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Die Aufhebung des ärztlichen Werbeverbotes

  • Beate Bahner
Chapter

Zusammenfassung

Eine erste zaghafte Lockerung des Werbeverbotes erfolgte im Mai 2000, nachdem die Ärzteschaft den dringenden Handlungsbedarf eingesehen hatte.245 Geändert wurde die Systematik des § 27 MBO: Waren bislang ärztliche Angaben als angebliche Werbemaßnahmen grundsätzlich verboten und nur einzelne Informationen ausnahmsweise erlaubt, so wurde jetzt den Ärzten ein grundsätzliches Informationsrecht über ihre Berufstätigkeit eingeräumt, welches lediglich ausnahmsweise durch das Verbot berufswidriger Werbung beschränkt war.246

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Literatur

  1. 245.
    Vgl. zum Erlass der Berufsordnungen und damit der Werbeverbote durch die Ärzteschaft selbst, Kapitel 4.1.1, S. 37 ff.Google Scholar
  2. 246.
    Vgl. zu den Beweggründen für die Novellierung der MBO 2000 sowie zur Erläuterung und synoptischen Darstellung der MBO 2000 und MBO 1997 ausführlich die Erstauflage dieses Buches, S. 27.Google Scholar
  3. 247.
    Vgl. den Abdruck des Kapitels D I im Anhang, Kapitel 15.3, S. 354 ff.Google Scholar
  4. 248.
    St. Rspr., vgl. nur BVerfG, Beschl. v. 11.11.1999 – 1 BvR 754/98 — www.bverfg.de, BGH, Urt. v. 3.12.1998 I ZR 11ZR NJW 1999, S. 2444.
  5. 249.
    BVerfG Beschl. v. 21.4.1993 – 1 BvR 166/89 — MedR 1993, S. 348.Google Scholar
  6. 250.
    So auch das Bundesverfassungsgericht in einer späteren Entscheidung zum ärztlichen Werberecht: „Gerade für das Verhalten im Wettbewerb ist es aber erforderlich, dass die Berufsausübungsregelungen mit genügender Klarheit für die Rechtsunterworfenen und Rechtsanwender das erlaubte Verhalten von unlauterem Wettbewerb unterscheiden. “ BVerfG, Beschl. v. 18.2.2002 – 1 BvR 1644/01 — www.bverfg.de, vgl. hierzu ausführlich Kapitel 8.2.2.1, S. 126 ff.Google Scholar
  7. 251.
    OLG München, Urt. v. 30.11.2000 – 6 U 2849/00 , Zitat aus Papier/Petz, NJW 1994, S. 1553 ff.Google Scholar
  8. 252.
    Anlässlich des 105. Deutschen Ärztetags in Rostock.Google Scholar
  9. 253.
    Dies hätte schon bei der Novellierung im Mai 2000 erfolgen können, nachdem das Bundesverfassungsgericht bereits im April 2000 festgestellt hatte: „Der einzelne Berufsangehörige hat es im Rahmen des allgemeinen Wettbewerbsrechts in der Hand, in welcher Weise er sich für die interessierte Öffentlichkeit darstellt, solange er sich in dem durch schützenswerte Gemeinwohlbelange gezogenen Rahmen hält“ , BVerfG, Beschl. v. 17.4.2000 – 1 BvR 721/99 — www.bverfg.de.Google Scholar
  10. 254.
    Dr. Ingo Flenker (Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe) beim 105. Deutschen Ärztetag Mai 2002, vgl. www.bundesaerztekammer.de.Google Scholar
  11. 255.
    Vgl. vorhergehende Fußnote.Google Scholar
  12. 256.
    EGMR Strassburg, Urt. v. 17.10.2002 – 37928/97 — (Dr. Stambuk/Deutschland), NJW 2003, S. 497 ff., vgl. hierzu Kapitel 9.3, S. 208.Google Scholar
  13. 257.
    So ausdrücklich Nr. 4 Auslegungsgrundsätze BÄK zu §§ 27 ff. MBO vom 10.9.2002, vgl. hierzu auch Kapitel 5.2.4, S. 61.Google Scholar
