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Monopolistische Konkurrenz

  • Susanne Wied-Nebbeling
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Nachdem wir uns mit dem Monopol beschäftigt haben, erschiene es logisch, von dem einen Marktmächtigen zu einigen wenigen Anbietern überzugehen, also die Preisbildung im Oligopol zu analysieren. Damit werden wir uns jedoch erst im nächsten Kapitel beschäftigen, und zwar aus folgendem Grund: Zwischen einigen wenigen Anbietern herrscht im allgemeinen eine enge Verbundenheit; ärdert einer der zu dem betrachteten Markt gehörenden Anbieter seine Menge oder seinen Verkaufspreis, wird die Absatzlage der anderen spürbar beeinflußt. Die Konkurrenten sehen sich eventuell dazu veranlaßt, ihrerseits mit Mengen- oder Preisänderungen zu reagieren. Diese Interdependenz muß in einem Oligopolmodell eingefangen werden. Daher sind Oligopolmodelle grundsätzlich komplexer als Modelle der monopolistischen Konkurrenz und werden nach dem Prinzip “vom Einfachen zum Komplizierten” zurückgestellt.

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Literatur

  1. 1.
    Zum Problem der Marktabgrenzung siehe 1.3.2.Google Scholar
  2. 2.
    Die Ansichten hierzu sind breit gestreut. Varian (1991, S. 403) beispielsweise meint, daß die monopolistische Konkurrenz vielleicht die vorherrschende Branchenstruktur sei. Kreps (1990a, S. 345f.) hingegen betrachtet die Struktur des Handels und der Dienstleistungen, die üblicherweise als Beispiele für monopolistische Konkurrenz genannt werden, hinsichtlich der Standorte konkurrierender Anbieter. Er gelangt zu dem Schluß, daß diese Märkte durch lokale Oligopole geprägt sind und stellt dann die Frage (S. 346): “Is there an industry that meets the conditions of monopolistic competition? We leave the reader with this question as a challenge.”Google Scholar
  3. 3.
    Die als Polypolisten eingestuften Unternehmen wiesen mehr als 30 “große” Konkurrenten, beliebig viele kleine Konkurrenten und mehr als 50 Abnehmer auf. Vgl. Wied-Nebbeling (1985, S. 27; zur erwarteten Konkurrentenreaktion siehe dort S. 177).Google Scholar
  4. 4.
    Diese Annahme stellt eine grobe Vereinfachung dar, weil es in der Reaalität so gut wie keine Einproduktunternehmen gibt. Vielmehr stellen Firmen innerhalb der von ihnen produzierten Produktgruppen zahlreiche verschiedene Artikel her, die zumindest teilweise in Konkurrenz zueinander stehen.Google Scholar
  5. 5.
    Chamberlin (1933).Google Scholar
  6. 6.
    Die geringe Anbieterzahl wurde nur deswegen gewählt, weil die Teilnachfragekurve bei einer grofßen Anbieterzahl schlechter zu erkennen ist.Google Scholar
  7. 7.
    Beachten Sie die Analogie zu den Nachfragekurven beim unvollkommenen Oligopol (Abschnitt IV.3.2).Google Scholar
  8. 8.
    Eine ausführliche Gegenüberstellung findet sich in Hirshleifer (1988), S. 266 ff..Google Scholar
  9. 9.
    Siehe hierzu die Beiträge in Rowley (1972), sowie Archibald (1964, 1967), Demsetz (1967, 1968), Kaldor (1935), Perkins (1972) und Triffin (1941). Für die Diskussion bis 1970 um die Überkapazitäten bei monopolistischer Konkurrenz siehe etwa Demsetz (1964) und Barzel (1970) und die dort genannte Literatur; zu neueren Formalisierungen siehe die in Abschnitt 4 zitierten Beiträge.Google Scholar
  10. 10.
    Siehe hierzu z.B. Baumol/Panzar/Willig (1982), S. 40ff. und S. 329 ff.; Hay/Morris (1991), S. 8 ff.; Krouse (1990), S. 179; Maddala/Miller (1989), S. 383 ff.Google Scholar
  11. 11.
    Eine Ausnahme stollen beispielsweise Produzenten von Raubkopien dar (z.B. von Lacoste-Hemden oder Cartier-Uhren), die nicht daran interessiert sind, sich ein eigenes Image aufzubauen, sondern vielmehr vom Ansehen etablierter Marken (illegal) profitieren wollen.Google Scholar
  12. 12.
    CNC-Maschinen sind computergesteuert (Computer Numerical Control).Google Scholar
  13. 13.
    Das soll nicht heißen, daß die etablierten Firmen nie Verluste erleiden werden. Selbstverständlich kann ein Rückgang der Marktnachfrage durch einen konjunkturellen Einbruch, oder der Verlust an Kundenpräferenzen durch technische bzw. modische Veralterung des Produkts und schließlich auch eine Mißwirtschaft des Managements zu Verlusten führen.Google Scholar
  14. 14.
    Siehe hierzu z.B. Archibald/Rosenbluth (1975), S. 589 und Dixit/Stiglitz (1977), S. 300.Google Scholar
  15. 15.
    Barzel (1970) hat allerdings berechtigte Einwände gegen das Demsetz-Modell vorgebracht, weshalb wir auf eine detaillierte Darstellung verzichten.Google Scholar
  16. 16.
    Vgl. Hay/Morris (1991), S. 10f. und die dort genannte Literatur.Google Scholar
