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Der Energieverbrauch der privaten Haushalte

  • Ingo Schmoranz
Part of the Wirtschaftswissenschaftliche Beiträge book series (WIRTSCH.BEITR., volume 95)

Zusammenfassung

Im Abschnitt 2.1 wird Energie als physikalisch technische Größe abgehandelt und der Energiewandler „Haushalt“ als thermoökonomisches System interpretiert. Im Abschnitt 2.2 wird die ökonomischen Dimension der Energie(träger) diskutiert.

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Literatur

  1. 31.
    Eine entwicklungstheoretisch interessante Weiterfiihrung der Elastizitätsmodelle stellt das “energy ladder”-Konzept dar, das der quantitativen Dimension der Entwicklung eine zusätzliche qualitative Dimension beifiigt und so für jeden Entwicklungsstand neben der Höhe des Energieverbrauches eine bestimmte Verbrauchsstruktur postuliert. Es unterstellt einen geradlinigen historischen Entwicklungsverlauf zu “höherwertigen” Energieträgern.Google Scholar
  2. 32.
    Bezüglich einer ausführlichen Darstellung siehe KADE (1962), KOUTSOYANNIS (1975) und DEATON, MUELLBAUER (1980a).Google Scholar
  3. 33.
    MARSHALL (1890) ging noch von einer additiven Nutzenfunktion aus. Diese nach KOUTSOYIANNIS (1975) als “.clearly unrealistic and unnecessary” klassifizierte Formulierung ist für bestimmte Nutzenergiekomponenten gegenüber jener in (3.1) die geeignetere und ist demnach vorzuziehen.Google Scholar
  4. 36.
    KRUMM (1983) hat dieses Auswahlproblem aufgegriffen und gezeigt, daß eine Berücksichtigung beider Alternativen den Gutscharakter der Nutzenergie tangiert. Ein “öffentliches” Gut konkurriert mit einem “privaten”, sodaß ein einfaches Entscheidungsmodell diesem komplexen Problem nicht mehr gerecht wird.Google Scholar
  5. 37.
    CHERN, BOUIS (1988) haben einen unterschiedlichen zeitlichen Verlauf der Elastizitäten in Abhängigkeit von der Modellspezifikation ermittelt. Der mikroökonomische Ansatz zeigt Koeffizienten mit abnehmender Tendenz, da neue und gut ausgestattete Haushalte dämpfenden Einfluß ausüben. In einem makroökonomischen Ansatz gehen diese Einflüsse verloren.Google Scholar
  6. 38.
    In der Literatur werden auch andere Klassifikationskriterien angefiihrt. So wählte JANSEN (1980) einen entscheidungsorientierten Zugang. Er unterschied zwischen hierarchischen, strukturellen und funktionalen Einordnungskriterien. GEISLER (1978) orientierte sich an systemtheoretischen Klassifikationskriterien, ebenso RATH-NAGEL, VOSS (1981), während CHATEAU, LAPILLONE (1982) als Klassifikationskriterium die logischen Einordnung heranzogen und zwischen deduktiven und induktiven Modellen unterschieden.Google Scholar
  7. 39.
    Die hier behandelten Singulärmodelle sind ausschließlich partielle Gleichgewichtsmodelle. Das bedeutet, daß indirekte Effekte sowohl bezüglich des Erwerbs dauerhafter Konsumgüter [DENNERLEIN (1987b)] als auch Preiseffekte bei den nichtenergetischen Gütern unberücksichtigt bleiben. Es ist nicht auszuschließen, daß die diesen Modellen implizit unterstellte einseitige Kausalität die Modellergebnisse verzerrt. BEENSTOCK, DALZIEL (1986) kamen aufgrund eines extrem “primitiven” Modells zu dem Ergebnis, daß “.the demand for energy is more price elastic in general equilibrium than it is under the more convential assumption of partial equilibrium.” Für den ersten Fall weisen sie eine Preiselastizität von 0.48 - Anpassung nach sechs Jahren - für den zweiten eine solche von 0.178 aus.Google Scholar
  8. 40.
    Allerdings ist manchen Analysen eine fehlende Kongruenz zwischen Modellformulierung und statistischer Fundierung zu eigen. Auf diesen Punkt haben REHM, SERVAY (1988) hingewiesen und folgerichtig die Ergebnisse dieser Arbeiten in Frage gestellt.Google Scholar
  9. 41.
    Bezüglich einer vergleichenden Übersicht siehe HOFFMAN, JORGENSON (1977), GEISSLER (1978), SCHNEIDER, BOHNEN (1980) und RATH-NAGEL, VOSS (1981).Google Scholar
  10. 42.
    In diese Richtung zielt der “efficiency frontier approach” [FARRELS (1957), CHARNES et al. (1978)1, der für jeden Haushalt bzw. Haushaltstypus einen optimalen Energieverbrauch postuliert und nur die Abweichungen einer ökonomischen Erklärung unterzieht.Google Scholar
  11. 43.
