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Über ein neues Verfahren zur Durchführung chemischer Altersbestimmungen nach der Blei-Methode

  • F. G. Houtermans
Conference paper
Part of the Sitzungsberichte der Heidelberger Akademie der Wissenschaften book series (HD AKAD, volume 1951 / 2)

Zusammenfassung

Die Arbeiten von A. O. Nier [1], A. Holmes [2] u. a. haben gezeigt, daß als zuverlässigste. Methode der radioaktiven Altersbestimmungen heute, neben der erst in ihren Anfängen steckenden Rb/Sr-Methode, die Bleimethode gelten muß, sofern sie durch Isotopenanalyse des in hoch radioaktiven Mineralien gefundenen Zerfallsbleis kontrolliert werden kann. Die Fixpunkte unserer geologischen Zeitskala sind im wesentlichen durch diese Methode festgelegt. Dabei dient als Kriterium für die Zuverlässigkeit eines Kontrollpunktes der Geochronologie die Übereinstimmung zwischen den Ergebnissen der vier verschiedenen Methoden der Altersbestimmung aus dem Verhältnis 1. Ra G/U I, 2. Ac D/Ac U, 3. Th D/Th und 4. Ac D/Ra G, von denen die drei ersten prinzipiell unabhängige Daten liefern, während die Ac D/Ra G-Methode, wie Nier gezeigt hat, Daten liefert, die sehr weitgehend unabhängig von etwa eingetretenen relativen Verlusten an Blei oder Uran sind. Zur Bestimmung des Verhältnisses Ra G/U I, Ac D/Ac U und Th D/Th ist aber die genaue Kenntnis des chemischen U/Pb- bzw. Th/Pb-Verhältnisses nötig; nur die Ac D/Ra G-Methode ist von diesem unabhängig. A. Holmes [2] und F. Wickman [3] haben im einzelnen die verschiedenen Fälle der Diskrepanz zwischen den genannten Methoden der Altersbestimmung diskutiert und einige der NlExschen Altersbestimmungen für etwaige Uran- bzw. Bleioder Emanationsverluste korrigiert. Dies beweist, daß die modernen (durch Anwendung des Massenspektrographen gegebenen) Methoden der Altersbestimmung das „klassische“ Verfahren der Altersbestimmung aus dem chemischen U/Pb- bzw. Th/Pb-Verhältnis keineswegs überflüssig gemacht haben, sondern daß nach wie vor eine möglichst genaue und in ihren Ergebnissen vom Analysenverfahren unabhängige Methode der Bestimmung dieses Verhältnisses in jedem Einzelfall notwendig ist. Dazu kommt, daß bisher praktisch nur das Laboratorium von A. O. Nier selbst im Stande war, hinreichend präzise massenspektrographische Bestimmungen für geochronologische Zwecke durchzuführen, während die für die hier zu beschreibende Methode erforderlichen Hilfsmittel fast in jedem für radioaktive Messungen ausgerüsteten Laboratorium zur Verfügung stehen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1951

Authors and Affiliations

  • F. G. Houtermans
    • 1
  1. 1.GöttingenDeutschland

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