Advertisement

Oligopole 1: Mengen- und Preiswettbewerb

  • Susanne Wied-Nebbeling
Chapter
  • 312 Downloads
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Das Oligopol und das Teiloligopol stellen die in der Realität am häufigsten anzutreffenden Marktformen dar; dies folgt allein schon aus der räumlichen Begrenztheit vieler Märkte. Die Analyse oligopolistischer Märkte mit wenigen, mittelgroßen Anbietern und vielen kleinen Nachfragern ist jedoch keineswegs einfach, weil zwischen den Anbietern Interdependenz herrscht. Im Gegensatz zum Polypol wird im Oligopol jedes Handeln eines Anbieters aufgrund seines nennenswerten Marktanteils für die übrigen Konkurrenten spürbar und löst dort eventuell Reaktionen aus, die wiederum seine Absatzsituation beeinflussen.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Referenzen

  1. 1.
    Einige Grundbegriffe werden in Kapitel VIII erläutert. Als Lehrbücher seien genannt: Dixit/Nalebuff (1995), Güth (1999), Holler/Illing (2000), Rieck (1993), Sieg (2000), Wiese (2002).Google Scholar
  2. 2.
    Siehe Hay/Morris (1991), S. 175 ff.Google Scholar
  3. 3.
    Siehe z. B. Dixon (1988), S. 134 f.Google Scholar
  4. 4.
    Siehe Scherer/Ross (1990), S. 201 und die dort genannte Literatur, insbesondere Kreps/Scheinkman (1983). Siehe auch Güth (1995). Korrekterweise müssten jedoch Kapazitätskosten einbezogen werden (wie etwa bei Pfähler/Wiese 1998).Google Scholar
  5. 5.
    Eine weitere Interpretation geht davon aus, dass die Firmen eine bestimmte Produktionsmenge planen und dafür einen Preis verlangen, den der Markt hergibt (so Phlips 1998, S. 13 f.).Google Scholar
  6. 6.
    Vgl. Hirshlerfer (1988), S. 289 und Carlton/Perloff (2000), S. 184 ff. sowie die dort genannte Literatur, insbesondere Holt (1985). Anders allerdings die Befunde von Slade (1995), die anhand von Industriestudien zu dem Ergebnis gelangt, dass dem Coumot-Modell in der Realität keine Bedeutung zukommt.Google Scholar
  7. 7.
    Dieses Modell wurde von Augustin A. Coumot in seinem bereits 1838 erschienenen, lange Zeit jedoch unbeachtet gebliebenen Buch “Recherches sur les principes mathématiques de la théorie des richesses” entworfen.Google Scholar
  8. 8.
    Da die Konkurrenten nicht mit Reaktionen der anderen auf eigene Mengenänderungen rechnen, nimmt der Reaktionskoeffizient dxi/dxj (i, j = 1,2.....n und i ≠ j) im Gewinnmaximierungskalkül den Wert null an. Wir werden das Gleichgewicht jedoch ohne die explizite Einbeziehung der Reaktionskoeffizienten ermitteln, indem einfach die Annahme der gegebenen Konkurrenzmenge berücksichtigt wird.Google Scholar
  9. 9.
    Siehe z.B. Ott (1989), S. 210 ff.Google Scholar
  10. 13.
    Vgl. den Artikel von Daughety (1985) oder die knappen Ausführungen von Dixon (1988), S. 129.Google Scholar
  11. 14.
    Vgl. Hay/Morris (1991), S. 61 f. und Holler/Illing (2000), S. 7 f.Google Scholar
  12. 15.
    Dies ist eine Form des Gefangegendilemmas (siehe Kapitel VIII).Google Scholar
  13. 16.
    Außer dem Anbieter i existieren ja noch (n — 1) weitere Anbieter mit denselben Kosten sowie denselben Erwartungen und daher auch mit denselben Produktionsmengen.Google Scholar
  14. 17.
