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Ökonomische Analyse und Rechtsdogmatik im Schadensrecht

  • Hans-Bernd Schäfer
  • Claus Ott
Chapter
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Zusammenfassung

Nachdem in Kap. IV ein wohlfahrtstheoretisch begründetes Konzept des Schadensrechts entwickelt und in Kap.V die Grundlagen und Grundsätze des geltenden Schadensrechts sowie wichtige Problembereiche und Entwicklungstendenzen dargestellt worden sind, stellt sich nun die Frage, inwieweit sich diese beiden von unterschiedlichen Ausgangspunkten her entwickelten Konzepte des Schadensausgleichs miteinander verbinden lassen und inwieweit das ökonomische Konzept des Schadensrechts herangezogen werden kann zur Rechtsanwendung, d.h. zur Lösung von Rechtsproblemen und zur Fortentwicklung des Schadensrechts. Es kann nicht darum gehen, daß die juristische Argumentation gelegentlich und von Fall zu Fall auf Argumente aus der ökonomischen Theorie zurückgreift oder Beispiele aus der ökonomischen Argumentation übernimmt, um dadurch die Plausibilität rechtlicher Lösungsvorschläge zu erhöhen. Eine solche Art der Verknüpfung von ökonomischer Analyse und praktischer Rechtsanwendung wäre wenig ergiebig für ein vertieftes Verständnis der Funktionsweise und der Funktionsvoraussetzungen des Systems des Schadensrechts und würde zur Gefahr eines Methodensynkretismus führen, d. h. zu einer Herauslösung von Erkenntnissen aus ihrem Zusammenhang und zu einer willkürlichen Vermengung einzelner „Versatzstücke“.

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Referenzen

  1. 1.
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    Vgl. Bishop, Economic Loss in Tort, in: Oxford Journal of Legal Studies, Bd. 2, S. 1 ff. (1982).Google Scholar
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  33. 1.
    Diese einfach zu handhabende Formel berücksichtigt bei der Ermittlung von Tageszinsen keine Zinseszinseffekte und ist daher nur annäherungsweise richtig. Die exakte Formel für die Berechnung entgangener Zinsen lautet: Kaufpr. (1+ (Effekt. Jahreszinssatz-Infl.rate)/100))f(Zahl d. Schadenstage/365)-Kaufpr.. Die Abweichung gegenüber der oben verwendeten Formel ist jedoch gering, im vorliegenden Beispiel beträgt sie 125 DM.Google Scholar
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    So enthält z. B. einerseits die Forderung „gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ oder „gleiches Wahlrecht für alle“ keine Nutzeninformationen und wird doch als gerecht empfunden. Zwar wird es in vielen Fällen nicht möglich sein, Nutzeninformationen überhaupt zu erlangen, so daß man sich mit Nicht-Nutzeninformationen als Ersatz begnügen muß. Dennoch bleibt eine Anzahl von Gerechtig-keitspostulaten, die unabhängig davon explizit auf Nutzeninformationen verzichten und daher nicht unter das Wohlfahrtsprinzip (vgl. oben Kap. II, 7.2) fallen.Google Scholar
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    Zum Wohlfahrtsprinzip vgl. oben Kap. II, 7.2.Google Scholar
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    Dieses Konzept zur Ermittlung eines „Schattenpreises“ für Freizeit wurde von Alfred Marshall im Jahre 1890 in seinem Hauptwerk „Principles of Economics“ (Neuaufl. 1962), S. 117 ff., entwickelt. Es stellt bis heute den theoretisch schlüssigsten Ansatz zur simultanen Bestimmung des Arbeitslohns, des Freizeitwerts und der Länge des Arbeitstages bzw. Arbeitsjahres dar. Es wird in theoretischen und empirischen Studien zur Erklärung langfristiger Änderungen des Arbeitsangebots verwendet. Vgl. z. B. Zarembka, P., Towards a Theory of Economic Development (1972).Google Scholar
  40. 1.
    Vgl. Kap. V, 6.7.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1986

Authors and Affiliations

  • Hans-Bernd Schäfer
    • 1
  • Claus Ott
    • 1
  1. 1.Fachbereich Rechtswissenschaft IIUniversität HamburgHamburg 13Deutschland

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