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Zwischen Gedenkort und Kulturdenkmal – Perspektiven von Denkmalbehörden und Gedenkstätteninstitutionen auf Standorte ehemaliger NS-Zwangslager

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Erinnerungskultur in der Verwaltungspraxis
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Zusammenfassung

„KZ-Gedenkstätte Dachau: Das Krematorium zerfällt“ und „Sachsenburg: Abriss von ehemaliger KZ-Kommandantenvilla beschlossen“, das sind zwei Schlagzeilen des Jahres 2022, die einen Blick auf die aktuelle Situation denkmalgeschützter Anlagen ehemaliger nationalsozialistischer Zwangslager (im Folgenden kurz NS-Zwangslager) lenken. Zwar wird ihre Bedeutung als Schauplätze nationalsozialistischer Verbrechen, als Orte der Erinnerung an die Opfer, historischer Information und Bildung in der bundesdeutschen Politik und Öffentlichkeit fortwährend betont. Denkmalschutz ehemaliger Lagerstandorte und ihr tatsächlicher Erhalt sind jedoch mit wenigen Ausnahmen hierzulande defizitär.

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Notes

  1. 1.

    Helmut Zeller, KZ-Gedenkstätte Dachau. Das Krematorium zerfällt, in: Süddeutsche Zeitung, Online-Ausgabe v. 30.01.2022.

  2. 2.

    Ingolf Rosendahl, Sachsenburg: Abriss von ehemaliger KZ-Kommandantenvilla beschlossen, in: Freie Presse v. 01.07.2022.

  3. 3.

    Mit dem Begriff NS-Zwangslager sind gemäß dem Historiker Wolfgang Benz alle jene Lager gemeint, „in denen Menschen gegen ihren Willen unter Bewachung leben mussten und in denen Tätigkeiten und Verhaltensweisen erzwungen wurden, die nicht vom eigenen Willen oder auch nur von rechtsstaatlichen Normen bestimmt waren.“ Den Konzentrationslager-Begriff beschränkte er auf jene Einrichtungen, die der SS-Institution „Inspektion der Konzentrationslager“ und später dem Wirtschaftsverwaltungshauptamt der SS unterstellt waren, vgl. Wolfgang Benz Nationalsozialistische Zwangslager. Ein Überblick, in: Ders. /Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. I, München 2005, S. 12.

  4. 4.

    Neben der Schwierigkeit, bauliche Anlagen und Objekte, die teils mit tausendfachem Mord, mit krassesten Verbrechen und unermesslichem Leid in Zusammenhang stehen, als „Kultur“-Denkmale zu schützen, sind die oft enormen Ausdehnungen, die Heterogenität und der schlechte bauliche Zustand der ehemaligen Lager sowie die große Menge potenziell schützenswerter Standorte weitere Herausforderungen.

  5. 5.

    Vgl. zur Definition von Gedenkstätten: Cornelia Siebeck, Denkmale und Gedenkstätten, in: Christian Gudehus/Ariane Eichenberg/Harald Welzer (Hrsg.), Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Handbuch., Stuttgart 2010, S. 177; Habbo Knoch, Gedenkstätten, in: Docupedia-Zeitgeschichte. http://www.docupedia.de/zg/Knoch_gedenkstaetten_vl_de_2018; Simone Derix, Gedenkstätte, in: Nicolas Pethes/Jens Ruchatz (Hrsg.), Gedächtnis und Erinnerung. Ein interdisziplinäres Lexikon, Hamburg 2001, S. 209 f.

  6. 6.

    Aleida Assmann, Kollektives Gedächtnis, in: Pethes/Ruchatz, Gedächtnis (wie Anm. 5), S. 309.

  7. 7.

    Cornelia Siebeck, „Im Raume lesen wir die Zeit“? Zum komplexen Verhältnis von Geschichte, Ort und Gedächtnis (nicht nur) in KZ-Gedenkstätten, in: Alexandra Klei/Katrin Stoll/Annika Wienert (Hrsg.), Die Transformation der Lager. Annäherungen an die Orte nationalsozialistischer Verbrechen, Bielefeld 2011, S. 90 f.

  8. 8.

    Gerhard Vinken, Denkmalpflege, in: Pethes/Ruchatz, Gedächtnis (wie Anm. 5), S. 120.

  9. 9.

    Boris Groys, Logik der Sammlung. Am Ende des musealen Zeitalters, München 1997, S. 202.

  10. 10.

