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Johann Ernst Greding 1718–1775

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Zusammenfassung

Am 22. Juli 1718 wurde Greding in Weimar geboren, wo sein Vater Hoffriseur war. Das Gymnasium besuchte er nur bis 1728, da seine Eltern nach Greiz zogen; bis zum 17. Jahre mußte er seinem Vater im Geschäft helfen, erreichte es dann aber mit lateinischem Privatunterricht, fähig für die Akademie erklärt zu werden, und bezog 1737 Jena. Neben allen Zweigen der Medizin hörte er noch Logik, Metaphysik, Theologie, sogar Geisterlehre, ferner Physik und Mathematik. In der Anatomie und Botanik hörte er „mit außerordentlichem Vergnügen den berühmten Teichmeyek“, dem er auf dem anatomischen Theater bei seinen Leichenöffnungen stets zur Seite war; dann studierte er noch drei Jahre in Leipzig, wo er auf besondere Empfehlung wöchentlich einige Male im Hospital Kranke sehen und untersuchen durfte. 1742 erwarb er die Lizentiatenwürde in Jena mit einer Abhandlung: „Von der Untersuchung eines todten Körpers oder von einer gesetzmäßigen Leichenöffnung“. Darauf war er 16 Jahre in Zwickau Stadt- und Landphysikus. Im Jahre 1758 wurde ihm die Aufsicht über die Kranken im Waldheimer Armenhaus übertragen; er führte sie mit unermüdlicher Treue und Sorgfalt, besonders für die Unheilbaren zeigte er tiefes menschliches Gefühl. Vorzüglich zogen Melancholische und Fallsüchtige seine ganze Aufmerksamkeit auf sich. Immer wieder stellte er neue Versuche mit neuen Mitteln an, über deren Erfolge er zahlreiche Abhandlungen schrieb: Beobachtungen über Bilsenkraut, Stechapfel, Kupferschwefel, Tollkirsche, Nießwurzel, Eisenhütlein. Seine Bedeutung für uns liegt in den Leichenöffnungen. Er öffnete über 300 Leichen von Kranken, die er sorgfältig beobachtet hatte; ganz vorzugsweise tat er dies bei den Geisteskranken.

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Notes

Literatur

  1. Hirsch, Gesch. d. raedizin. Wissenschaften. 1893, S. 626.Google Scholar
  2. Kornfeld, Handb. von Neuburger und Pagel, 1905, Bd. II, S. 648.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1921

Authors and Affiliations

  1. 1.SchleswigDeutschland

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