    Wie Sie leicht nachprüfen können, erhalten wir als gewinnmaximierende Menge für zwei Anbieter bei kostenloser Produktion und b = 1 die bereits in Abschnitt 2.1.1 abgeleitete Lösung, dass jeder der beiden Anbieter ein Drittel der Sättigungsmenge a auf den Markt bringt, wobei sich der Marktpreis bei einem Drittel des Prohibitivpreises a einstellt.Google Scholar
  15. 18.
    Für n → ∞ tendiert der Ausdruck a/(n+1) gegen null, während n/(n+1) gegen 1 strebt. Es folgt: p = c.Google Scholar
  16. 19.
    Siehe hierzu den Anhang A.2.1.Google Scholar
  17. 20.
    Für einen positiven Zusammenhang zwischen Konzentration und Gewinnhöhe gibt es übrigens keine eindeutigen empirischen Belege. Für einen umfassenden Überblick über entsprechende empirische Studien zwischen 1971 und 1986 siehe Hay/Morris (1991), S. 263 ff.Google Scholar
  18. 21.
    Wie aus den Gleichungen (IV. 1*) und (IV.2*) zu ersehen ist, verlaufen die Reaktionskurven wiederum mit der Steigung — ½ Auf jede fiktive Mengenänderung des Konkurrenten würde ein Anbieter also mit der entgegengesetzten halben Mengenänderung reagieren.Google Scholar
  19. 22.
    Siehe von Stackeiberg (1951), S. 210 ff. Die erste Auflage der “Grundlagen der theoretischen Volkswirtschaftslehre” erschien 1943 (und wurde bei einem Luftangriff fast vollständig vernichtet; vgl. das Vorwort des Herausgebers).Google Scholar
  20. 23.
    Dies hat sich in experimentellen Studien bestätigt; vgl. Huck et al. (2001).Google Scholar
  21. 26.
    Siehe z. B. Bester (2000), S. 88 oder Wolfstetter (1999), S. 76.Google Scholar
  22. 27.
    Es sei denn, man verwendet andere Reaktionshypothesen, z. B. die, dass die Konkurrenten davon ausgehen, einer Mengeneinschränkung werde gefolgt (dxi/dxj > 0) oder umgekehrt, dass jede Mengeneinschränkung eine Ausweitung der Konkurrenzmenge zur Folge hat (dxi/dxj < 0). Dann weisen die Reaktionsfunktionen eine andere Steigung auf und der Schnittpunkt liegt bei geringeren bzw. höheren Mengen (vgl. Martin 2001, S. 34 ff.) Allerdings fragt man sich, warum solche Reaktionshypothesen konsistent sein sollten. Einen Überblick über die angloamerikanische Literatur zu konsistenten Reaktionskoeffizienten geben Hay/Morris (1991), S. 64 f. und Scherer/Ross (1990), S. 206 f. Siehe auch Bresnahan (1981), Martin (1993), S. 24 ff. und Lambsdorff (1997) sowie die dort genannte Literatur.Google Scholar
  23. 28.
    Nach Arthur L. Bowley, der diese Lösung 1924 in seinem Buch “Mathematical Groundwork of Economics” unterbreitete.Google Scholar
  24. 29.
    Die Darstellung orientiert sich an Cariton/Perloff (2000), S. 268.Google Scholar
  25. 30.
    Der Herfindahl-Index wird auch als Hirschman-Herfindahl- oder Herfindahl-Hirschman-Index bezeichnet. Zu den Eigenschaften dieses Konzentrationsmaßes siehe Bomsdorf (2002), S. 67 f.Google Scholar
  26. 32.
    Der Kostenunterschied ist sehr groß, doch ermöglicht dies ein einfaches Rechnen und eine übersichtliche Abbildung.Google Scholar
  27. 33.
    Diese Lösung geht auf J. Bertrand zurück, der sie in einer Rezension zweier Bücher Cournots im Jahr 1883 als Kritik an der Mengenstrategie entwickelt hat.Google Scholar
  28. 34.
    Sicher ist das freilich nicht. Betrachten Sie die Gleichverteilung der Nachfrage als plausible Annahme.Google Scholar
  29. 35.
    Für eine spieltheoretische Fundierung siehe Ried (1993).Google Scholar
  30. 36.