    Viktoria Lukas-Krohm, Denkmalschutz und Denkmalpflege von 1975 bis 2005 mit Schwerpunkt Bayern. Diss. Universität Bamberg, 2014, S. 23 ff.; Uta Klimpke, Zur denkmalpolitischen Praxis der Gegenwart – institutionelle Handlungsspielräume und diskursive Prozesse. Diss. Universität Kassel 2012, S. 20.

  11. 11.

    Leo Schmidt, Einführung in die Denkmalpflege. Darmstad 2008, S. 13.

  12. 12.

    Anke Binnewerg, Menschen und Steine. Die Anwendbarkeit von Maurice Halbwachs’ These zu Erinnerung und Raum für die Denkmalpflege, in: Hans-Rudolf Meier/Ingrid Scheurmann/Wolfgang Sonne (Hrsg.), Werte. Begründungen der Denkmalpflege in Geschichte und Gegenwart, Berlin 2012, S. 95.

  13. 13.

    Detlef Garbe, Gedenkstätten in der Bundesrepublik. Eine geschichtspolitische Erfolgsgeschichte im Gegenwind, in: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.), Gedenkstätten und Geschichtspolitik, Bremen 2015, S. 78; Winfried Meyer, Friedhofsgärtnerei statt Elfenbeinturm? Thesen zu Bedingungen und Aspekten zeitgeschichtlicher Forschung in Gedenkstätten, in: Thomas Schaarschmidt (Hrsg.), Historisches Erinnern und Gedenken im Übergang vom 20. zum 21. Jahrhundert, Frankfurt am Main 2008, S. 22; Siebeck, Denkmale (wie Anm. 5), S. 177; Dirk Riedel, Einleitung, in: Gabriele Hammermann/Ders. (Hrsg.), Sanierung – Rekonstruktion – Neugestaltung. Zum Umgang mit historischen Bauten in Gedenkstätten, Göttingen 2014, S. 9

  14. 14.

    Thomas Rahe/Wilfried Wiedemann, Gedenkstätten im Wandel. Entwicklungstendenzen am Beispiel Bergen-Belsen, in: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.), Gedenkstätten und Besucherforschung, Bonn 2004, S. 41 f.

  15. 15.

    Volkhard Knigge, Abschied von der Erinnerung. Zum notwendigen Wandel der Arbeit der KZ-Gedenkstätten in Deutschland, in: Gedenkstättenrundbrief 100 (2001), S. 143.

  16. 16.

    Olaf Mußmann, Die Gestaltung von Gedenkstätten im historischen Wandel, in: KZ-Gedenkstätte Neuengamme (Hrsg.), Museale und mediale Präsentationen in Gedenkstätten, Bremen 2001, S. 15 ff.; Ulrike Puvogel, Einleitung, in: Dies./Martin Stankowski (Hrsg.), Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation. 2. Aufl., Bonn 1996, S. 12; Ulrike Puvogel, Einleitung, in: Dies. (Hrsg.), Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus. Eine Dokumentation, Bd. II, 2. Aufl., Bonn 2000, S. 13 f.

  17. 17.

    Burkhard Körner, Zwischen Bewahren und Gestalten. Denkmalpflege nach 1945, Petersberg 2000, S. 37 ff.; Hannes Eckert/Joachim Kleinmann/Holger Reimers, Denkmalpflege und Bauforschung. Aufgaben, Ziele, Methoden, Karlsruhe: Sonderforschungsbereich 315, Universität Karlsruhe 2000, S. 54; Norbert Huse, Denkmalpflege und Wiederaufbau, in: Ders. (Hrsg.), Deutsche Texte aus drei Jahrhunderten, 3. Aufl. München 2006, S. 183 ff.; Achim Hubel, Denkmalpflege. Geschichte, Themen, Aufgaben. Eine Einführung, Stuttgart 1995, S. 172.

  18. 18.

    Jörg Skriebeleit, Erinnerungsort Flossenbürg. Akteure, Zäsuren, Geschichtsbilder, Göttingen 2009, S. 187 f.

  19. 19.

    Landesarchiv Thüringen, Hauptstaatsarchiv Weimar, Weimar, Beratungsstelle, 1550, Fl. 160, Land Thüringen, Ministerium für Wirtschaft: Anordnung zur einstweiligen Sicherstellung des „Großen Ettersbergs“ bei Weimar. Erfurt, den 16.08.1949, i.V. gez. Hirsch.

  20. 20.

    Detlef Hoffmann, Dachau, in: Ders. (Hrsg.), Gedächtnis der Dinge. KZ-Relikte und KZ-Denkmäler 1945–1995, Frankfurt am Main 1998, S. 49.

