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Die Bedeutung des Satzes: Summum jus, summa injuria im Privatrechte

  • Rudolf Blühdorn

Zusammenfassung

Die Beziehungen zwischen den Menschen, die durch die nationalen Privatrechte geregelt werden sollen, sind von der mannigfachsten Art. Das Ideal der positiven Gesetzgebung wäre es nun, alle diese Beziehungen möglichst gut und gerecht zu ordnen. Wollte aber der Gesetzgeber tatsächlich in jedem einzelnen Fall das höchst denkbare Maß von Güte und Gerechtigkeit erzielen, so müßte er wohl jeden konkreten Fall einzeln regeln, denn in jedem einzelnen Falle sind die näheren Umstände eben verschieden. Eine derartige Regelung ist nun selbstverständlich nicht möglich; sie wird klarer-weise desto unmöglicher, je größer die Zahl der zu regelnden Einzelfälle ist. Daher stellt der Gesetzgeber diejenigen Normen als Rechtsregeln auf, die seiner Ansicht nach dem Durchschnitte aller Fälle entsprechen. Für Ausnahmsfälle bestimmt der Gesetgeber Ausnahmen von den Regeln; dies kann er aber auch wiederum wiederum nur tun, falls sich die Ausnahmen zu einer größeren Gruppe zusammenfassen lassen,z,B.die Regeln des Konkursrechtes, falls die Schuldner nicht allen inren Verbindlichkeiten nachkommen Können. Immer wieder gibt es aber in der Praxis Fälle, in denen die Anwendung der gesetzlichen Bestimmungen zu Ergebnissen Führt,die den Gerechtigkeitssinn nicht befriedigen, in denen daher gerade durch die Anwendung des Gesetzes ein moralisches Unrecht zugefügt wird. Summum jus, summa injuria.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1934

Authors and Affiliations

  • Rudolf Blühdorn
    • 1
  1. 1.WienÖsterreich

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