    Einen Überblick liefern TAYLOR (1975), NORDHAUS (1977), HARTMAN (1979). 44Diese Unterscheidung erfolgt in vielen Modellen über den Kapitalstock, bei einigen wenigen über ein partielles Anpassungsmodell (flow adjustment model) ohne Kapitalstock [HOUTHAKKER, VERLEGER, SHEEHAN (1974)], während HOUTHAKKER, TAYLOR (1966) die “accumulated force of habits” als psychologische Quantitäten zur Erklärung des Elektrizitätsverbrauches einsetzen.Google Scholar
  12. 47.
    Historisch bedingt gehen die meisten Modelle davon aus, daß die für die Raumwärme eingesetzten Energieträger über den Markt erworben werden. Im Lichte der neueren technischen Entwicklungen (Null-Heizenergiehaus) ist diese Unterstellung nicht mehr aufrechtzuhalten. 48Da mit der Auswahl der Energieträger zumeist die Effizienz der Umwandlung mitbestimmt ist, führt eine Nichtberücksichtigung des Energieträgers zu verzerrten Ergebnissen.Google Scholar
  13. 49.
    NNELSON (1975) führt zusätzlich den Urbanisierungsgrad an, der einen dämpfenden Einfluß auf den Energieverbrauch ausübt. Begrünet wird dies mit kleineren Wohneinheiten in einer geschützteren Lage und dem Umstand, daß Doppelverdiener in größeren Städten eher zu erwarten sind als in ländlichen Gegenden.Google Scholar
  14. 50.
    Eine hier nicht näher behandelte Kategorie von Modellen zielt auf das Marktsegment “Zusatzheizung”. Diese erfüllen drei Funktionen; temporäre Heizung von sog. Kältenischen, Spitzenausgleich für besonders kalte Tage und in Übergangszeiten und ästhetische Aspekte. Über diese Funktionen hinaus erlaubt die Existenz von Zusatzheizungen den Konsumenten, auf Preisschwankungen schnell, d.h. kurzfristig zu reagieren. GARBACZ, ERICKSON (1987) konnten für diese Fälle hohe und hoch signifikante positive Substitutionselastizitäten registrieren. Andere Autoren [REILLY, SHANKLE (1988)] betonen darüber hinaus den Sicherheitsaspekt: “Multi fidel capability equipment is one important response of private agents to varying and uncertain fiel prices.” Google Scholar
  15. 51.
    Ein Sonderstellung nimmt der Ansatz von RAMSEY, RASCHE, ALLEN (1975) ein, der im Rahmen eines partiellen Gleichgewichtsmodells eine Aufspaltung in private und kommerzielle Treibstoffnachfrage vornimmt und indirekt eine Substitutionsmöglichkeit zwischen den beiden Mobilitätskategorien zuläßt. FISHELSON (1982) unterstreicht ebenfalls diese Substitutionsmöglichkeit: “The public behavior towards gasoline consumption is not independent of the price, availability and comfort of other means of transportation”,wenngleich er eine Schätzung wiedergibt, die diese Möglichkeit nicht bestätigt [LEV (1978)].“Google Scholar
  16. 52.
    Siehe auch die diesbezüglichen Ausführungen von KHAZZOOM (1977) und RABL (1985). 53Hier ist darauf hinzuweisen, daß aus der Reduktion des Energieverbrauches durch Effizienzsteigerung nicht direkt auf die Gesamtnachfrage geschlossen werden darf. “Making energy savings a macroeconomis indicator to explain consumption evolution or to evaluate the success of a policy causes various difficulties related to the transition from micro-to macroeconomics. These occur at three levels; a) the confusion of energy savings and consumtpion reduction; b) the diversity of consumers and thus aggregation problems; and c) the difficulty in establishing an accurate measure” [CHATEAU, LAPILLONE (1986)].Google Scholar
  17. 54.
    Da für die wichtige Nutzenergiekomponente Raumwärme dieser Umstand in erheblichem Maße zutrifft, müssen Preiselastizitäten fir diese Fälle, isoliert betrachtet, geringer sein als in den Fällen der Identität. Dies wird u.a. von PFAFFENBERGER et al. (1983) bestätigt, die die Eigentümerstruktur von energiekonservierende Maßnahmen untersuchten.Google Scholar
  18. 55.
    Auf diesen weist besonders das “energy ladder”-Konzept hin [REDDY (1981), KENNES et al. (1984), ALAM et al. (1985), HOSIER, DOWD (1987)]. “As a households economic well being increases, it is assumed to move up the energy ladder serves as a stylized extension of economic theory of the consumer; as income rises (falls), households consume not only more (less) of the same goods, but they also shift to consuming higher (lower)quality goods.” [HOSIER, DOWD (1987)].Google Scholar
  19. 56.
