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Oligopole 2: Weitere Strategien im Wettbewerb

  • Susanne Wied-Nebbeling
Chapter
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Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

In den bislang behandelten Modellen der monopolistischen Konkurrenz und des heterogenen Oligopols wurde unterstellt, dass sich die Produkte der Anbieter unterscheiden. Dies äußerte sich höchst indirekt durch eine negativ geneigte Preis-Absatzfunktion, in der sich die Präferenzen der Abnehmer niederschlagen. Die einzige strategische Variable der Anbieter war jedoch der Preis; das Ausmaß der Produktdifferenzierung wurde nicht von den Anbietern bestimmt, sondern war exogen vorgegeben. Dagegen wird die Produktdifferenzierung in den folgenden Abschnitten als eine eigenständige strategische Variable aufgefasst, d. h. die Finnen entscheiden sich, eine bestimmte Produktvariante herzustellen.

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Referenzen

  1. 1.
    Für allgemeinere Darstellungen siehe z. B. Pfähler/Wiese (1998), S. 235 ff. oder Shy (2000), S. 149 ff.Google Scholar
  2. 2.
    Allgemeinere Ableitungen des Modells beziehen bereits die Möglichkeit ein, eine andere Position zu wählen und sind daher entsprechend komplizierter. Siehe z. B. Martin (1993), S. 263 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Für eine grafische Herleitung siehe Cabrai (2000), S. 213.Google Scholar
  4. 4.
    Allerdings lassen sich auch mit Produktdifferenzierung nur dann positive Gewinne erzielen, wenn der Eintritt beschränkt ist. Bei freiem Marktzutritt würden mit neuen Produktvarianten so lange weitere Eintritte erfolgen, welche die Nutzeneinbuße und damit den Preis verringern, bis nur noch Nullgewinne erzielt werden (vgl. Kapitel VI 1.3).Google Scholar
  5. 5.
    Jedenfalls dann, wenn die Nachfrager gleichmäßig verteilt sind. Bei einer Ballung im Zentrum, die der Realität wohl besser entspricht, ist die Existenz eines Gleichgewichtes dagegen trotz quadratischer Transportkosten nicht gesichert (siehe Baake/Oechssler 1997).Google Scholar
  6. 6.
    Siehe z. B. Böckem (1992).Google Scholar
  7. 7.
    Solche Modelle sind relativ komplex; siehe z. B. Pfähler/Wiese (1992) und Hay/Morris (1991), S. 114 ff. Das hier präsentierte Modell ist eine vereinfachte Darstellung in Anlehnung an Tirole (1989), S. 296 ff.Google Scholar
  8. 8.
    Realistischerweise müsste man davon ausgehen, dass die Produktion der höheren Qualität höhere Kosten verursacht. In allen einfacheren Modellen der vertikalen Produktdifferenzierung wird jedoch unterstellt, dass die Produktionskosten dieselben sind. Dies dient insofern der analytischen Klarheit, als unterschiedliche Preise dann nicht auf unterschiedliche Kosten zurückgeführt werden können, sondern andere Ursachen haben müssen.Google Scholar
  9. 9.
    Beachten Sie, dass das Wort ‘Präferenz’ hier eine andere Ausprägung hat als in der Theorie des Haushalts. Dort gehen in die Nutzenfunktion, welche die Präferenzen widerspiegelt, nur Gütermengen ein, nicht jedoch Preise oder Einkommen.Google Scholar
  10. 10.
    Statt eines Grundnutzens könnte auch eine Qualitätsuntergrenze eingeführt werden (wie bei Tirole 1989), was die Rechenarbeit jedoch erschwert.Google Scholar
  11. 11.
