Advertisement

Ansätze zur Bestimmung der Marktstruktur

  • Susanne Wied-Nebbeling
Chapter
  • 303 Downloads
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Abgesehen davon, dass jeder Markt eine dynamische Entwicklung aufweist, die mit der Experimentierphase beginnt und in allen weiteren Phasen mit Eintritten und Austritten einhergeht, bilden sich bis zur Ausreifungsphase je nach Branche durchaus unterschiedliche Marktstrukturen heraus.1 Dabei weisen einige Märkte eine eher große, andere dagegen eine kleine Anzahl von Anbietern auf. Manche Branche wird von einer Gruppe etwa gleich großer Produzenten dominiert, andere wiederum von einer einzigen Firma, also einem Teilmonopolisten. Es muss also Bestimmungsgründe geben, welche zu unterschiedlichen Marktstrukturen führen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 1.
    Beispiele wurden in Abschnitt I.2.3 genannt.Google Scholar
  2. 2.
    Hierbei spricht man von Gibrat’s Gesetz; siehe z. B. Hay/Morris (1991), S. 537 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Zu den Elementen der Marktstruktur siehe Kapitel I.2.Google Scholar
  4. 4.
    Die Theorie der contestable markets stammt von Baumol/Panzar/Willig (1982). Für einen Überblick siehe z. B. Baumol (1982), Fehl (1985), Fehl/Schreiter (1993); für die Eignung als wettbewerbstheoretisches Leitbild z. B. Wieandt/Wiese (1993).Google Scholar
  5. 5.
    Ein Markt ist angreifbar, wenn die Marktkonfiguration zulässig und tragfähig ist. Dies bedeutet, dass die etablierten Anbieter bei Befriedigung der Marktnachfrage ihre Kosten decken können und dass es dann keine Gewinnchance für einen potenziellen Anbieter gibt.Google Scholar
  6. 6.
    Hierbei stellt sich allerdings die Frage, welche der drei etablierten Firmen den Markt verlassen muss.Google Scholar
  7. 7.
    Dies gilt nur für eine tragfähige Marktkonfiguration. Ein Beispiel für eine nicht tragfähige Marktkonfiguration ist ein natürliches Monopol mit wieder ansteigenden Durchschnittskosten (vgl. Abschnitt II.1.4). 8 Damit werden die in der Realität wichtigen Lemeffekte ausgeblendet, die sich in dynamischen Skalenerträgen niederschlagen (siehe zu dynamischen Skalenerträgen: Buhr/Christiaans, 2002). Auch Patente bleiben außer Betracht.Google Scholar
  8. 9.
    Siehe hierzu den interessanten Vergleich in Cabrai (2000, S. 241 f.) zwischen Konzentrationsraten in Frankreich und Deutschland einerseits sowie Frankreich und Belgien andererseits. Während sich die Konzentrationsraten für unterschiedliche Branchen in Frankreich und Deutschland stark ähneln, ist die Konzentration im kleinen Belgien weit höher.Google Scholar
  9. 10.
    Siehe z. B. Blum/Mönius (1998), die jedoch eine andere Nachfragefunktion verwenden.Google Scholar
  10. 11.
    Alternativ könnte angenommen werden, dass in der ersten Periode eine entsprechende Kapazität aufgebaut wird und in der zweiten Bertrand-Wettbewerb herrscht, der zur Auslastung der errichteten Kapazitäten führt. 12 Für eine Darstellung mit quadratischer Kostenfunktion siehe Martin (2001), S. 107 ff.Google Scholar
  11. 13.
    Vgl. Neumann (2000), S. 70 f.Google Scholar
  12. 14.
    Siehe hierzu von Weizsäcker (1980), S. 50 ff.Google Scholar
  13. 15.
    Die Abbildung ist an Hay/Morris (1991), S. 551 angelehnt.Google Scholar
  14. 16.
    Bei homogenen Gütern kann sich eine asymmetrische Anbieterstruktur auch dann einstellen, wenn die Produzenten mit unterschiedlichen Kosten produzieren, weil kostengünstigere Produzenten bei Cournot-Wettbewerb einen größeren Marktanteil aufweisen als die teurer produzierenden (vgl. Abschnitt IV.2.1.3; für eine Darstellung der resultierenden Marktstruktur siehe Hay/Morris 1991, S. 533 ff.). Kurzfri-(Forts. nächste Seite) stig treten Kostenunterschiede immer wieder auf, doch werden bei freiem Marktzutritt ineffiziente Anbieter vom Markt verdrängt. Daher werden wir diesen Fall hier nicht betrachten.Google Scholar
  15. 17.
    Siehe auch Tirole (1989), S. 282 ff.Google Scholar
  16. 18.
    Zur Relevanz dieser Annahme siehe Abschnitt IV.3.1.Google Scholar
  17. 19.
    Deshalb wurde das Modell auch nicht in Kapitel V.1 behandelt, in dem es um die Frage ging, welcher Grad von Differenzierung gewählt wird.Google Scholar
  18. 20.
