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Das Integrierte Modell der Haushaltsenergienachfrage

  • Ingo Schmoranz
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 95)

Zusammenfassung

Die statistischen Grundlagen zur Erstellung eines konsistenten Modells der Energienachfrage der privaten Haushalte sind in einigen Bereichen zufriedenstellend, in anderen wiederum als unbefriedigend bis unzureichend zu beurteilen. Letzteres trifft fir die Nutzenergie zu, für die keine Zeitreihen in öffentlich publizierter Form vorliegen. Die Preisseite ist besser abgedeckt, wenngleich auch diese den seitens eines Modells gestellten Anforderungen nur in Teilbereichen entspricht. Auf der Ebene der Sekundärenergieträger ist die statistische Darstellung vollständig, wobei fir zwei Energieträger — Ölprodukte und elektrische Energie — eine weitere Aufteilung möglich ist.

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Literatur

  1. 69.
    Siehe BECKER (1965), LANCASTER (1966), MUELLBAUER (1974) und in ezug auf die Energienachfrage SUD G (1984), sowie die Ausfiihrungen in Abschnitt 3.2.1.2.Google Scholar
  2. 70.
    In der Folge wird die Nutzenergie mit der Energiedienstleistung gleichgesetzt.Google Scholar
  3. 72.
    Bei den anderen Nutzenergiekomponenten ist die Entscheidungsstruktur ähnlich gelagert. 73Durch die Beziehung auf wird die Innentemperatur und die beheizte Fläche in die Nutzenfeststellung miteinbezogen. Auf die mit der Operationalisierung des Wärmeniveaus einhergehenden Probleme wird hier nicht weiters eingegangen [Siehe diesbezüglich SCOTT (1979)].Google Scholar
  4. 74.
    Damit wird die Leistungskomponente und ihr Einfluß auf Struktur und Höhe der Nachfrage ausgeschaltet. Mangels geeigneter Daten ist diese Problemverkürzung nicht zu umgehen.Google Scholar
  5. 75.
    Die fir die empirische Energieanalyse angenehme Eigenschaft der “schwachen Seperabilität” fiihrt dazu, daß das Nachfragebündel in Gruppen unterteilbar ist, wobei die Nachfrage der Güter einer Gruppe von den Preisen der Güter anderer Gruppen nicht beeinflußt wird. Der Realität näher dürfte die “implizite Seperabilität” kommen, die zum Unterschied zur schwachen Seperabilität den Gesamtnutzen in die Nachfragefunktion der einzelnen Güter mitaufnimmt [DEATON; MUELLBAUER (1980a), S. 119fí.].Google Scholar
  6. 76.
    Im Bereich der Haushaltsenergienachfrage beschränkt sich der aktive, d.h. beziehende thermoökonomische Effekt aus naheliegenden Gründen auf die Nutzenergiekomponente Raumwärme, während sich der passive auf alle Komponenten mit Ausnahme der Mobilität erstreckt.Google Scholar
  7. 77.
    TT-IEIL (1975) hat mit seinem “convergence approach” diese Bedingung insofeme relativiert, als er die Notwendigkeit eines gleichen Anstiegs zu Gunsten der abgeschwächten Forderung der konvergierenden Identität, die sich erst einstellt, wenn die Zahl der Haushalte eine bestimmte Größe übersteigt, fallen ließ.Google Scholar
  8. 78.
    Die Verzerrung hängt von der Streuung der eingesetzten oder potentiellen Wandlungseffizienzen ab. Ist sie groß, weist der Deflator eine große Variationsbreite auf, die bei den Nutzenergiekosten keine Entsprechung findet.Google Scholar
  9. 79.
    Steigende Blockpreise sind relativ jungen Ursprungs. Ihre betriebswirtschaftliche Begründung liegt in den zunehmenden und kostenintensiven Auflagen bei neuen Kraftwerken.Google Scholar
  10. 80.
