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Das Coase-Theorem

  • Joachim Weimann
Part of the Springer-Lehrbuch book series (SLB)

Zusammenfassung

Um das Coase-Theorem in seiner Bedeutung richtig einschätzen zu können, muß man sich seines dogmengeschichtlichen Hintergrundes bewußt sein. Die Arbeit von Ronald Coase ist zu verstehen als Reaktion auf die maßgeblich durch A.C. Pigou Anfang dieses Jahrhunderts geprägte traditionelle Sicht, nach der externe Effekte ein Marktversagen verursachen, das nur durch Eingriffe des Staates geheilt werden kann. Konkret schlug Pigou vor, den Verursacher eines externen Effektes mit einer Steuer zu belegen, deren Höhe genau dem Schaden entspricht, der durch die Externalität verursacht wird. Auf diese Weise sollen die tatsächlich anfallenden Kosten dem Verursacher zugerechnet werden, um so den externen Effekt zu internalisieren. Wir werden uns zu einem späteren Zeitpunkt noch genauer mit diesem Konzept der sogenannten Pigou-Steuer auseinandersetzen. Vorläufig ist nur interessant, daß Pigou und nachfolgend die überwiegende Mehrzahl der Ökonomen in der Existenz externer Effekte einen unmittelbaren Anlaß für staatliche Eingriffe in das Marktgeschehen sahen. Externe Effekte wurden als “soziale Kosten” charakterisiert, die nur durch den lenkenden Eingriff des Staates vermieden bzw. internalisiert werden können.

Referenzen

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    Coase (1960), S.2Google Scholar
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    Da wir uns im folgenden immer wieder spieltheoretischer Konzepte bedienen werden, sei dem Leser, der mit den Grundlagen der Spieltheorie nicht vertraut ist, die Vorablektüre des Anhanges I empfohlen.Google Scholar
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    Ax bezeichnet die Ableitung von A(x) nach x, es wird unterstellt, daß (16.1) notwendig und hinreichend für ein Maximum von A(x) ist. xN und yN bezeichnen die optimalen Strategien in dem betrachteten Spiel.Google Scholar
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    Dabei wird vorausgesetzt, daß jeder Spieler davon ausgeht, daß der Gegenspieler seine Strategie nicht ändert (Nash-Verhalten).Google Scholar
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    Genaugenommen ist dies keine zusätzliche Voraussetzung, denn man kann fehlende Kommunikationsmöglichkeiten natürlich als unendlich hohe Transaktionskosten interpretieren. Insofern schließt die Voraussetzung fehlender Transaktionskosten bereits ein, daß Kommunikation möglich ist. Daß dieser Punkt hier gesondert aufgeführt wird hat vornehmlich didaktische Gründe, denn Transaktionskosten in Form von eingeschränkten Kommunikationsmöglichkeiten werden im folgenden eine wichtige Rolle spielen.Google Scholar
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    Eine Annäherung an den Formalismus, der mit der TI verbunden ist, wird im Anhang II versucht, in dem zwei Modelle explizit vorgestellt werden.Google Scholar
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    Aus diesem Grund spricht man im Zusammenhang mit der TI auch oft vom “mechanism design”.Google Scholar
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    In Anhang II ist das Modell Rob’s ausführlich dargestellt.Google Scholar
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    Die Arbeit von Myerson und Satterthwaite zeigt zwar, daß es auch bei privaten Gütern Situationen gibt, in denen sich private Information strategisch nutzen läßt, aber auf kompetitiven Märkten mit hinreichend großer Anzahl von Akteuren verschwindet diese Möglichkeit. Das entsprechende Resultat von Gresik und Satterthwaite zeigt, daß das üblicherweise für kompetitive Märkte unterstellte Preisnehmerverhalten, das ja gerade strategisches Verhalten ausschließt, als rationale Strategie der am Markt agierenden Individuen gedeutet werden kann.Google Scholar

Copyright information

© Springer-Verlag Berlin Heidelberg 1990

Authors and Affiliations

  • Joachim Weimann
    • 1
  1. 1.Fachbereich Wirtschafts- und SozialwissenschaftenUniversität DortmundDortmund 50Deutschland

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