon deine Kurzgeschichte über Ballonfahrer geschrieben, die Milliarden Fotos über Stadt und Land abwerfen?“ Die Frage stört. Matthias prüft gerade auf seinem Handy, wie viele Likes sein letztes Bild auf Facebook bekommen hat. Diesmal kein exotischer Eisbecher, sondern ein bunter Cocktail, gekrönt durch eine Pyramide aus Ananasstückchen. Doch mit drei Likes ist die Bilanz eher bescheiden. Matthias wendet sich enttäuscht seinem Freund zu. „Na ja, der Einstieg steht“, antwortet er, „aber warum schicken wir eigentlich diese Fotos rund um den Globus? Nur, um uns mitzuteilen? Ist das nicht reine Eitelkeit?“ „Da habe ich vielleicht eine Antwort“, sagt Mike, „ich habe gerade in einem Buch gelesen, dass es keinen großen Unterschied zwischen Menschen und Mäusen gibt.“ Zumindest aus der Perspektive der Neurobiologie, was Mike an einem Experiment erklärt: Eine Maus sitzt in einem Einzelkäfig, riecht und sieht aber ihre Artgenossen in einem benachbarten Käfig. Die einsame Maus kann sich dorthin einen Weg öffnen, wenn sie auf eine Leiste drückt. Das lernt sie schnell, wobei ihr „Motivationssystem“ im Gehirn auf Touren kommt. Das Gegenteil ist auch der Fall, wenn etwa Neuroleptika dieses System ausbremsen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2014

Authors and Affiliations

  1. 1.Digitale Medien – Medienmanagement und KommunikationDuale Hochschule Baden-WürttembergMannheimDeutschland
  2. 2.EcoWordsLorschDeutschland

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