  14. 258.
    Zur Unzulässigkeit von Telefon- und Faxwerbung vgl. Kapitel 10.5.1.2, S. 268 ff.Google Scholar
  15. 259.
    Vgl.hierzu Kapitel 8.6, S. 151 ff.Google Scholar
  16. 260.
    Vgl.hierzu Kapitel 8.1, S. 119 ff.Google Scholar
  17. 261.
    Vgl.hierzu Kapitel 8.1, S. 119 ff.Google Scholar
  18. 262.
    Vgl.hierzu Kapitel 7.6.1, S. 108 ff. und Kapitel 7.6.5, S. 113 ff.Google Scholar
  19. 263.
    Vgl. hierzu bereits Kapitel 3.1.2, S. 17 ff. Das Bundesjustizministerium hat im Sinne dieses Informationsanspruchs am 19.3 2003 eine als „Patientencharta“ bezeichnete Patientenbroschüre „Patientenrechte in Deutschland“ veröffentlicht, vgl. www.bmj.de. Das Bundesverfassungsgericht in ständiger Rechtsprechung, so zuerst BVerfG GRUR 1986, S. 382 ff. (385); BGH v. 20.5.1999 — I ZR 40/97 — WRP 1999 S 1136- zuletzt BVerfG, Beschl. v. 4.7.2000 – 1 BvR 547/99 — www.bverfg.de BVerfG, Urt. v. 29.10.2002 – 1 BvR 525/99 — www.bverfg.de = NJW 2003 S 879 ff = DVB12003, S. 262 ff.
  20. 266.
    Vgl. Kapitel 10.6, S. 285 ff.Google Scholar
  21. 267.
    Vgl. hierzu ausführlich Kapitel 6, S. 65 ff.Google Scholar
  22. 268.
    Zur Zulässigkeit standesrechtlicher Beschränkungen vgl. Kapitel 9.3, S. 208.Google Scholar
  23. 269.
    BGH, Urt. v. 9.10.1997 I ZR 92/95 — WRP 1998, S. 172.Google Scholar
  24. 270.
    So zutreffend Andreas/Debong/Bruns, S. 43. Vgl. hierzu auch anschaulich die beiden Kapitel 10.6.6.2, S. 290 („Krebs ist heilbar“) und 10.5.3.1, S. 274 („Rabatte auf Schönheitsbehandlungen für die mitgebrachten Freunde“).Google Scholar
  25. 271.
    EGMR Strassburg, Urt. v. 17.10.2002 – 37928/97 — (Dr. Stambuk/Deutschland), NJW 2003, S. 497 ff.Google Scholar
  26. 272.
    Vgl. hierzu Kapitel 10.6, S. 285 ff.Google Scholar
  27. 273.
    Vgl. hierzu die Ausführungen in Kapitel 9.3, S. 208 ff. Zur berufswidrigen Werbung vgl. umfassend Kapitel 10, S. 217 ff.Google Scholar
  28. 274.
    BVerfG, Urt. v. 29.10.2002 – 1 BvR 525/99 — www.bverfg.de.
  29. 275.
    BVerfG, Beschl. v. 17.4.2000 – 1 BvR 721/99 — www.bverfg.de.
  30. 276.
    BVerfG, Beschl. v. 4.7.2000 – 1 BvR 547/99 — www.bverfg.de.
  31. 277.
    ÄrzteGH Saarland, Urt. v. 10.10.2001 — ÄGH 2/01 — NJW 2002, S. 839 ff.Google Scholar
  32. 278.
    Demgegenüber strenger Laufs in „Werbende Ärzte?“, der feststellt, es seien „materielle Begehrlichkeiten der Behandler ins Kraut geschossen“. Google Scholar
  33. 279.
    Anstatt etwaige „kleine Sünden“ zu verfolgen, sollten Ärztekammern und Gerichte vielmehr den wenigen schwarzen Schafen streng begegnen. Dass dies leider nicht immer der Fall ist, zeigt das Beispiel in Kapitel 10.6.6.2, S. 290 („Krebs ist heilbar“).Google Scholar
  34. 280.
    Nach ständiger Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes umfasst der Begriff des Unternehmens im Wettbewerbsrecht jede eine wirtschaftliche Tätigkeit ausübende Einheit unabhängig von ihrer Rechtsform und der Art ihrer Finanzierung. Eine wirtschaftliche Tätigkeit ist jede Tätigkeit, die darin besteht, Güter oder Dienstleistungen auf einem bestimmten Markt anzubieten, vgl. zuletzt EuGH (Plenum), Urt. v. 19.2.2002 Rs. C-309/99 — (Wouters), Nr. 46, 27; NJW 2002, S. 877 ff. Vgl. zum Unternehmensbegriff auch Palandt § 14 BGB.Google Scholar
