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Organische Störungen

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Zusammenfassung

Man ist bei der Erörterung der Ätiologie des Schwachsinns gewöhnt, endogene und exogene Ursachen zu unterscheiden und einander gegenüberzustellen, man beschreibt also Formen, welche in der erblichen Konstitution begründet sind, und solche, weche in Gehirnschädigungen ihre Ursache haben, die freilich vom Augenblick der Zeugung an die Frucht treffen können. Nun liegt eine große diagnostische Schwierigkeit schon darin, daß ein „angeborener“ Schwachsinn nicht erbbedingt sein muß. Er kann ja während des intrauterinen Lebens sowie auch während der Geburt „erworben“ sein. Weiters besteht dieselbe Tatsache besonders für den Schwachsinn zu Recht, die uns auch bei der Epilepsie begegnen und uns auch sonst noch des öfteren beschäftigen wird: „Konstitution“ und „exogene Faktoren“ sind nicht einander ausschließende Gegensätze, stehen keineswegs beziehungslos nebeneinander, sondern wirken in vielen Fällen zusammen, wirken ineinander. Man kann also gar nicht selten in Fällen von Schwachsinn sowohl eine gleichsinnige hereditäre Belastung feststellen, wie sich auch Anhaltspunkte für eine erworbene Hirnschädigung ergeben; es scheint also, anders ausgedrückt, so zu sein, daß es eine konstitutionelle Prädisposition zu erworbenen zerebralen Störungen gibt.

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Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1961

Authors and Affiliations

  1. 1.Innsbrucker Universitäts-KinderklinikÖsterreich

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