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Heilpädagogik pp 141-237 | Cite as

Funktionelle Störungen

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Zusammenfassung

An dieser Stelle besteht in dem Werk eine deutliche Zäsur: die bisherigen Kapitel heben sich von den folgenden deutlich dadurch ab, daß an der „organischen“ Genese der zuerst beschriebenen Störungen kein Zweifel sein kann: Schwachsinn, postenzephalitische Charakterstörungen, Epilepsie haben abnorme Hirnstrukturen zur Grundlage, wenngleich das im einzelnen Fall schwer festzustellen sein mag. Was aber jetzt behandelt werden soll, rechnet man zu den „funktionellen“ Störungen. Das will besagen, daß nur Funktionen, nervöse oder geistig-seelische Abläufe gestört sind, während man Veränderungen in der Struktur des Nervengewebes nicht nachweisen kann. Wir betonen: nicht nachweisen kann; denn daß diese Abartigkeiten nicht von zufälligen äußeren Ursachen her „angeflogen“ sind, sondern daß zu ihrem Zustandekommen ebenfalls in der materiellen Grundlage des seelischen Lebens gewisse Vorbedingungen gegeben sein müssen, davon sind wir fest überzeugt. Das erweist sich schon daraus, daß sich fast ausnahmslos zeigen läßt, daß sich gewisse Anzeichen der zu beschreibenden Störungen schon im allerfrühesten Kindesalter finden, ja daß auch in der Aszendenz ganz ähnliche Symptome vorkommen, so daß man annehmen muß, daß diese erblich, also in der materiellen Struktur, die allein vererbt werden kann, verankert sind. Freilich sind wir noch nicht so weit, die „organischen“ Grundlagen dieser Störungen, die wir erschließen, mit unseren Forschungsmitteln zu beweisen — und es ist fraglich, ob wir jemals dazu imstande sein werden.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1961

Authors and Affiliations

  1. 1.Innsbrucker Universitäts-KinderklinikÖsterreich

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