    Dass die optimale Preisdifferenz unabhängig vom Qualitätsunterschied ist, liegt an der einfachen Formulierung des Modells. Beachten Sie aber, dass die Reaktionsfunktion nur für Δs > 0 gilt, weil die Ge-winnmaximierung sonst wegen der Division durch null nicht zulässig wäre.Google Scholar
  12. 12.
    Wie beim Modell der horizontalen Produktdifferenzierung mit quadratischen Transportkosten (vgl. Anhang A.1.1) gibt es keine innere Lösung, sondern nur eine Randlösung.Google Scholar
  13. 13.
    Siehe z. B. Shaked/Sutton (1982). Bei Mengen- statt Preiswettbewerb fällt die Differenzierung geringer aus; vgl. Motta (1993), der zugleich einen guten Überblick über die Literatur gibt.Google Scholar
  14. 14.
    Vgl. Tirole (1989), S. 296.Google Scholar
  15. 17.
    Falls Sie nachrechnen wollen, sollten Sie ein Mathematikprogramm benutzen.Google Scholar
  16. 18.
    Da der Wert für b maximal b = 1 beträgt, gilt selbst bei a = 0, dass 2 > b.Google Scholar
  17. 19.
    Die Darstellung lehnt sich Gabszewicz/Thisse (1979) an. Wegen der besseren Lesbarkeit wird zwischen Variante A und B (anstelle von 1 und 2) unterschieden.Google Scholar
  18. 20.
    Quelle: http://www.interverband.com.Google Scholar
  19. 21.
    Dies ist eine schlechte Übersetzung des englischen Ausdrucks ‘persuasive advertising1, was wörtlich übersetzt ‘überzeugende Werbung’ heißt, wobei dieser Ausdruck jedoch nicht deutlich macht, dass der Kunde überzeugt werden soll, das Produkt zu kaufen.Google Scholar
  20. 22.
    Siehe z. B. Richter/Furubotn (1999), S. 240 f. und S. 319 sowie die dort angegebene Literatur; siehe auch Cabrai (2000), S. 225 f.Google Scholar
  21. 23.
    Siehe Shy (2000), S. 282.Google Scholar
  22. 24.
    Siehe zu Informativer Werbung im Monopol z. B. Bester (2000), S. 56 ff. und zu suggestiver Werbung z. B. Shy (2000), S. 283 ff.Google Scholar
  23. 25.
    Das Modell ist angelehnt an Pfähler/Wiese (1998), S. 278 ff. und Tirole (1989), S. 292 ff. Das Originalmodell stammt von Grossman/Shapiro (1984).Google Scholar
  24. 26.
    Streng genommen gilt dies nur, wenn der Preis ihren Reservationspreis nicht überschreitet. Für die folgende einfache Darstellung spielt dies jedoch keine Rolle.Google Scholar
  25. 27.
    Es kann auch ein sequentieller Wettbewerb modelliert werden, bei der zunächst über die Werbeausgaben und danach über den Preis entschieden wird. Vgl. Pfähler/Wiese (1998), S. 283 ff., die keine explizite Lösung aufzeigen.Google Scholar
  26. 28.
    Der Parameter a wird außerdem für den Ordinatenabschnitt der in diesem Buch überwiegend verwendeten linearen Nachfragefunktion und für den Standort des Anbieters 1 im Straßenmodell benutzt. Da hier weder die lineare Nachfragefunktion noch der Standort eine Rolle spielen, sollte eine Verwechslung ausgeschlossen sein.Google Scholar
  27. 29.
    Für die Berechnung der Gleichgewichtswerte wird ein Mathematikprogramm empfohlen.Google Scholar
  28. 30.
    Die Berücksichtigung von konstanten Grenzkosten ändert an f nichts.Google Scholar
  29. 31.
    Die Darstellung lehnt sich an Hay/Morris (1991), S. 130 an. Für eine andere Möglichkeit der Analyse siehe z. B. Scherer/Ross (1990), S. 594 f. und Waldman/Jensen (1998), S. 321 f. Das Modell geht auf Dorf man/Steiner (1954) zurück.Google Scholar
  30. 32.