    Hierbei handelt es sich jedoch nicht um ein Gleichgewicht, weil die Fixkosten für die Gewinnmaximierung keine Rolle spielen. Werden die Verluste durch die nicht gedeckten Fixkosten von den Anbietern antizipiert, wird daher nur ein Unternehmen eintreten. Dieses Unternehmen würde als natürlicher Monopolist (vgl. Abschnitt 11,1.4) den Markt bedienen, da seine Durchschnittskosten im Schnittpunkt mit der Nachfragekurve am niedrigsten sind. Beliefern zwei Anbieter den Markt, welche dieselben Fixkosten tragen müssen, würde teurer produziert.Google Scholar
  31. 40.
    Die Abbildung ist an Carlton/Perloff (2000), S. 249 angelehnt.Google Scholar
  32. 41.
    Diese Rationierungsregel wird als die “effiziente Rationierungsreger bezeichnet, weil dadurch die Konsumentenrente maximiert wird. (Für eine ökonomische Begründung siehe Bester 2000 S. 123 f.) Es wäre aber auch eine proportionale Rationierung denkbar, bei der alle Konsumenten mit derselben Wahrscheinlichkeit beim günstigeren Produzenten kaufen können. Die Restnachfrage ist dann ein Teil der Gesamtnachfrage; sie weist somit — wie jede Teilnachfragefunktion — denselben Ordinatenabschnitt (Forts. nächste Seite) wie die Marktnachfragefunktion auf. Vgl. z. B. Krouse (1990), S. 336 ff. und Tirole (1989), S. 213 f.Google Scholar
  33. 42.
    Jedenfalls nicht In reinen Strategien. Für gemischte Strategien, bei denen jede Firma ihren Preis nach einer Zufallsregel wählt, wurden dagegen Gleichgewichte entwickelt. Siehe hierzu Wolfetetter (1999), S. 128 ff. sowie die in Bester (2000), S. 99 genannte Literatur. Anders allerdings bei Arnold (2000), der annimmt, dass die Konsumenten Suchkosten aufwenden müssen.Google Scholar
  34. 43.
    Das Modell geht auf Kreps/Scheinkman (1983) zurück. Die Darstellung orientiert sich an Tirole (1989), S. 214 f. und Shy (2000), S. 112 ff.Google Scholar
  35. 44.
    Falls Firma 2 eine kleinere Kapazität als 1/3 a wählen würde, wird die Restnachfrage, die auf Firma 1 entfällt, größer (wie Sie sich anhand der Abbildung IV.1 verdeutlichen können). Firma 1 würde daher gerne eine Kapazität errichten, die größer ist als 1/3 a, was jedoch der oben getroffenen Annahme widerspricht. In diesem Fall hat sie erst recht kein Interesse daran, ihre beschränkte Kapazität nicht auszulasten.Google Scholar
  36. 45.
    Für eine relativ allgemein gehaltene Darstellung der Mengenstrategie im heterogenen Oligopol mit Beispielen siehe Bester (2000), S. 83 ff. Siehe auch Martin (1993), S. 32 ff.Google Scholar
  37. 46.
    Bei Preisstrategie im heterogenen Oligopol gilt das nicht, wie im ersten Abschnitt anhand des Vergleichs der Bertrand- mit der Stackelberg-Lösung gezeigt wird.Google Scholar
  38. 47.
    Diese Annahmen lassen sich angesichts der unterstellten Heterogenität der Produkte schwer rechtfertigen, erleichtern die Herleitung aber wesentlich und ändern an der grundlegenden Aussage nichts. Für eine allgemeinere Formulierung der Nachfragefunktionen siehe z. B. Neumann (2000), S. 68 ff. oder Schumann et al. (1999), S. 353 ff.; für eine noch allgemeinere Formulierung siehe Oxenstiema (1998).Google Scholar
  39. 49.
    Entsprechende Isogewinnkurven lassen sich auch zu den Reaktionskurven im homogenen Mengen-dyopol einzeichnen; darauf wurde dort wegen der Klarheit der Darstellung verzichtet.Google Scholar
  40. 50.
