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Novation und Delegation

  • Heinrich Honsell
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Mit dem Ausdruck Novation (Erneuerung) bezeichneten die Römer die Umwandlung einer Obligation in eine neue, die an die Stelle der alten trat: novatio estprioris debiti in aliam obligationem transfusio atque translatio 3 — Novation ist die Überleitung einer früheren Verbindlichkeit in eine andere. Die alte Obligation erlosch ipso iure und es trat eine neue an ihre Stelle. Zugleich mit der alten Forderung gingen auch die mit ihr verbundenen Nebenrechte unter: Pfänder und Bürgen wurden frei, der Zinslauf hörte auf. Sollten die Nebenrechte auch für die neue Forderung bestehen, so war eine erneute Bestellung notwendig. Der Novation konnten Forderungsrechte aller Art unterzogen werden, zu ihrer Durchführung hingegen eignete sich nur die Stipulation. Das durch die Novation neu geschaffene Forderungsrecht war also stets eine Verbalobligation. Hinsichtlich des Zwecks und der Wirkungen unterschied man die Novation mit Gläubiger- oder Schuldnerwechsel und die Novation unter den Parteien des alten Forderungsrechts.

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Literatur

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Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1994

Authors and Affiliations

  • Heinrich Honsell
    • 1
  1. 1.Rechtswissenschaftliches SeminarUniversität ZürichZürichSwitzerland

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