    Die vorgebrachte Bewertung konzentriert sich auf energiewirtschaftliche Aspekte. Sie kann somit nur eine relative sein. Beurteilungsbasis ist die problemadäquate Darstellung des bzw. der Energiewandlungsprozesse im Rahmen der privaten Haushalte als auch die Fähigkeit, die damit einhergehenden Strukturelemente zu erfassen, um daraus Aussagen über den zukünftigen Verlauf der interessierenden Variable “Energieverbrauch” ableiten zu können. Sie schließt nicht aus, daß für eingeschränkte Fragestellungen die in der Folge behandelten Ansätze ihre Berechtigung haben.Google Scholar
  20. 57.
    DENNERLE1N (1990) unterscheidet zwischen technischen und verhaltensorietierten Ansätzen, wobei er letztere in ökonomische, demografische, soziologische, situative und psychologische Verfahren weiter untergliedert. Diese Klassifikation ist insoferne zu relativieren, als demografische bis hin zu den psychologischen Verfahren bestenfalls Strukturelemente in einem übergeordneten Modellansatz liefern und nicht als tragende Elemente in einem eigenständigen Modell angesehen werden können. Hingegen zeichnen sich technische und ökonomische Modelle durch eigene und in gegensätzliche Modellphilosphien aus, die eine Unterscheidung rechtfertigen.Google Scholar
  21. 58.
    Siehe die Übersichten in den Abschnitten 3.3 und 3.4.Google Scholar
  22. 59.
    Ein kleiner Teil stützt sich auf plausiblen ad hoc Beziehungen makroökonomischer Größen (z.B. Elastizitätsmodelle), auf sie wird nicht näher eingegangen.Google Scholar
  23. 60.
    Dies trifft unter anderen für die Ansätze von HOUTHAKKER (195 lb), HOUTHAKKER, TAYLOR (1966), RAU (1975) und ZIMMERMANN (1982) zu.Google Scholar
  24. 61.
    So wird keine Unterscheidung zwischen der Anwendung der elektrischen Energie für Licht und jener für Raumwärme getroffen, wobei im zuerst genannten Fall ein niedriger Wirkungsgrad einem nicht existierenden Substitutionspotential und im zweiten Fall eine hoher (direkter) Wirkungsgrad einem hohen Substitutionspotential gegenübersteht. Vollkommen ausgeklammert sind auch die nichtenergetischen Charakteristiken der Energieträger bzw. - wandlungsprozesse, wie sie besonders bei der Zusatzheizung und mit Einschränkungen bei der Mobilität wirksam werden.Google Scholar
  25. 62.
    Dieser Aspekt wird mit den Haushaltsproduktionsmodellen abgedeckt. Siehe Abschnitt 3.2.1.2 und die folgenden Darlegungen.Google Scholar
  26. 63.
    Darauf gehen DENNERLEIN (1987b) und BEENSTOCK, DALZIEL (1986) ein. Während DENNERLEIN die indirekten Effekte auf den Erwerb dauerhafter Güter beschränkt, versuchen BEENSTOCK, DALZIEL sie mittels eines allgemeinen Gleichgewichtsmodell umfassend aufzunehmen.Google Scholar
  27. 63.
    Die Berücksichtigung des technischen Fortschritts ist unzureichend. Kapitalgebundener technischer Fortschritt, der sich in Veränderungen der Kapazitätsveränderungen oder der Nutzungsintensität niederschlägt, bleibt ausgeklammert. Vielmehr werden Kapitalbestand und -zusammensetzung sowie technischer Fortschritt in Form erhöhter Energieeffizienz als voneinander unabhängig angenommen.Google Scholar
  28. 64.
    Die diesen Modellen zugrundeliegende Abhängigkeit von wirtschaftlichen Größen (Preise, Einkommen) unterstellt eine ungeprüfte Strukturkonstanz bei demografischen, soziologischen [DENKERLEIN (1990)], psychischen [NELSON (1975)] und institutionellen Einflüssen [PFAFFENBERGER et al. (1983)], die empirisch nicht verifizierbar sind65.Google Scholar
  29. 65.
    Desgleichen fehlt zumeist die Berücksichtigung politikrelevanter Steuerungsinstrumente, wodurch der Einsatz dieses Modelltyps auf apolitische Fragestellungenn eingeschränkt ist.Google Scholar
  30. 67.
    Diesbezüglich sind das REUMA-Modell [PÖNITZ (1978)], das MARKAL-Modell [ABILOCK, FISHBONE (1979), lEA (1980)], das DIW/EWI/RWI-Modell (1980) und das PROGNOS-Modell (1984) anzuführen.Google Scholar
  31. 68.
    Die angeführte Einschränkung tritt besonders bei Energiesparstudien hervor, die in die Form von Szenarien oder Machbarkeitsstudien gekleidet, die vielfältigen wirtschaftlichen Zusammenhänge aus den Berechnungen ausklammern. Der Ausschluß testbarer Verhaltensbeziehungen schränkt den Ergebnisraum und mithin die Plausibilität der Berechnungen ein.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Ingo Schmoranz
    • 1
  1. 1.GießhüblÖsterreich

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