    Das Vorgehen entspricht dem Modell der monopolistischen Konkurrenz von Chamberlin (vgl. Kapitel III.2). Salop (1979) nannte seinen Beitrag daher ‘Monopolistic Competition with Outside Goods’, wobei die ‘Outside Goods’, d. h. Güter, die alternativ gekauft werden können, in der hier gewählten einfachen Version keine Rolle spielen.Google Scholar
  19. 21.
    Trotz der preisunelastischen Gesamtnachfrage handelt es sich wie beim Straßenmodell bei gegebenem Preis der Konkurrenten um eine negativ geneigte Nachfragekurve, wie sie für heterogene Produkte charakteristisch ist.Google Scholar
  20. 22.
    Gleichung (VI 1.3) zeigt, dass der Preiswettbewerb im Kreismodell stärker ausgeprägt ist als beim Straßenmodell. Dort beläuft sich der Gleichgewichtspreis im Dyopol auf pB = c + t, was im Kreis nur im Monopolfall zu erreichen ist. Dies liegt daran, dass bei der identischen Marktstrecke von 1 und maximaler Differenzierung der Abstand zwischen zwei Produzenten auf der Straße 1 beträgt, auf dem Kreis dagegen nur ½.Google Scholar
  21. 23.
    Den Zusammenhang zwischen p, t und S kann man sich folgendermaßen verdeutlichen: Je höher S, um so steiler verläuft die Durchschnittskostenkurve; je höher t, um so steiler verläuft die individuelle Preis-Absatzfunktion. Da bei G = 0 die Durchschnittskostenkurve die PAF gerade tangiert, liegt dieser Tangentialpunkt (und damit p) um so höher, je steiler beide Kurven verlaufen.Google Scholar
  22. 24.
    Bei 2, 4, 8, 16 usw. Anbietern ist der Kreis jeweils symmetrisch besetzt.Google Scholar
  23. 25.
    Dazu muss n* eine Zahl sein, bei welcher der Kreis symmetrisch besetzt ist, weil dann ein weiterer Anbieter einen geringeren Gewinn erzielt als die Etablierten.Google Scholar
  24. 26.
    Das Modell stammt von Schmalensee (1982a); siehe auch Scherer/Ross (1990), S. 586 ff. und Waldman/Jensen (1998), S. 325 ff.Google Scholar
  25. 27.
    Je nachdem, wie hoch die Konsumentenrente und der Risiko-Kosten-Faktor sind, kann auch ein Preis größer als null (aber kleiner als p1 e) ausreichen, um alle Kunden des Etablierten zu gewinnen. Es kann jedoch auch ein negativer Ordinatenabschnitt vorkommen, d. h. der Zweite müsste den Kunden des Etablierten noch etwas bezahlen, damit sie sein Produkt probieren.Google Scholar
  26. 28.
    Für einen Überblick siehe das Symposium über Netzwerkextemalitäten im Journal of Economic Perspectives vom Frühjahr 1994, die Spezialausgabe des International Journal of Industrial Organization vom Oktober 1996 und das Lehrbuch von Shy (2001 a).Google Scholar
  27. 29.
    So tritt bei Auslandsreisen häufig das Problem auf, dass die Stecker von Elektroartikeln nicht in die dort üblichen Steckdosen passen und die Stromspannung abweicht.Google Scholar
  28. 30.
    Auch hierfür lassen sich leicht Beispiele finden: Der Wechsel auf ein neues Betriebssystem verursacht Kosten, weil man sich einarbeiten muss und eventuell andere Software benötigt. Die Ablösung (Forts. nächste Seite) von LP-Spielern durch CD-Player verursachte Kosten für die Anschaffung eines neuen Geräts und für CDs.Google Scholar
  29. 31.
    Vgl. Shy (2000), S. 256 ff. Für eine andere Möglichkeit der Darstellung siehe Economides (1996), S. 681 f.Google Scholar
  30. 32.
    Siehe hierzu Shy (2000), S. 259 ff. Allerdings spielt die historische Entwicklung eine große Rolle (man spricht daher auch von path dependence). Shy (2001 a), S. 280 f. führt als Beispiel den Links- und den Rechtsverkehr an. Bei dem heutigen Verkehrsaufkommen wäre es mit enormen Kosten verbunden, wenn ein Land diesen historisch gewachsenen Standard ändern würde.Google Scholar
  31. 33.
    Siehe hierzu die modelltheoretische Analyse in Pfähler/Wiese (1998), S. 285 ff.Google Scholar
  32. 37.
    Er könnte seinen Preis sogar noch auf 83,33 erhöhen, ohne einen einzigen weiteren Kunden an den Zweiten zu verlieren, denn dieser Preis gehört zu der Menge von 41,67 auf der Nachfragekurve N. Selbst bei einer solchen Preiserhöhung kann der Zweite ihm mit einem Preis von 62,5 nicht gefährlich werden, da dieser Preis oberhalb von Nτ liegt. Für Kunden, die nur das Produkt des Anbieters 1 kennen, gilt hinsichtlich des Anbieters 2 nach wie vor diese Nachfragekurve.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004

Authors and Affiliations

  • Susanne Wied-Nebbeling
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

Personalised recommendations