  17. 19.
    Zum Verständnis des Zahlenbeispiels benötigen Sie die im voranstehenden Anhang 2.1 vorgestellten Funktionen bis Gleichung (111.3).Google Scholar
  18. 20.
    Sie sehen, daß die dd-Funktion im Vergleich zur DD-Funktion den kleineren Steigungskoeffizienten aufweist und damit im p/x-Diagramm flacher verläuft.Google Scholar
  19. 21.
    Der Wert ist so klein, weil für die DD-Kurve die normierte Nachfragefunktion gewählt wurde. Falls es Sie stört, stellen Sie sich die Angaben in Mrd. DM vor.Google Scholar
  20. 22.
    Siehe Gutenberg (1984), S. 238 ff.. 23 Siehe auch Wiswede (1991), S. 291 f. und die dort genannten empirischen Untersuchungen.Google Scholar
  21. 24.
    Bei unvollständiger Information über die Qualität des Produkts kann allerdings auch der Effekt eintreten, daß potentielle Kunden an der Qualität des Angebots zweifeln und der Absatz daher kaum zunimmt.Google Scholar
  22. 25.
    Neben den Stammkunden gibt es außerdem sogenannte Laufkundschaft. Diese kauft mal bei diesem und mal bei jenem Anbieter, wobei im Modell aber implizit unterstellt wird, daß sich die Laufkundschaft entsprechend der Marktanteile der Unternehmen verteilt.Google Scholar
  23. 26.
    Siehe Gutenberg (1965) und die dort angegebene Literatur zu früheren Arbeiten, sowie die Diskussionen von D. Piekenbrock, A.E. Ott, F. Helmedag und B.-Th. Ramb/K. Schöler in den Jahrbüchern für Nationalökonomie und Statistik, Bd. 195, 1980 bis Bd. 200, 1985.Google Scholar
  24. 27.
    Der untere Ast wird erst allmählich erreicht; siehe Gutenberg (1984), S.255.Google Scholar
  25. 28.
    Siehe hierzu auch Kap. V.3.1.Google Scholar
  26. 29.
    Anders liegt der Fall, wenn gleichzeitig die Qualität erhöht wird. Der Anbieter verläßt dann die angestammte Qualitätsstufe und begibt sich in ein anderes Marktsegment.Google Scholar
  27. 30.
    Vgl. Wied-Nebbeling (1975), S. 62 ff.Google Scholar
  28. 31.
    Siehe Wied-Nebbeling (1985), S. 36 und 166f..Google Scholar
  29. 32.
    Zu einem Beweis für den Dyopolfall siehe Sabel/Pöpping/Laufner (1976) und Wied-Nebbeling (1983). Das Ergebnis läßt sich ohne weiteres übertragen. Befände sich die Mehrzahl der Konkurrenten nicht ebenfalls in ihrem monopolistischen Bereich, sondern z.B. darunter, würde der betrachtete Anbieter Kunden an die billiger anbietende Konkurrenz verlieren. Folglich würde er sich nicht in seinem monopolistischen Bereich befinden, sondern in seinem oberen Kurvenabschnitt. Bei monopolistischer Konkurrenz kann sich jedoch - im Gegensatz zum Oligopol - durchaus ein einzelner außerhalb seines monopolistischen Bereichs befinden, weil die Kundenwanderungen bei dem geringen Marktanteil des einzelnen nicht spürbar sind.Google Scholar
  30. 33.
    Das Verhältnis des Abstands, den der Preis des Anbieters i zu seinem oberen und unteren Grenzpreis aufweist, entspricht dem Verhältnis des Abstands, den der Durchschnittspreis zum unteren und zum oberen durchschnittlichen Grenzpreis aufweist. Dabei müssen die absoluten Abstände nicht übereinstimmen, sondern lediglich deren Verhältnis. Es sei der Durchschnittspreis mit die durchschnittliche Preisobergrenze mit pOG und die durchschnittliche Preisuntergrenze mit PUG bezeichnet; dann gilt:Google Scholar
  31. 34.
    Vgl. Eaton/Lipsey (1989), S. 726.Google Scholar
  32. 35.
    Für einen Überblick und eine kritische Würdigung siehe Archibald/Eaton/Lipsey (1986). Neuerdings wurden auch sogenannte “hybride Modelle” entworfen, in denen Elemente beider Modelltypen verwendet werden; hierzu zählt z.B. das Modell von Perloff/Salop (1985); für eine vereinfachte Darstellung siehe Carlton/Perloff (1990), S. 355 ff.Google Scholar
  33. 36.
    Siehe hierzu, außer dem Originalbeitrag, Hay/Morris (1991), S. 103 ff. und Tirole (1989), S. 289 ff.Google Scholar
  34. 37.
    Siehe hierzu Hay/Morris (1991), S.105.Google Scholar
  35. 38.
    Hart (1985a, S. 541) versucht, dieses Argument abzuschwächen, indem er Preise von Null als nicht relevant erklärt, weil kein Preis unterhalb der Durchschnittskosten liegen könne.Google Scholar
  36. 39.
    Siehe z.B. Carlton/Perloff (1990), S. 335 ff.; Eaton/Lipsey (1989), S. 734 ff.; Tirole (1989), S. 279 ff.Google Scholar
  37. 40.
    Siehe hierzu auch Archibald/Eaton/Lipsey (1986), S. 30 ff.Google Scholar
  38. 41.
    Dies gilt auch für Modelle wie das Modell der monopolistischen Konkurrenz von Salop (1979).Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Susanne Wied-Nebbeling
    • 1
  1. 1.Staatswissenschaftliches SeminarUniversität zu KölnKölnDeutschland

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