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Sachenrecht pp 127-155 | Cite as

Originärer Eigentumserwerb

  • Hans Josef Wieling
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Die Ersitzung dient der Sicherheit des Rechtsverkehrs, sie war im römischen und gemeinen Recht von großer Wichtigkeit; heute jedoch spielt sie nur noch eine relativ bescheidene Rolle, da ein sofortiger gutgläubiger Erwerb gemäß den §§ 932 ff. möglich ist. Eine Ersitzung kommt z.B. in Betracht, wenn gutgläubiger Erwerb wegen § 935 nicht möglich ist oder wegen Unwirksamkeit der dinglichen Einigung (Erwerb vom Geschäftsunfähigen) oder wegen völligen Fehlens einer Übereignung (Erbe hält eine geliehene Sache für eine Nachlaßsache) .

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Referenzen

  1. 1).
    Ein im Schiffsregister eingetragenes Schiff kann nach 10 Jahren Eigenbesitz ersessen werden, wenn der Eigenbesitzer eingetragen ist, § 5 SchiffRG.Google Scholar
  2. 2).
    Zur „öffentlich-rechtlichen Dienstbarkeit’4 an öffentlichen Sachen vgl. unten 3 b a.E.Google Scholar
  3. 3).
    Daher kann ein Sparbuch nicht ersessen werden, da das Eigentum am Papier immer dem Inhaber der Forderung zusteht und diese nicht ersessen werden kann.Google Scholar
  4. 4).
    Etwa: Der bösgläubige Besitzer schließt mit einem Dritten, den er ohne grobe Fahrlässigkeit für den Eigentümer hält, einen Veräußerungsvertrag ab.Google Scholar
  5. 5).
    Vgl. etwa Wolff-Raiser § 71 IV; Baur § 53 h HI 2.Google Scholar
  6. 6).
    Ebenso z.B. Heck § 61, 5 f.; Schwab-Prütting § 36 VI; Erman-Hefermehl § 937 N. 6; M. Wolf N. 481.Google Scholar
  7. 7).
    Vgl. Heck § 61, 5; Schwab-Prütting § 36 VI; Planck-Brodmann § 937 N. 3; Erman-Hefermehl § 937 N. 6.Google Scholar
  8. 8).
    Vgl. dazu oben § 2 II 3 b Fn. 17; anders zu Unrecht VG Köln NJW 91, 2586. 9) Ebenso Wolff-Raiser § 71 Fn. 2; Erman-Hefermehl § 937 N. 2; RGRK-Pikart § 937 N. 4; Staudinger-Wiegand § 937 N. 13.Google Scholar
  9. 10).
    Bei einer Verbindung zu unwesentlichen Bestandteilen ändert sich an der dinglichen Rechtslage nichts.Google Scholar
  10. 11).
    Vgl. Motive 3, 359; hM., vgl. Wolff-Raiser § 72 II 1; Baur § 53 a II 2 b.Google Scholar
  11. 12).
    Werden etwa 99 Bretter des A und 1 Brett des B zu einer Sache zusammengefügt, so sind die 99 Bretter des A nicht die Hauptsache.Google Scholar
  12. 13).
    Etwa: Weizen: BGH 14, 114; Schweine: RG 140, 159 f.; Geld: RG WarnRspr. 11 (1918) Nr. 117.Google Scholar
  13. 14).
    Wein: OLG Colmar LZ 14, 92 f.Google Scholar
  14. 15).
    Vgl. etwa Heck § 62, 3; Jauernig § 948 N. 2.Google Scholar
  15. 16).
    Beispiel: Hefe wird in einen Teig gemengt, Zucker in den Wein usw.Google Scholar
  16. 17).
    Getreide verschiedener Eigentümer wird vermengt.Google Scholar
  17. 18).
    Im gleichen Sinne AlternK-Reich § 948 N. 2; MünchenerK-Quack § 948 N. 5.Google Scholar
  18. l9).
    Eïne vom Menschen gesteuerte Verarbeitung liegt etwa vor, wenn jemand fremde Hühnereier ausbrüten läßt, von einem eigenen oder einem fremden Huhn.Google Scholar
  19. 20).
