Advertisement

Behandlung der Sterilität

Chapter
  • 10 Downloads

Zusammenfassung

Die Vorsorge des Staates für eine nicht nur zahlenmäßig das Volk erhaltende, sondern auch vor allem gesunde Nachkommenschaft hat der Sterilitätsforschung der letzten Zeit neue Anregungen gebracht und sie ganz in den Mittelpunkt des Interesses gestellt. Was die letzten Jahrzehnte zweifelsohne an Erhöhung der Sterilitätshäufigkeit durch weitgehende Verwendung von schwangerschaftsverhütenden Maßnahmen, was sie durch Zunahme der Geschlechtskrankheiten und durch die Abtreibung mit ihren oft gefährlichen Folgen für die Fruchtbarkeit des Weibes gebracht haben, diese große Quelle von Gefahren ist eingedämmt. Immerhin bleiben noch genug der Sterilitätsursachen, die es zu klären und wo es angeht zu beseitigen gilt. Der Begriff der Sterilität wird verschieden gefaßt. Während einzelne Schriftsteller von sterilen Ehen sprechen, in denen in einer zweijährigen Beobachtungszeit Befruchtung nicht eintritt (Chrobak, Rosthorn), fordern andere 3 und sogar 5 Jahre Immerhin können mit Kisch Frauen, bei denen der Eintritt der ersten Empfängnis sich über 16 Monate nach der Hochzeit hinzieht, schon mit gewisser Wahrscheinlichkeit als steril betrachtet werden. Mit Engelmann muß man sagen, daß es zunächst Geschmacksache ist, bei welchem Grad der Wahrscheinlichkeit, daß noch Schwangerschaft erfolgt, man von Sterilität reden will, und vom praktische n Standpunkt aus ist es gewiß gut, den Zeitpunkt nicht zu weit hinaus zu verlegen, denn eine Sterilitätsbehandlung ist um so erfolgreicher, je jünger die Frau und je kürzer die Dauer ihrer Unfruchtbarkeit ist. Die Aussichten auf Behebung des Zustandes sinken nach dem 30. Jahr einerseits und mit 5 Jahren Sterilitätsdauer anderseits ganz auffällig (G. K. F. Schultze). Ruft man sich ins Gedächtnis, daß die Wahrscheinlichkeit der Befruchtung nach 2 Jahren steriler Ehe nur 12 und nach 3 Jahren nur mehr 6% beträgt, so kann man praktisch von Sterilität sprechen, wenn die Aussichten der Befruchtung nur mehr rund 10% betragen, wie dies Chrobak und Rosthorn getan haben. Daß der Erfolg der Behandlung solcher Fälle in wissenschaftlicher Hinsicht bei kurzdauernder Sterilität keineswegs jedem Einwand Stich hält, sei ohne weiteres mit Engelmann zugegeben, gehört aber auf ein anderes Blatt.

Preview

Unable to display preview. Download preview PDF.

Unable to display preview. Download preview PDF.

Notes

Copyright information

© Springer-Verlag Wien 1942

Authors and Affiliations

  1. 1.WienÖsterreich

Personalised recommendations