  35. 281.
    Vgl. hierzu auch Kapitel 4.2.2, S. 43.Google Scholar
  36. 282.
    So zutreffend Jaeger, S. 263.Google Scholar
  37. 283.
    BVerfG Urt. v. 29.10.2002 – 1 BvR 525/99 — („Führen mehrer Facharztbezeichnungen“) www.bverfg.de.Google Scholar
  38. 284.
    Zu den intellektuellen Anforderungen des EuGH an den Verbraucher vgl. Kapitel 10.2.2.2, S. 225.Google Scholar
  39. 285.
    Ebenso Andreas/Debong/Bruns, S. 43.Google Scholar
  40. 286.
    Jaeger, S. 263.Google Scholar
  41. 287.
    Vgl. hierzu das Urteil des LG Frankfurt/Oder in Kapitel 10.5.3.1, S. 274.Google Scholar
  42. 288.
    Vgl. hierzu Kapitel 10.6.6.2, S. 290.Google Scholar
  43. 289.
    So etwa die Ärztekammern Niedersachsen und Westfalen-Lippe.Google Scholar
  44. 290.
    Auch die Bundesärztekammer hat diese Grundsätze inzwischen nicht mehr auf ihrer Homepage abgebildet.Google Scholar
  45. 291.
    Vgl. zu den verschiedenen Arten der Verwaltungsvorschriften Maurer, S. 624 ff.Google Scholar
  46. 292.
    Vgl. hierzu Kapitel 10.5.6, S. 283 ff.Google Scholar
  47. 293.
    Vgl. dazu auch Kapitel 9.2.6.2, S. 204.Google Scholar
  48. 294.
    So das Bundesverfassungsgericht bereits 1972 \ „Es entspricht der Natur allen Standesrechts, dass die Berufspflichten der Standesangehörigen nicht in einzelnen Tatbeständen erschöpfend umschrieben werden können, sondern in einer Generalklausel abgedruckt sind, welche die Berufsangehörigen zu gewissenhafter Berufsausübung und zu achtungs-und vertrauenswürdigem Verhalten innerhalb und außerhalb des Berufs anhält, die nähere Bestimmung der sich hieraus ergebenden einzelnen Pflichten aber der Aufsichtspraxis der Standesorgane und der Rechtsprechung der Berufsgerichte überlässt. “ BVerfG, Beschl. v. 9.5.1972 – 1 BvR 518/62 und 308/64 — BVerfGE 33, S. 125 ff.Google Scholar
  49. 295.
    Diese Rechtsunklarheit ist angesichts der weit verstreuten, unübersichtlichen und nahezu undurchschaubaren Regelungen im gesamten Bereich des Arzt- und Medizinrechts ohnehin zu beklagen.Google Scholar
  50. 296.
    Nach Wortsinn, Systematik, Sinn und Zweck des Normgebers und Übereinstimmung mit der Verfassung, vgl. hierzu umfassend Larenz/Canaris, S. 133 ff.Google Scholar
  51. 297.
    So das BVerfG bereits für die Apotheker im Beschl. v. 22.5.1996, BVerfGE 94, S. 372 ff. (394).Google Scholar
  52. 298.
    Vgl. hierzu die Kapitel 9.2, S. 197 ff. und 10.2, S. 220 ff.Google Scholar
  53. 299.
    Vgl. zur Werbung für Schönheitsmedizin Kapitel 11, S. 307 ff.Google Scholar
  54. 300.
    Vgl. etwa die berufswidrige Werbung mit Frühlings- und Mengenrabatten, Kapitel 10.5.3.1, S. 274.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 2004

Authors and Affiliations

  • Beate Bahner
    • 1
  1. 1.HeidelbergDeutschland

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