    Zur Kritik siehe insbesondere Stigler (1978) und die dort referierte Literatur. Zur Renaissance siehe z. B. Reid (1981), Maskin/Tirole (1988), Bhaskar (1988) und Bhaskar/Machin/Reid (1991). Das (spieltheoretische) Modell von Maskin/Tirole geht allerdings von homogenen Gütern aus. Ein interessantes Modell einer geknickten Nachfragefunktion mit Mengenstrategie hat Kreps (1990a), S. 335 ff. entwickelt; zugrunde liegt allerdings ebenfalls ein homogenes Gut. An diesem Modell ist bemerkenswert, dass die Gleichgewichtslösung im gesamten Mengenbereich zwischen der Cournot-Lösung und der Lösung bei gemeinsamer Gewinnmaximierung liegen kann.Google Scholar
  41. 51.
    Zur älteren Literatur hierzu siehe Wied-Nebbeling (1977).Google Scholar
  42. 52.
    Siehe Wied-Nebbeling (1985). In dieselbe Richtung weist die auf Daten von Ifo-Befragungen beruhende Untersuchung von Seite (1986) und diejenige von Carlton (1986) mit Daten von Stigler und Kin-dahl (die damit übrigens zeigen wollten, dass es keine Preisstarrheiten gibt). Siehe auch Kashyap (1995), der die Veränderung von Katalogpreisen analysiert hat und S. Hall et al. (2000) über das Preisänderungsverhalten britischer Firmen. Nach der Studie von Bils/Klenow (2002) hat sich die Preisflexibilität in den USA in jüngerer Zeit dagegen verstärkt.Google Scholar
  43. 53.
    R. Hall/Hitch (1939) haben das Modell als Resultat einer kleinen Unternehmerbefragung konzipiert.Google Scholar
  44. 54.
    Beachten Sie, dass die übliche Gewinnmaximierungsbedingung GE = GK aufgrund der Sprungstelle in der Grenzerlösfunktion nicht angewendet werden kann.Google Scholar
  45. 55.
    Vgl. Wied-Nebbeling (1985), S. 76 ff.Google Scholar
  46. 56.
    Neben dem Modell der geknickten Nachfragefunktion gibt es weitere, zahlreiche Möglichkeiten, starre Preise zu erklären. Siehe hierzu Wied-Nebbeling (1989).Google Scholar
  47. 57.
    Vgl. Bhaskar/Machin/Reid (1991), S. 242. Zu weiteren Einwänden gegen die theoretischen Grundlagen siehe Tirole (1989), S. 244.Google Scholar
  48. 58.
    Vgl. Wied-Nebbeling (1985), S. 93 ff. Für einen Überblick über empirisch relevante Preis-Absatzfunktionen siehe Wied-Nebbeling (1994), S. 117 ff. Siehe auch Tull/R. Köhler/Silver (1986).Google Scholar
  49. 59.
    Die Herleitung ist an Dixon (1988), S. 137 f. angelehnt.Google Scholar
  50. 64.
    Auf Anbieter 1 entfällt dann jedoch nicht etwa die gesamte Marktnachfrage (x = 10–0,5p1). Es gibt nämlich Kunden, die nur die Produktvariante des Anbieters 2 nachfragen, aber niemals die Variante des 1 kaufen. Die so genannte maximale Preis-Absatzfunktion eines Anbieters im heterogenen Dyopol verläuft im p/x-Diagramm steiler als die Preis-Absatzfunktionen, die sich ergeben, wenn sich die Konkurrenten beide am Markt befinden. Für uns relevant ist nur diese Situation, weil wir sonst ja kein Oligopol mehr hätten. Vgl. zu linearen Nachfragefunktionen beim heterogenen Dyopol Schumann et al. (1999), S. 353 ff. und Wied-Nebbeling (1997), S. 176 ff.Google Scholar
  51. 65.
    Vgl. hierzu Reid (1981), S. 48 f.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004

Authors and Affiliations

  • Susanne Wied-Nebbeling
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

Personalised recommendations