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Amphibia (Amphibien)

  • Gerhard G. Habermehl

Zusammenfassung

Die Amphibien umfassen etwa 2600 Spezies; sie werden zoologisch unterteilt in die Anura (Schwanzlose oder Froschlurche) und die Urodela (Schwanzlurche); beide untergliedern sich in eine Vielzahl von Familien, die sich morphologisch stark unterscheiden können. Die Amphibien zählen zu den Gifttieren. Sie benutzen ihre Toxine allerdings nur als Schutz und Abwehrsubstanzen gegen ihre Feinde. Die Gifte werden in Hautdrüsen produziert, die über die gesamte Körperoberfläche verteilt sind. Aus diesen Drüsen werden die Toxine zwar in geringer Menge, aber doch ständig sezerniert. Bis vor kurzem war man der Auffassung, daß diese ausschließlich als Schutz vor den natürlichen Feinden dienten. Diese Theorie hatte jedoch zu viele Lücken und war zu wenig stichhaltig. Arbeiten im Laboratorium des Autors zeigten jetzt völlig zweifelsfrei, daß diese Toxine vor allem einen Schutz vor Mikroorganismen darstellen. Die Haut dieser Tiere wäre für Mikroorganismen ein vortrefflicher Nährboden, da sie ständig feucht gehalten werden muß, denn der überwiegende Teil der Atmung geht über die Haut. Die Feuchthaltung geschieht mit Hilfe von Schleim, der aus kleinen Schleimdrüsen ausgeschieden wird. Auch leben die Amphibien in einem an Mikroorganismen außerordentlich reichen Biotop. Für diese Mikroorganismen wäre der feuchte Hautschleim ein ideales Nährmedium. Entsprechend fanden wir bei unseren Arbeiten, daß entgiftete Tiere binnen weniger Tage an Hautinfektionen zugrunde gehen, eine Beobachtung, die etwa gleichzeitig und unabhängig von uns auch H. Michl in Wien machte. Die eingehende Untersuchung der antibiotischen Wirksamkeit der Substanzen zeigte, daß die Aktivitäten noch in Konzentrationen von 10−3 bis 10−5 Mol/1 ausreichend waren, um das Wachstum der Mikroorganismen zu hemmen und — wie elektronenmikroskopische Aufnahmen zeigten — tiefgreifende Schäden an den Zellen der Pilze bzw. Bakterien hervorzurufen. Als solche Schäden haben wir beobachtet: Auflösung der Cytoplasmamembran, Schädigung der Mitochondrien (bei Pilzen), Auflösung der Ribosomen und anderes mehr. Da praktisch keine Vergiftungsfälle auftreten, kann ein Abschnitt über die klinische Symptomatik und Behandlung entfallen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1987

Authors and Affiliations

  • Gerhard G. Habermehl
    • 1
  1. 1.Chemisches InstitutTierärztlichen Hochschule HannoverHannover 1Deutschland

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