    So etwa Wolff-Raiser § 73 I; Westermann-Gursky § 53 II 3; Baur § 53 b II 1 b. Ablehnend zu Recht etwa Heck § 62, 5 a.Google Scholar
  20. 21).
    Vgl. etwa Eichler II 1, 67; M. Wolf N. 443; Lange § 7 III 2; Baur § 53 b II 1 a; RG 138, 50; OGH NJW 50, 542.Google Scholar
  21. 22).
    J. vGierke § 35 III 1; Baur § 53 b II 1 b; Erman-Hefermehl § 950 N. 2; BGH NJW 78, 697 f.Google Scholar
  22. 23).
    Palandt-Bassenge § 950 N. 3.Google Scholar
  23. 24).
    Vgl. etwa Eichler II 1,67.Google Scholar
  24. 25).
    BGH 55, 178; RGRK-Pikart § 950 N. 13.Google Scholar
  25. 26).
    So auch Heck § 62, 5 a; Otte, JuS 70, 159.Google Scholar
  26. 27).
    So zutreffend AG Kamenz, Neue Justiz 48, 83 mit Besprechung von Gähler, S. 155 ff.Google Scholar
  27. 28).
    So zutreffend MünchenerK-Quack § 950 N. 34; RGRK-Pikart § 950 N. 5.Google Scholar
  28. 29).
    Beispiel aus den Protokollen der 2. Kommission 3766 (Mugdan 3, 645) .Google Scholar
  29. 30).
    Sind die Stoffe mehrerer Eigentümer verarbeitet, so sind alle Stoffwerte zu addieren.Google Scholar
  30. 31).
    Daß dies nicht der Fall sei, wird vermutet.Google Scholar
  31. 32).
    JZ 72, 165.Google Scholar
  32. 33).
    So etwa Flume, NJW 50, 843 f.; Baur § 53 b I 3; Soergel-Mühl § 950 N. 3.Google Scholar
  33. 34).
    HM., vgl. etwa BGH JZ 72, 166; E. Wolf § 4 G III f; M. Wolf N. 447; Staudinger-Wiegand § 950 N. 30; Medicus N. 516; Palandt-Bassenge § 950 N. 4.Google Scholar
  34. 35).
    Bejahend etwa BGH 20, 163 f.; Schwab-Prütting § 38 III 2; Schapp § 13 II c.Google Scholar
  35. 36).
    So zu Recht etwa E. Wolf § 4 G III f.; M. Wolf N. 447; Medicus N. 519; Jauernig § 950 N. 3 d; Westermann-Gursky § 53 III 2 e; Erman-Hefermehl § 950 N. 7; Staudinger-Wiegand § 950 N. 30, 32.Google Scholar
  36. 37).
    Planck-Brodmann § 950 N. 1 c; E. Wolf § 4 G III f.Google Scholar
  37. 38).
    MünchenerK-Quack § 950 N. 30; Staudinger-Wiegand § 950 N. 32.Google Scholar
  38. 39).
    Vgl. z.B. Eichler II 1, 72; Baur § 53 b III 2; Jauernig § 950 N. 3 d.Google Scholar
  39. 40).
    Vgl. dazu oben § 9 VII 4 b.Google Scholar
  40. 41).
    Vgl. etwa Wolff-Raiser § 74 I 5; Westerrnann-Gursky § 54, 4 a. 42) Koppensteiner-Kramer 173 f.; Honsell-Wieling Fall 10 II 2 b; unten § 12 V 3 b aa. 43) Zu diesem Prinzip vgl. die bereicherungsrechtliche Literatur, etwa Koppensteiner-Kramer 104 ff.; Honsell-Wieling Fall 16 I 3 a bei Fn. 2; Reuter-Martinek § 4 I 3, 10 II. 44) Vgl. unten § 12 V.Google Scholar
  41. 45).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 8820 (Mugdan 3, 648) .Google Scholar
  42. 46).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 8820 (Mugdan 3, 648) .Google Scholar
  43. 47).
    Hat etwa der Grundstückseigentümer G beim Bau seines Hauses Türen eingebaut, welche dem E gehörten, so ist G gemäß §§ 946, 94 II zwar Eigentümer der Türen geworden, E hat jedoch gemäß § 951 II 2 ein Wegnahme- und Aneignungsrecht.Google Scholar
  44. 48).
