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Zusammenfassung

Lehrbücher zur Personalwirtschaft sind mehr noch als solche zu anderen Funktionsfeldern der Betriebswirtschaftslehre ein Spiegel ihrer Zeit. Die unvermeidbare Nähe zum Erfahrungsobjekt „Personal in deutschen Unternehmungen“ bringt es mit sich, daß die laufenden Veränderungen dieses Erfahrungsobjekts nicht nur auf das Verständnis von Problemen der Personalwirtschaft, sondern auch auf die Erwartungen zu deren Lösung sowie die Lösungsbemühungen selbst durchschlagen. Wäre dieses Lehrbuch, wie ursprünglich beabsichtigt, schon 1974 geschrieben worden, so hätte es sich mit anderen Problemen als heute beschäftigt. Es wäre sicherlich technokratischer ausgefallen und hätte den methodischen Lösungsansätzen der Unternehmensforschung breiteren Raum gelassen. Daß nun Ansätze der Planung, der Führung, des strategischen Managements und der Unternehmungsethik aufgegriffen werden, spiegelt den heutigen Stand des Fachverständnisses wieder. Raumzeitlich uneingeschränkte Hypothesen im Sinne von Karl Popper hätte man 1974 noch gefordert; heute sieht man deutlicher, daß es sie vor allem aufgrund solcher Problemverschiebungen in der Personalwirtschaftslehre nicht geben wird. Zur Überbrückung dieses Mangels hätte dem Lehrbuch eine Ideengeschichte personalwirtschaftlicher Fragestellungen vorangestellt werden können. Darauf wurde hier verzichtet, weil historische Paradigmen personalwirtschaftlicher Probleme und ihrer Lösungen nur deren Zeitgebundenheit deutlich machen, zur Bewältigung von Gegenwartsfragen aber allenfalls heuristische Beiträge liefern.

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1989

Authors and Affiliations

  • Hans Jürgen Drumm
    • 1
  1. 1.Institut für BetriebswirtschaftslehreUniversität RegensburgRegensburgDeutschland

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