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Die Einwände Einsteins gegen die Philosophie der Erfahrung

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Zusammenfassung

Sicherlich kann die Entdeckung der Falschheit des gewöhnlichen Scientismus die Wissenschaftler, die sich mit ihm beschäftigen, dazu anregen, sich den Gedanken der Positivisten, also der Philosophie der Erfahrung, zuzuwenden. Sie verzichten dann darauf, die Wirklichkeit, so wie sie ist, zu beschreiben, sind zurückhaltend sogar in bezug auf die möglichen Bedeutungen eines solchen Begriffs und beschränken ihren Ehrgeiz auf die Beschreibung der Phänomene. Sie geben sich also damit zufrieden, allgemeine Regeln zu finden, die vorherzusagen erlauben, was sie unter bestimmten Bedingungen beobachten werden. Wenn ihnen dieses Ziel zu bescheiden vorkommt, können sie sich in klassischer Weise trösten, indem sie den Sinn der verwendeten Wörter verändern. Die Gesamtheit der Phänomene nennen sie „Wirklichkeit“ und die unabhängige Wirklichkeit, auf deren Beschreibung sie verzichten, nennen sie ein „Ding an sich“. Sie können dann erhobenen Hauptes mit lauter Stimme sagen, das, was sie studierten, sei sehr wohl — wie der Mann auf der Straße meint — die objektive Wirklichkeit der Welt.

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Referenzen

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1983

Authors and Affiliations

  1. 1.Laboratoire de Physique Théorique et Particules Elémentaires Centre d’OrsayUniversité Paris XIOrsay CedexFrance

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