    Mit den Konsequenzen einer derartigen Preisstruktur auf die Nachfrage befaßte sich erstmals HOUTHAKKER (1951). Analysen jüngeren Datums finden sich in BERG (1983a). 81Hiezu zählen auch die in letzter Zeit zur Diskussion stehenden “life line rates”, die einer bestimmten Kundengruppen fir die ersten 500 kWh einen Sondertarif offererieren [NEUFELD, WATTS (1981)] und analytisch den “inverted block rates” gleichgestellt werden können.Google Scholar
  11. 82.
    Diese Vorgangsweise wählten die dem Energiekonzept der Österreichischen Bundesregierung zugrundegelegten Berechnungen des MARKAL-Modells [ABILOCK, FISHBONE (1979), lEA (1980), BMfHGuI (1984)]. Siehe auch SUDING (1982), WUGER (1989) und die dort angeführte Literatur.Google Scholar
  12. 83.
    Allerdings ist bezüglich der hier angesprochenen Einflußfaktoren ein grundsätzlicher Unterschied zwischen Vorschau-und politischen Entscheidungsmodellen anzumerken. Für die zuerst genannte Gruppe ist die Annahme einer in der Variablen “Durchschnittshaushalt” befriedigend gebündelten Zusammenfassung der relevanten Einflüsse berechtigt und diese Vorgangsweise zu vertreten. In Entscheidungsmodellen stellt sich hingegen eine veränderte Aufgabenstellung. Es gilt mögliche Reaktionen auf politische Instrumente zu erfassen, womit ein Rückgriff auf das gesamte soziale Spektrum erforderlich ist.Google Scholar
  13. 84.
    Die Gesamtfruchtbarkeitsrate gibt die Anzahl der Kinder pro Frauenleben an. Die Nettoreproduktionsrate spiegelt den Ersatz der Mütter durch ihre Töchtergeneration wider. Eine Rate von 0.75 besagt, daß künftig die Müttergeneration nur mehr zu drei Viertel durch Töchtergenerationen ersetzt werden [FINDL (1988)].Google Scholar
  14. 85.
    Aufgrund der jüngsten Entwicklungen muß diese Annahme eines Wanderungsgewinnes von 50.000 Personen fir die Zeitspanne 1990/2000 deutlich nach oben revidiert werden. Sie konnten fir die laufenden Berechnungen nicht mehr berücksichtigt werden.Google Scholar
  15. 86.
    Zu den Begriffen ist folgendes anzumerken: Als Gebäude werden frei stehende bzw. klar gegeneinander abgegrenzte bauliche Einheiten verstanden, deren verbaute Fläche 20m2 übersteigt. Als Wohnung gilt eine in sich abgeschlossene Einheit, mit einem oder mehreren Räumen,die zumindest mit Küche oder Kochnische ausgestattet ist. Wohnungen ohne Wohnbevölkerung sind Wohnungseinheiten, in denen bei der gleichzeitig durchgefiihrten Volkszählung niemand seinen ordentlichen Wohnsitz angegeben hatte. Zu dieser Kategorie zählen Wochenend-und Ferienhäuser, fertiggestellte Neubauten vor der Erstvergabe, Woh- nungen vor der Neuvermietung, zum Abbruch bestimmte Objekte etc. Zu Gebäuden ohne Wohnbevölkerung zählen Büro oder Fabriksgebäude, öffentliche Gebäude, Depots, Werkstätten und Wochenendhäuser.Google Scholar
  16. 87.
    Ein Vergleich mit den Häuser-und Wohnungszählungen der Jahre 1951, 1961 und 1971 ist nur bedingt möglich, da eine Änderung der Erhebungsmodalität (Haus statt Gebäude) stattfand und die Zählung 1981 zusätzlich wesentlich umfassender angelegt war.Google Scholar
  17. 89.
    Mit der Häuser- und Wohnungszählung 1981 wurde auch nach “Ersatheizungen” gefragt, in den Veröffentlichungen sind sie jedoch nicht ausgewiesen.Google Scholar
  18. 90.
