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Verkrümmungen der kleinen Zehe

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Fuss und Bein
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Zusammenfassung

Die kleine Zehe ist sehr häufig ein Schmerzenskind des modernen Menschen. Sie stellt sich oft in eine Krallenstellung oder Hakenform, ähnlich wie die Hammerzehe und ist dadurch starken Schmerzen und Entzündungen des Schleimbeutels und der Knochenhaut durch den Druck des Stiefels ausgesetzt. Besonders häufig sehen wir diese Deformität der 5. Zehe bei den statischen Fußveränderungen bei Plattfuß und Hohlfuß aus den oben dargelegten Gründen. Hierzu kommt noch das eine, daß die 5. Zehe an und für sich beim Menschen degeneriert ist. In etwa der Hälfte der Fälle sehen wir an ihr eine Synostose zwischen Mittel- und Endglied, die miteinander knöchern verschmolzen sind, so daß die Zehe nur zweigliedrig ist. Die rudimentäre Entwicklung betrifft vor allem die Mittelphalange, die auch in den nicht verschmolzenen Fallen ein gestaltloses, viereckiges Knöchelchen, gewöhnlich nicht ganz so lang wie breit, darstellt. Die Verschmelzung erfolgt in leicht flektierter Stellung. Die kleine Zehe ist also im Begriff rückgebildet zu werden. Auch der Musculus flexor brevis digiti V entwickelt häufig nur eine schwache Portion für die 5. Zehe, mitunter auch gar keine. Besonders ist er bei bestehender Synostose rudimentär oder fehlt ganz. Auch die anderen benachbarten Zehen zeigen eine beginnende und bereits deutlich eingeleitete rückschreitende Entwickelung. Vor allem sind es die Mittelphalangen, aber auch die End- und selbst die Grundphalangen der 4. und auch der 3. Zehe. Nur die 2. Zehe ist im allgemeinen noch frei von dieser Erscheinung, wenn auch ihr Mittelglied etwas Neigung zur Verkürzung zeigt. Es ist also nicht der Stiefeldruck in erster Linie als der Urheber der so häufigen Krallenbildung der 5. Zehe und der dadurch veranlaßten lästigen Beschwerden anzuschuldigen, sondern die verkümmerte Bildung dieses Organs. Wenn der Flexor brevis kümmerlich entwickelt ist, muß der Extensor das Obergewicht erlangen und die Hyperextension des Grundgliedes bewirken, an die sich die Flexion des Endgliedes anschließt. Die Beschwerden lassen sich leicht durch die S. 115 angegebene Hammerzehenoperation beseitigen. Die Zehe erhält eine gerade Stellung und die Beschwerden verschwinden, ohne daß wir den Fuß durch die Entfernung der Zehe zu verstümmeln brauchen. Statt des Längsschnitts verwende ich an der kleinen. Zehe stets den Lappenschnitt mit seitlicher Basis durch die Haut. (Tafel XVI, Abb. 2, 3.)

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Dieses Kapitel ist Teil des Digitalisierungsprojekts Springer Book Archives mit Publikationen, die seit den Anfängen des Verlags von 1842 erschienen sind. Der Verlag stellt mit diesem Archiv Quellen für die historische wie auch die disziplingeschichtliche Forschung zur Verfügung, die jeweils im historischen Kontext betrachtet werden müssen. Dieses Kapitel ist aus einem Buch, das in der Zeit vor 1945 erschienen ist und wird daher in seiner zeittypischen politisch-ideologischen Ausrichtung vom Verlag nicht beworben.

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Hohmann, G. (1923). Verkrümmungen der kleinen Zehe. In: Fuss und Bein. J.F. Bergmann-Verlag, Munich. https://doi.org/10.1007/978-3-662-29986-9_15

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  • Publisher Name: J.F. Bergmann-Verlag, Munich

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