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Augenheilkunde pp 333-347 | Cite as

Augenmuskellähmung und supranukleäre Augenbewegungsstörung

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Zusammenfassung

Die Bewegungsstörung bei Augenmuskellähmungen läßt sich durch die Zugrichtung der betroffenen Muskeln erklären. Bei Lähmungsschielen ändert sich der Schielwinkel mit der Blickrichtung. Der Patient ist durch Doppelbilder gestört. Bei länger bestehendem Lähmungsschielen können die Doppelbilder manchmal durch Suppression vermieden werden. Um festzustellen, welcher Nerv gelähmt ist, prüft man die Augenbewegungen in den 6 diagnostischen Blickrichtungen. Bei der Abduzensparese steht das Auge durch Lähmung des M. rectus lateralis nach innen. Bei der Trochlearisparese ist die Senkung des Auges in Adduktion durch Ausfall des M. obliquus superior behindert. Bei der Okulomotoriusparese sind die übrigen 4 äußeren Augenmuskeln (M. rectus internus, M. rectus superior, M. rectus inferior, M. obliquus inferior) mehr oder weniger gleichmäßig betroffen. Das Auge steht meist nach außen. Zusätzlich besteht eine Ptosis durch Lähmung des M. levator palpebrae. Besteht bei einer Okulomotoriusparese eine Pupillenerweiterung, dann ist häufig ein Aneurysma der A. communicans posterior die Ursache, fehlt die Pupillenlähmung, dann handelt es sich meist um eine Durchblutungsstörung des Nervs bei Diabetes mellitus. Bei einer Kombination von Lähmungen der Hirnnerven III, IV und VI liegt die Läsion häufig in der Orbitaspitze oder im Sinus cavernosus. Bei der okulären Myasthenie bestehen eine ermüdungsabhängige Ptosis und wechselnde Augenmuskelparesen. Die Motilitätsstörung bei endokriner Orbitopathie ist durch eine Muskeifibrose verursacht, so daß das Auge bei Befall des M. rectus inferior nicht gehoben werden kann und bei Befall des M. rectus medialis durch die Kontraktur nach innen schielt. Bei der internukleären Ophthalmoplegie liegt der Entzündungsherd oder die Durchblutungsstörung im medialen longitudinalen Fasziculus zwischen Abduzens- und Okulomotoriuskern. Deshalb ist bei konjugierten Blickbewegungen die Adduktion des Auges auf der betroffenen Seite verlangsamt oder fällt ganz aus, während dagegen die Adduktion bei Naheinstellungskonvergenz normal ist. Eine vertikale Blicklähmung mit retraktorischem Nystagmus und Pupillenstörung ist durch einen Pinealistumor oder eine Durchblutungsstörung hervorgerufen.

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1993

Authors and Affiliations

  1. 1.Universitäts-Augenklinik im Kopfklinikum WürzburgWürzburgDeutschland
  2. 2.Universitäts-AugenklinikMainzDeutschland

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