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Sachenrecht pp 55-65 | Cite as

Schutz des unmittelbaren Besitzes

  • Hans Josef Wieling
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Der Besitzschutz ist in den §§ 858–864 geregelt, doch ist zu beachten, daß der gesamte Abschnitt von § 854 bis § 872 nur den Besitz als Voraussetzung des Besitzschutzes regeln soll1); hier ist also nicht derjenige Besitz geregelt, der Voraussetzung eines Rechtserwerbs ist2). Der Besitzschutz der §§ 858 ff. wird possessorischer Besitzschutz genannt, weil in ihm ausschließlich die possessio, der Besitz, geschützt ist, ganz unabhängig von jedem Recht zum Besitz. Das Recht zum Besitz ist hier also völlig außer Betracht zu lassen! Am besten macht man sich diesen Besitzschutz klar, wenn man sich als den Geschützten einen Besitzer vorstellt, der keinerlei Recht zum Besitz hat, z.B. also einen Besitzer, der die Sache durch Raub, Diebstahl oder Unterschlagung erlangt hat. Ein solcher Besitzer ist nach den §§ 858 ff. in seinem Besitz grundsätzlich gegen jede Störung geschützt, mag sie auch vom Eigentümer ausgehen.

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Referenzen

  1. 1).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3332 (Mugdan 3, 502) . 2) Zu den beiden Funktionen des Besitzes vgl. oben § 3 I a. 3) Vgl. etwa Palandt-Bassenge § 858 N. 1; Eichler II 1, 244.Google Scholar
  2. 4).
    Vgl. etwa Wolff-Raiser § 17 I 4; Müller N. 132; Westermann-Gursky § 22 II; a.A. Baur § 9 I 2 a; Schwab-Prütting § 12 II. 5) Vgl. Westermann-Gursky § 22 II.Google Scholar
  3. 6).
    Vgl. Baur § 9 ILGoogle Scholar
  4. 7).
    So ausdrücklich Protokolle der 2. Kommission 3360 (Mugdan 3, 509) ; anders zu Unrecht die hM., vgl. etwa Staudinger-Bund § 859 N. 3; RGRK-Kregel § 859 N. 1.Google Scholar
  5. 8).
    Trifft der Bestohlene nach einiger Zeit den Dieb mit der Sache und will er sie ihm gewaltsam abnehmen, so hat der Dieb das Recht der Besitzwehr, seine Verteidigung ist rechtmäßig (wenn nicht § 229, erlaubte Selbsthilfe, eingreift) .Google Scholar
  6. 9).
    Der Eigentümer hat zugleich das Selbsthilferecht nach §§ 229, 1004.Google Scholar
  7. 10).
    So zutreffend Heck § 13,5.Google Scholar
  8. 11).
    Protokolle der 2. Kommission 3357 (Mugdan 3, 509) .Google Scholar
  9. 12).
    Vgl. RGRK-Kregel § 860; Westermann-Gursky § 23, 1.Google Scholar
  10. 13).
    Vgl. Soergel-Fahse § 229 N. 9; MünchenerK-vFeldmann § 229 N. 2.Google Scholar
  11. 14).
    Der Besitz kann dem Besitzer zwar tatsächliche Vorteile bringen, etwa Nutzungsmöglichkeiten; solchen Aktiva stehen aber gleich hohe Passiva in Form von Ausgleichsansprüchen des wirklich Berechtigten entgegen, so daß der Vermögenswert des reinen Besitzes gleich Null bleibt.Google Scholar
  12. 15).
    Vgl. Motive 3, 124; Westermann-Gursky § 24 II 3; Müller N. 158.Google Scholar
  13. l6) Vgl. Motive 3, 119.Google Scholar
  14. 17).
    Bei offenen, nicht eingezäunten oder sonst markierten Grundstücken, wie z.B. bei Waldgrundstücken, ist im Betreten jedoch regelmäßig keine verbotene Eigenmacht zu sehen, vgl. Planck-Brodmann § 862 N.2aa.Google Scholar
  15. 18).
    Vgl. Schwab-Prütting § 14 IV; E. Wolf § 2 D IV c 3; Eichler II 1, 265.Google Scholar
  16. 19).
    Vgl. Planck-Brodmann § 862 N. 2 a; Palandt-Bassenge § 858 N. 6.Google Scholar
  17. 20).
    Soergel-Mühl § 862 N. 5; Palandt-Bassenge § 862 N. 4.Google Scholar
  18. 21).
    RG 97, 26: Haftung des Inhabers einer Fliegerschule, wenn Schüler in geringer Höhe Grundstücke überfliegen.Google Scholar
  19. 22).
    Haftung des Verpächters einer Gastwirtschaft für Wirtshauslärm, RG 47, 163.Google Scholar
  20. 23).
    Vgl. Motive 3, 125.Google Scholar
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    Vgl. unten § 12 IV 1 a cc.Google Scholar
  22. 25).
    Vgl. RG 134, 234; Wolff-Raiser § 17 I 2 b.Google Scholar
  23. 26).
    Vgl. RG JW 10, 654; auch RG 127, 34.Google Scholar
  24. 27).
    Soergel-Mühl § 862 N. 2; Staudinger-Seufert § 862 N. 30. 28) Dolo facit, qui petit, quod statim redditurus est.Google Scholar
  25. 29).
    Der Gesetzgeber hat eine Ausschlußfrist gewählt, keine Verjährung, weil die Frist auch auf die Einreden aus §§ 861 II, 862 II angewandt werden soll, und weil eine Verjährung von Einreden zweifelhaft erschien, vgl. Motive 3, 132.Google Scholar
  26. 30).
    Anders natürlich, wenn die Störung in einer Drohung besteht.Google Scholar
  27. 31).
    Dasselbe gilt, wenn ein Rechtsvorgänger des Klägers die verbotene Eigenmacht begangen hatte, wenn im Beispiel etwa X die Sache dem E entzogen hatte und X von B beerbt wurde, oder wenn X die Sache auf den bösgläubigen B überträgt.Google Scholar
  28. 32).
    Es genügt auch ein Leistungsurteil.Google Scholar
  29. 33).
    § 864 II ist entsprechend anzuwenden auf ein vorläufig vollstreckbares Urteil und auf eine einstweilige Verfügung.Google Scholar
  30. 34).
    Zum Mitbesitz vgl. oben § 4 I 2 b.Google Scholar
  31. 35).
    Den gleichen Anspruch gibt § 1005 dem Eigentümer der beweglichen Sache.Google Scholar
  32. 36).
    Vgl. oben § 3 II a.Google Scholar
  33. 37).
    Vgl. Wieling, Festgabe für vLübtow (1980) 580 f. mit Lit.; vgl. weiter Planck-Brodmann § 858 N. 2; Soergel-Mühl 15 vor § 854; BGH JZ 79, 404; BGH NJW 81, 866. 38) Vgl. oben § 3 II b.Google Scholar
  34. 39).
    Vgl. oben IV 1 b.Google Scholar
  35. 40).
    Vgl. oben § 3 II a.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Hans Josef Wieling
    • 1
  1. 1.Fachbereich RechtswissenschaftUniversität TrierTrierDeutschland

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