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Sachenrecht pp 282-296 | Cite as

Rang der Grundstücksrechte

  • Hans Josef Wieling
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Im Wirtschaftsleben spielen die Fragen des Ranges dinglicher Rechte insbesondere im Rahmen der Kreditsicherheiten eine erhebliche Rolle1) Der Grundeigentümer ist nicht gehindert, sein Grundstück mehrfach mit Hypotheken oder Grundschulden zu belasten. Kommt es zur Zwangsversteigerung und reicht der Erlös nicht zur Befriedigung aller Grundpfandgläubiger aus, so stellt sich rechtspolitisch die Frage, in welchem Verhältnis die Gläubiger zu befriedigen seien. Es könnte etwa eine Berücksichtigung nach Kopfteilen erfolgen oder nach dem Verhältnis des Wertes der einzelnen Rechte zueinander. Solche Modelle würden es jedoch dem Grundeigentümer gestatten, durch eine Vielzahl gewährter Sicherheiten deren Wert praktisch aufzuheben. Das ginge zu Lasten der Verkehrssicherheit und derjenigen, denen zuerst ein Grundpfandrecht eingeräumt wird2); ein schutzwürdiges Interesse an solchen Gestaltungsmöglichkeiten ist nicht zu erkennen. Deshalb hat sich die Rechtsordnung dafür entschieden, demjenigen eine Vorrangstellung einzuräumen, der zeitlich vor den anderen ein Grundstücksrecht erwirbt: Prioritätsprinzip, prior tempore potior iure3).

