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Kleinschiffbau pp 228-236 | Cite as

Der Prahm

  • Ewald Sachsenberg

Zusammenfassung

Prähme sind kleine, kahnartig gebaute Schiffe zum Transport von Kohlen, Schutt und sonstigen, wenig wertvollen Massengütern. Die Transportwege der Prähme sind kurz, wonach diese eingerichtet sind. Sie kommen vor in den verschiedensten Größen. Üblich sind Fassungsräume von 50–300 cbm. Grundsätzliche Unterschiede bestehen in der Art, wie die Materialien gelöscht werden. Man hat darnach zu unterscheiden Prähme mit festem, vollen Boden, in welchem Kohlen, Sand usw. hinein geschüttet und wieder ausgebaggert oder ausgekarrt werden, und solche mit losem Boden, sog. Klappenprähme, die das Material unter sich wegfallen lassen. Letztere, die sehr häufig vorkommen, werden hauptsächlich für Transport von Baggergut gebraucht. Im allgemeinen sind die Prähme ohne eigene Fortbewegungseinrichtung und werden von Schleppern neben die Verladungsstelle bzw. den Bagger geholt und zur Entladungsstelle geschleppt. Nur in Flußmündungen und auf See findet man auch Dampfbaggerprahme, die eigene Fortbewegungseinrichtung besitzen. Den Transportraum bildet gewöhnlich ein einziger viereckiger Kasten, welcher fast die ganze Länge des Schiffes einnimmt und mit schrägen Seitenwänden versehen ist. Die Schräge der Seitenwände richtet sich nach der Art der Entleerung und der Art des Transportgutes. Bei Kohlenprähmen stehen die Seitenwände meist senkrecht, weil die Greifer so am besten arbeiten können. Bei Klappenprähmen ist ihre Schräge zwischen 50 und 60°. Die steileren Wände müssen vorgesehen werden bei klebigem Ton, Lehm, Schlick u. dgl., welche sich leicht versetzen. Die geringeren Schrägen können bei Kies, Felsen und groben Steinen angewandt werden. Die Auftriebsräume bilden die Enden der Prähme, sowie die seitlich der Tragräume stehengebliebenen Leerräume. Bei ganz einfachen und billigen Prähmen kommt es vor, daß die seitlichen Auftriebsräume wegfallen und hier die Außenhaut den Transportkasten begrenzt. Die kleineren Schiffe haben häufig erhöhte Enden und in der Mitte kaum Freibord, so daß das Wasser in den Gangbord hineinspült und die Ladung beim Schleppen vom Wasser nur noch durch ein Setzbord getrennt ist. Diese Bauart ist wenig zu empfehlen, da derartige Schiffe häufig überladen werden und doch einmal wegsacken, zumal ihre Stabilität durch die kurzen über Wasser befindlichen Enden nicht mehr gewährleistet ist.

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© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1920

Authors and Affiliations

  • Ewald Sachsenberg
    • 1
  1. 1.Technischen Hochschule BerlinDeutschland

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