    “”When both partners work energy use is relatively low. With the arrival of the first child, energy use tends to rise. With older children and the wife probably working again, a lower energy use results. Older couples are more often at home and have,consequently, a higher use of energy; their physiological need for higher temperatures also contributes to a higher usage level.“ [RAAU, VERHALLEN (1983), S 115]. Dem steht entgegen, daß Haushalte mit älteren Mitgliedern Geräte mit geringerer Energieeffizienz einsetzen und aus diesem Titel bei gleichem Nutzenergiebedarf ein höherer Einsatz an Sekundärenergieträgem abzuleiten ist [BROWN, ROLLINSON (1985), BERRY, BROWN (1988)]. Eine Begründung hiefür liegt im unterdurchschnittlichen Einkommen dieser Bevölkerungsgruppe, die eine Verbesserung des wärmetechnischen Standards behindert [KLEIN (1987)].Google Scholar
  19. 91.
    Von der Kompaktbauweise eines Gebäudes ist die Lage einer Wohnung in einem Mehrfamilienhaus zu unterscheiden. Nach ROUVEL(1981) liegt bei einer für alle Wohnungen gleich angesetzten Raumtemperatur von 21K der Energiebedarf bei Wohnungen in Randlage um 70% über jener in Mitteliage. Diese quasi “externen Effekte” verstärken sich, wenn in der Mittelwohnung eine gegenüber den Nachbarwohnungen geringere Raumtemperatur vorherrscht.Google Scholar
  20. 92.
    PEIILLY, SHANKE (1988) haben die Bedeutung der Zusatzheizungen fir die Vereinigten Staaten untersucht. Sie kamen zu dem Ergebnis, daß 37.8% aller Haushalte eine Zusatzheizung besitzen. Dieser Anteil schwankt bezogen auf die primäre Beheizungsquelle. Den höchsten Anteil weisen die Haushalte mit 61 als primärer Heizquelle auf und dies spiegelt - so die beiden Autoren - die unsicheren Preiserwartungen bei diesen Energieträger wider. Dem steht allerdings der vergleichsweise geringe Anteil bei Gas entgegen, ebenso ist der Anteil der mit Elektrizität beheizten Haushalte nicht als Unterstützung dieser Argumentation anzusehen.Google Scholar
  21. 93.
    Die Heizgradtage oder Gradtagszahl ist die Summe der Temperaturdifferenzen zwischen einer bestimmten konstanten Raumtemperatur und dem Tagesmittel der Lufttemperatur, sofeme diese gleich oder unter einer angenommenen Heizgrenztemperatur liegt. In Österreich werden die Heizgradtage vom ÖSTAT veröffentlicht. Als Raumtemperatur wird dabei 20 Grad C, als Heizgrenztemperatur 12 Grad C angenommen.Google Scholar
  22. 94.
    Eine Ausnahme stellt die Arbeit von NAZEM, STOLEN (1982) dar, die in ihrer Analyse u.a. einen “rainfall index” verwenden und dabei zu dem Ergebnis kommen, daß Länder mit trockenem Klima einen im Verhältnis zu Ländern mit feuchtem Klima überdurchschnittlich hohen Energieverbrauch ausweisen.Google Scholar
  23. 95.
    Unter Sanierung im gesetzlichen Sinn werden Erhaltungs-und Verbesserungsmaßnahmen verstanden, wie sie im Mietrechtsgesetz aufgezeigt werden. Im technischen Sinne, insbesondere hinsichtlich der Verminderung von Energieverlusten und der Senkung des Energieverbrauches, sind Sanierungsmaßnahmen nach folgenden Gesichtspunkten zu gliedern: Ersatz fehlerhafter Bauteile, Nachrüstung auf den heutigen energierechten Standard und Komfortverbessenmgen. Nachfolgend wird zwischen diesen Maßnahmen nicht unterschieden und ein durchschnittliches Gesamtpaket der Sanierungsauswirkungen den Berechnungen zugrunde-gelegt.Google Scholar
  24. 96.
    SUDING (1982) weist darauf hin, daß der Kochbedarf ursprünglich als Ergänzungsbedarf zur Raumwärme anzusehen war und diese Feststellung noch in der ersten Einführungsphase der Elektrogeräte ihre Gültigkeit hatte. Dies erklärt die hohe Nutzungsintensität in dieser Phase, die mit den eigentlichen Kochbedürfnissen nicht in Einklang zu bringen ist.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Ingo Schmoranz
    • 1
  1. 1.GießhüblÖsterreich

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