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Referenzen

  1. 1).
    Vgl. unten § 26 I 4; zur Bedeutung des Rangs im Grundstücksrechts auch Weirich, Jura 83, 337 ff.Google Scholar
  2. 2).
    Vgl. Baur§ 17 A I 1.Google Scholar
  3. 3).
    So entschied im Jahr 213 n. Chr. der Kaiser Antoninus Caracalla aufgrund einer bereits damals uralten Regel in einem Streit eines Privatmannes mit dem Fiskus, und zwar zugunsten des Privaten, C 8, 17, 3; vgl. auch Wacke, Wer zuerst kommt, mahlt zuerst, JA 81, 94.Google Scholar
  4. 4).
    Vgl. oben § 15 IV.Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. Motive 3, 225.Google Scholar
  6. 6).
    Vgl. unten § 22 I 2.Google Scholar
  7. 7).
    Planck-Strecker § 879 N. 7 d; Wolff-Raiser § 41 VI.Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3462 (Mugdan 3, 550) .Google Scholar
  9. 9).
    Vgl. oben § 19 II 5 a.Google Scholar
  10. 10).
    Vgl. oben § 19 I 3 d, e, g.Google Scholar
  11. 11).
    Vgl. Motive 3, 225 ff.; Protokolle der 2. Kommission 3458 (Mugdan 3, 549) .Google Scholar
  12. 12).
    Vgl. Motive 3, 225 f.Google Scholar
  13. 13).
    Vgl. dazu unten c.Google Scholar
  14. 14).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3458 (Mugdan 3, 549) .Google Scholar
  15. 15).
    KGJ41 (1912) , 223 f.Google Scholar
  16. 16).
    Die Vormerkung wird nur halbspaltig eingetragen, § 19 I GBVerf.Google Scholar
  17. 17).
    Bei der Eintragung der Hypothek des A hätte entsprechend § 45 GBO vermerkt werden müssen, daß die Hypothek des A der des B im Range nachgeht.Google Scholar
  18. 18).
    So in der Tat Planck-Strecker § 879 N. 1; RG HRR 1935 Nr. 1016; E. Wolf § 10 C III b; Westermann-Eickmann II § 97 II 2.Google Scholar
  19. 19).
    So das Kammergericht, ferner etwa Wolff-Raiser § 41 I 1; Westermann § 81 II 2; Baur § 17 B I 4 a; MünchenerK-Wacke § 879 N. 15 ff., 19.Google Scholar
  20. 20).
    MünchenerK-Wacke § 879 N. 18.Google Scholar
  21. 21).
    A.A. Erman-Hagen § 879 N. 8.Google Scholar
  22. 22).
    Motive 3, 226.Google Scholar
  23. 23).
    So z.B. Wolff-Raiser § 41 12; Baur § 17 B I 4 b; Müller N. 1238.Google Scholar
  24. 24).
    Vgl. etwa Heck, Exkurs 4 S. 496 ff.; Westermann-Eickmann II § 97 II 3; Erman-Hagen § 879 N. 9; MünchenerK-Wacke § 879 N. 23; Gursky Fall 2 I.Google Scholar
  25. 25).
    Vgl. Westermann-Eickmann II § 97 II 3; der relative Rang dinglicher Rechte kann auch auf andere Weise entstehen, etwa durch gutgläubigen Erwerb des Vorrangs oder durch Rangprivilegien. Beispiel: A hat eine erstrangige Hypothek, B eine zweitrangige; die Hypothek des A wird zu Unrecht gelöscht und besteht weiter; erwirbt nun C eine Hypothek im guten Glauben daran, daß die des A nicht besteht, so erwirbt er den Vorrang vor A, kommt aber hinter B. A geht also dem B vor, B dem C, aber C hat wiederum den Vorrang vor A. Ein solcher relativer Rang kann auch bei beweglichen Sachen vorkommen.Google Scholar
  26. 26).
    Vgl. auch Gursky Fall 2 I.Google Scholar
  27. 27).
    Vgl. etwa Palandt-Bassenge § 879 N. 9; MünchenerK-Wacke § 879 N. 23.Google Scholar
  28. 28).
    Vgl. z.B. Planck-Strecker § 879 N. 2; Palandt-Bassenge § 879 N. 9.Google Scholar
  29. 29).
    Vgl. etwa Planck-Strecker § 879 N. 7 e; Palandt-Bassenge § 879 N. 2; Wolff-Raiser § 41 IV; Erman-Hagen § 879 N. 14.Google Scholar
  30. 30).
    Ähnliche Regelungen finden sich in § 1075 I sowie in § 848 II 2 ZPO.Google Scholar
  31. 31.
    ausgenommen ist eine von K bestellte Restkaufpreishypothek, die der Sicherungshypothek des G vorgeht, vgl. Wieling I § 16 II 4 a bb.Google Scholar
  32. 32).
    Wolff-Raiser § 41 IV Fn. 15; Erman-Hagen § 879 N. 14.Google Scholar
  33. 33).
    Vgl. etwa MünchenerK-Wacke § 879 N. 9; Erman-Hagen § 879 N. 18.Google Scholar
  34. 34).
    Gemäß § 18 GBVerf ist der Rangvermerk bei beiden Rechten einzutragen. Materiellrechtlich reicht aber auch ein Vorrangvermerk bei A oder ein Nachrangvermerk bei B, vgl. Westermann-Eickmann II § 97 III 2 b.Google Scholar
  35. 35).
    Vgl. Wolff-Raiser § 41 III; Baur § 17 B II 2; Schwab-Prütting § 17 II.Google Scholar
  36. 36).
    A kann aus dem schuldrechtlichen Hypothekenbestellungsvertrag diese Abtretung von E verlangen.Google Scholar
  37. 37).
    Vgl. Müller N. 1244 f.Google Scholar
  38. 38).
    Würde trotzdem B mit einem Vermerk des Vorrangs vor A eingetragen, so wäre das Grundbuch falsch.Google Scholar
  39. 39).
    Vgl. RG 157, 24 ff.Google Scholar
  40. 40).
    Vgl. Wolff-Raiser § 42 I 1; MünchenerK-Wacke § 880 N. 7.Google Scholar
  41. 41).
    Vgl. Planck-Strecker § 880 N. II 3 f ß: Wolff-Raiser § 42 I 2; MünchenerK-Wacke § 880 N. 9.Google Scholar
  42. 42).
    Vgl. Planck-Strecker § 880 N. II 4 a und b pr.; MünchenerK-Wacke § 880 N. 20. 43) Vgl. § 26 III aGoogle Scholar
  43. 44).
    Vgl. oben § 20 I 5 b bb.Google Scholar
  44. 45).
    Sonoch E 1 §841.Google Scholar
  45. 46).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3472 ff. (Mugdan 3, 552 f.) .Google Scholar
  46. 47).
    Vgl. Planck-Strecker § 880 N. II 4 a.Google Scholar
  47. 48).
    Vgl. Planck-Strecker § 880 N. II 4 a. 49) Vgl. Wolff-Raiser § 42 II 2 Fn. 20.Google Scholar
  48. 50).
    Vgl. unten § 26 I 4.Google Scholar
  49. 5.
    5l) Vgl. das Muster im Anhang S. 8 lfd. Nr. 3 der Eintragungen. 52) Vgl. Wolff-Raiser § 43 Fn. 4; MünchenerK-Wacke § 881 N. 8. 53) Vgl. etwa Baur § 17 C II 5; Palandt-Bassenge § 881 N. 9.Google Scholar
  50. 54).
    So z.B. Erman-Hagen § 881 N. 1; Planck-Strecker § 881 N. 6. 55) Vgl. das amtliche Muster im Anhang S. 8 lfd. Nr. 4 der Eintragungen. 56) Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3482 ff. (Mugdan 3, 555 f.) . 57) Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3482 a.a.O.Google Scholar
  51. 58).
    Baur§ 17 CII 5. 59) Westermann-Eickmann § 99 II 3. 60) Vgl. auch oben § 15 IV. 61) Vgl. unten § 30, 1 a. 62) Vgl. dazu Heck § 24, 4 ff. 63) Vgl. dazu oben § 20 I 5 b.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Hans Josef Wieling
    • 1
  1. 1.Fachbereich RechtswissenschaftUniversität TrierTrierDeutschland

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