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Die Physiologie der peripheren Nerven

  • Hermann Rein

Zusammenfassung

Der physiologische Weg, auf welchem der quergestreifte Muskel vom zentralen Nervensystem aus in Tätigkeit gesetzt wird, geht über die motorische Nervenfaser. Die Nervenstämme, die in den Muskel eintreten, spalten sich in ihm zu feinsten Endverästelungen auf, die sämtliche Muskelfasern versorgen. Die Endäste tragen typische Endorgane wie sie die Abb. 217a zeigt. Neben feinsten marklosen Endaufspaltungen finden sich vor allen Dingen zwei charakteristische Formen von Endorganen. Die einen sind die sog. „Endplatten“, welche der Übertragung motorischer Impulse dienen und auch als „motorische Endplatten“ bezeichnet werden. Man hat Grund anzunehmen, daß jede Muskelfaser wenigstens 2 Endplatten trägt, deren jede einer eigenen Nervenfaser angehört, die wiederum je einem Rückenmarksegment entspringt. Außerdem sind die „Muskelspindeln“ zu finden (Abb. 217b), Organe erheblicher Größe, die in der Längsrichtung der Fasern angeordnet sind und keine motorischen Impulse übermitteln. Eine Betrachtung der Nervenaufspaltung im Muskel ergibt sehr deutlich, daß die peripheren Nervenstämme genau so wenig wie der Muskel selbst eine funktionelle Einheit darstellen, sondern aus einer Vielheit selbständiger Gebilde (Fasern) bestehen. Sie sind fast immer, und zwar auch dann, wenn sie nur einem Muskel zustreben, „gemischte“ Nerven, welche motorische, sensible und autonome Fasern enthalten.

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Schrifttum

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1943

Authors and Affiliations

  • Hermann Rein
    • 1
  1. 1.Physiologischen InstitutsUniversität GöttingenDeutschland

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