    Vgl. Wieling, JZ 85, 515 f.Google Scholar
  45. 49).
    Vgl. unten IV 1 b; zustimmend MünchenerK-Quack § 951 N. 26.Google Scholar
  46. 50).
    Vgl. dazu Wieling, JZ 85, 515 ff.Google Scholar
  47. 51).
    Vgl. oben § 2 V 1 a.Google Scholar
  48. 52).
    Ausnahmsweise ist eine Pfändung und Versteigerung ungetrennter Bodenfrüchte möglich, §§ 810, 824 ZPO. Ferner ist an wesentlichen Bestandteilen ein Aneignungsrecht möglich, vgl. oben II 5 c.Google Scholar
  49. 53).
    Das gilt auch für andere Rechte an der Muttersache, vgl. etwa §§ 1120, 1212.Google Scholar
  50. 54).
    Zum Begriff der Erzeugnisse vgl. oben § 2 V 1 a.Google Scholar
  51. 55).
    Eine Ausnahme gilt nach § 955 III dann, wenn der Besitz des Gutgläubigen vorübergehend i.S.v. § 940 II unterbrochen ist, vgl. dazu oben I 1 c bb.Google Scholar
  52. 56).
    Vgl. Motive 3, 366.Google Scholar
  53. 57).
    Vgl. RGRK-Pikart § 956 N. 21; Erman-Hefermehl § 956 N. 5.Google Scholar
  54. 58).
    Vgl. Wolff-Raiser § 77 IV Fn. 29; Erman-Hefermehl § 956 N. 5; E. Wolf § 4 J III c 3 hh; Staudinger-Gursky § 956 N. 14 f.Google Scholar
  55. 59).
    So etwa RG 78, 36; Heck § 63, 5; Planck-Brodmann § 956 N. 2; RGRK-Pikart § 956 N. 1; Palandt-Bassenge § 956 N. 1; E. Wolf § 4 J III c 3 bb.Google Scholar
  56. 60).
    Wird die Muttersache dem Berechtigten übergeben, so liegt spätestens darin die Übereignungsofferte.Google Scholar
  57. 61).
    Vgl. dazu oben § 9 I 1 b; zur Verfügungsberechtigung oben pr. a.E.Google Scholar
  58. 62).
    Vel. oben S 9 I 2 a.Google Scholar
  59. 63).
    Vgl. etwa Schwab-Prütting § 41 V 3; Westermann-Gursky I § 57 III 2 b mit Lit.Google Scholar
  60. 64).
    Planck-Brodmann § 956 N. 2; Medicus, JuS 67, 392; Denck, JZ 81, 333; O. vGierke II § 137 Fn. 29.Google Scholar
  61. 65).
    So z.B. Baur § 53 e V 2 c bb; Wolff-Raiser § 77 IV 4; Soergel-Mühl § 956 N. 3.Google Scholar
  62. 66).
    So die hM., z.B. Staudinger-Gursky § 957 N. 3; Baur § 53 e VI lb; Wolff-Raiser § 77 IV 5 b.Google Scholar
  63. 67).
    Ein Witzbold ruft einem Wanderer im Weinberg zu: „Pflücken Sie sich Trauben, soviel Sie wollen“.Google Scholar
  64. 68).
    So die Kurzformel von M. Wolff (1923) § 821 pr., die von der hM. zu Recht übernommen wurde.Google Scholar
  65. 69).
    Anders zu Unrecht BGH 101, 186, zutreffend Gursky, JZ 91, 497 mit Lit.Google Scholar
  66. 70).
    Vgl. Protokolle der 2. Kommission 3801 (Mugdan 3, 657) .Google Scholar
  67. 71).
    Vgl. OLG Hamm NJW 79, 725 und Gottwald, JuS 79, 247 ff.Google Scholar
  68. 72).
    Es muß sich nicht um einen speziellen Auftrag zum Suchen verlorener Sachen handeln, eine entsprechende Verpflichtung kann sich auch als Nebenpflicht aus dem Dienstverhältnis ergeben.Google Scholar
  69. 73).
    Vgl. Planck-Brodmann § 965 N. 1 b; Eichler II 1, 58; Wolff-Raiser § 82 II; Baur § 53 g 112.Google Scholar
  70. 74).