    Die Cournot-Annahme ist wiederum nur plausibel für ein Einperiodenspiel oder ein Spiel mit bekanntem Ende. Davon kann bei werbeintensiven Märkten jedoch nicht ausgegangen werden. Vielmehr ist das Spielende offen, wobei die Erfahrung aus der Vergangenheit häufig lehren dürfte, dass auf eine eigene Werbekampagne eine weitere der Konkurrenz folgt.Google Scholar
  31. 33.
    Siehe z.B. Netter (1982).Google Scholar
  32. 34.
    Zu dynamischen Aspekten der Werbung siehe Martin (1993), S. 137 ff.Google Scholar
  33. 35.
    In Anlehnung an Shy (2000), S. 290 ff., der von Zielgruppenwerbung spricht. Ein dynamisches Modell mit einer variierenden Größe der Konsumentengruppen findet sich in Shy (2001 b).Google Scholar
  34. 36.
    Als Lehrbücher, die eine ganze Reihe der oben gestellten Fragen behandeln, seien genannt: Martin (1993), Kap. 13; Scherer/Ross (1990), Kap. 17; Shy (2000), Kap. 9; Tirole (1989), Kap. 10. 37 Bei Einbezug des Risikos wird die Innovationsneigung außer durch den zusätzlichen Gewinn aufgrund der Kostensenkung auch von der Gewinndifferenz zwischen erfolgreicher und erfolgloser Innovation bestimmt (vgl. z. B. Delbono/Denicolò 1990).Google Scholar
  35. 38.
    Bei einer nicht drastischen Prozessinnovation liegt der Monopolpreis oberhalb der ursprünglichen Grenzkosten; eine Voraussetzung hierfür ist, dass für die ursprünglichen Kosten gilt: c > ½ a. Lägen die Grenzkosten darüber, könnten sie so stark gesenkt werden, dass pM kleiner als c wird. (Siehe hierzu auch Anhang A.3.2.)Google Scholar
  36. 48.
    Bester (2000, S. 167.) spricht von einem negativen strategischen Effekt. Bei Cournot-Wettbewerb ist der strategische Effekt übrigens positiv, weil Mengen strategische Substitute darstellen: Auf eine Mengenausweitung des Innovators folgt eine Mengeneinschränkung des Konkurrenten.Google Scholar
  37. 49.
    Ob im heterogenen Markt bei Cournot-Wettbewerb ein größerer oder ein kleinerer Anreiz besteht als bei Bertrand-Konkurrenz hängt vom Homogenitätsgrad ab. Wie Bester/Petrakis (1993) gezeigt haben, ist der Anreiz bei Cournot-Wettbewerb höher, wenn die Produkte recht heterogen sind, und umgekehrt schwächer, wenn sie enge Substitute sind. Siehe auch Lin/Saggi (2002). Qiu (1997) leitet unter Einbeziehung von Spillover-Effekten ab, dass bei Cournot-Wettbewerb mehr in F&E investiert wird als bei Bertrand-Konkurrenz.Google Scholar
  38. 50.
    In Anlehnung an Pfähler/Wiese (1998), S. 192 ff. Für eine allgemeinere Darstellung dieses Modells siehe Bester (2000), S. 174 ff. Für andere Modelle siehe z. B. Shy (2000), S. 224 ff.; Tirole (1989), S. 394 ff. und Waldman/Jensen (1998), S. 381 ff.Google Scholar
  39. 51.
    Die Formel für die gleichgewichtigen F&E-Aufwendungen findet sich in Ffähler/Wiese (1998), S. 196.Google Scholar
  40. 52.
    Vgl. Shy (2000), S. 224 ff.Google Scholar
  41. 53.
    Die ursprüngliche Version des hier präsentierten Modells stammt von Arrow (1962), der allerdings das Monopol mit der vollständigen Konkurrenz vergleicht. Für eine kurze Darstellung mit einer etwas anderen grafischen Herleitung siehe Wolfstetter (1999), S. 17 ff.Google Scholar
  42. 54.
    So zeigen Gilbert/Newbery (1982), dass ein Monopolist, der durch potenzielle Innovatoren bedroht wird, einen größeren Anreiz hat, die Innovation durchzuführen, um seine Monopolstellung zu behalten.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004

Authors and Affiliations

  • Susanne Wied-Nebbeling
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

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