    So etwa, wenn ein Handwerksgeselle zur Reparatur in einen Haushalt gesandt wird und dabei auf der Straße eine Geldbörse findet.Google Scholar
  71. 75).
    D.h. beim Fund einer Sache von einem Wert nicht über 10 DM, vgl. § 965 II 2.Google Scholar
  72. 76).
    Daneben ist auch der Besitzdiener als empfangsberechtigt anzusehen. Der Finder, der weiß, daß der Verlierer nur Besitzdiener ist, wird durch Herausgabe an ihn frei, vgl. Protokolle der 2. Kommission 3804 f. (Mugdan 3, 657 f.) .Google Scholar
  73. 77).
    Vgl. dazu die Angaben bei Palandt-Bassenge 2 vor § 965; Staudinger-Gursky § 965 N. 15.Google Scholar
  74. 78).
    Er vermittelt dem Berechtigten den Besitz.Google Scholar
  75. 79).
    Dieser Anspruch steht nur dem Finder zu, nicht der zuständigen Behörde, an welche die Sache abgeliefert wurde; ihr steht eventuell eine öffentlich-rechtliche Gebühr zu, vgl. Staudinger-Gursky § 970 N. 2.Google Scholar
  76. 80).
    Etwa in einem Arbeitsamt, in einer Schule, Universität, in einem öffentlichen Museum, Schwimmbad, Krankenhaus, in einer öffentlichen Bibliothek.Google Scholar
  77. 81).
    Binder ist insoweit auch, wer die Behörde oder Verkehrsanstalt auf die verlorene Sache hinweist, statt sie an sich zu nehmen und abzuliefern, vgl. Staudinger-Gursky § 978 N. 4.Google Scholar
  78. 82).
    Vgl. OLG Jena SeuffA 47 Nr. 187; Motive 3, 390.Google Scholar
  79. 83).
    BGH JZ 88, 665 ff.; Hedemann § 28 III b; Baur § 53 g VI; Staudinger-Gursky § 984 N. 2.Google Scholar
  80. 84).
    Anders mag es sein, wenn der Schatz nur durch besondere Aufmerksamkeit des Unternehmers oder des Arbeiters gefunden wurde, der Schatz also bei Durchführung der Arbeiten auch hätte unentdeckt bleiben können. Findet z.B. ein Knecht beim Pflügen einen Ring, so ist er selbst Entdecker, vgl. Westermann-Gursky § 60, 2.Google Scholar
  81. 85).
    Vgl. z.B. Wolff-Raiser § 83 III 1 b; Erman-Hefermehl § 984 N. 5; Staudinger-Gursky § 984 N. 2.Google Scholar
  82. 86).
    Vgl. dazu Oebbecke, Das Recht der Bodendenkmalpflege in der Bundesrepublik Deutschland, DVB1 83, 384 ff.; Staudinger-Kriegbaum Art. 73 EGBGB N. 32 ff.Google Scholar
  83. 87).
    Vgl. etwa nds. DSchG § 14; nw. DSchG §§ 15 f.; rhpf. DSchG §§ 16 ff.; bw. DSchG § 20; bayr. DSchG Art. 8, 18 ff.; hess. DSchG § 24; schl.-h. DSchG § 16. Ähnlich auch §§ 12 f. des DPflG der ehem. DDR vom 19.6.1975 (in der Fassung vom 3.7.1980) , welches die neuen Bundesländer übernommen haben.Google Scholar
  84. 88).
    Vgl. dazu BVerwG 21, 191 ff.Google Scholar
  85. 89).
    Vgl. rhpf. DSchG § 19a; bw. DSchG § 23; nds. DSchG § 18; berl. DSchG § 5; brem. DSchG § 19; hbg. DSchG § 18. Zur Verfassungsmäßigkeit solcher Gesetze vgl. BVerfG NJW 88, 2593 f.; dagegen Schroeder, Grundgesetz und Schatzregal, JZ 89, 676 ff.Google Scholar
  86. 90).
    AA. Staudinger-Kriegbaum Art 73 EGBGB N. 9.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Hans Josef Wieling
    • 1
  1. 1.Fachbereich RechtswissenschaftUniversität TrierTrierDeutschland

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