  21. 21.

    Zitiert in Bundesarchiv Berlin, DO 1, 8130, VVN an Ministerium des Inneren, Staatssekretär Warnke, Berlin, gez. Beyling, Berlin, 19.11.1951.

  22. 22.

    Sigrid Brandt, Geschichte der Denkmalpflege in der SBZ/DDR: dargestellt an Beispielen aus dem sächsischen Raum 1945–1961, Berlin 2003, S. 28.

  23. 23.

    Fabian Schwanzar, Gedenkstätten im Wandel? Erinnerungsakteurinnen und -akteure und staatliche Geschichtspolitik in den 1980er-Jahren, in: Gedenkstätten und Geschichtspolitik (wie Anm. 13), S. 42, 46 f.; Mußmann (wie Anm. 16), S. 20; Puvogel, Einleitung 1996 (wie Anm. 16), S. 10; Puvogel/Stankowski (wie Anm. 16), S. 123, 386.

  24. 24.

    Anordnung über das Statut der Nationalen Mahn- und Gedenkstätten vom 28.07.1961 (GBl. II S. 381).

  25. 25.

    Verordnung über die Pflege und den Schutz der Denkmale vom 28.09.1961.

  26. 26.

    Denkmale von besonderer nationaler Bedeutung und internationalem Kunstwert, in: Verfügungen und Mitteilungen des Ministeriums für Kultur, Nr. 2, 1962, S. 10 f.

  27. 27.

    Später „Neue Geschichtsbewegung“ oder „Geschichtswerkstattbewegung“ genannt.

  28. 28.

    Puvogel, Einleitung 1996 (wie Anm. 16), S. 10 f.; Schwanzar, Gedenkstätten (wie Anm. 23), S. 42 f., 46.

  29. 29.

    Walter Irlinger, Dokumentation, Erfassung und öffentliche Darstellung der KZ und KZ-Außenlager in Bayern, in: Ursula Schädler-Saub/Angela Weyer (Hrsg.), Geteilt – Vereint. Denkmalpflege in Mitteleuropa zur Zeit des Eisernen Vorhangs und heute, Petersberg 2015, S. 207 f.

  30. 30.

    Walter Albrecht, Gedenkstätten der deutschen Arbeiterbewegung, in: Institut für Denkmalpflege, Arbeitsstelle Erfurt (Hrsg.), Denkmale in Thüringen, Weimar 1973, S. 24.

  31. 31.

    Ebd.

  32. 32.

    Gesetz zur Erhaltung der Denkmale in der Deutschen Demokratischen Republik (Denkmalpflegegesetz) v. 19.06.1975 (GBl. I S. 458).

  33. 33.

    Anna Dora Miethe, Gedenkstätten. Arbeiterbewegung, Antifaschistischer Widerstand, Aufbau des Sozialismus, Leipzig, Jena, Berlin 1974.

  34. 34.

    Andreas Stahl, Gedenkstätten der DDR zur Erinnerung an die Zeit des Nationalsozialismus in Sachsen-Anhalt – Denkmalpflegerischer Umgang mit dem Dualismus von Authentizität und Rezeption, in: Schädler-Saub/Weyer, Geteilt – Vereint (wie Anm. 29), S. 200.

  35. 35.

    Puvogel, Einleitung 1996 (wie Anm. 16), S. 10 f.; Schwanzar, Gedenkstätten (wie Anm. 23), S. 43 f., 46.

  36. 36.

    OVG Rheinland-Pfalz, Urteil v. 27.09.1989 –10 C 22/88 –, EzD 2.1.2 Nr. 6.

  37. 37.

    Informationen zum Denkmalstatus entnommen aus Puvogel/Stankowski, Gedenkstätten (wie Anm. 16), S. 408, 646, 681–684; Manfred Fischer/Volker Konkording, Das ehemalige Konzentrationslager Neuengamme bei Hamburg, in: Deutsche Kunst und Denkmalpflege 56 (1/1998), S. 84; Irlinger, Dokumentation (wie Anm. 29), S. 207 f. sowie anhand des Fachinformationssystems ADABweb des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege.

  38. 38.

    Fischer/Konkording, Neuengamme (wie Anm. 37), S. 79.

  39. 39.

    Vgl. Anna Dora Miethe/Hugo Namslauer, Denkmalpflege in der Deutschen Demokratischen Republik. Zur Gestaltung und Pflege politischer Gedenkstätten, Gotha 1981.

  40. 40.

    Stahl, Gedenkstätten (wie Anm. 34), S. 197 ff.

  41. 41.

    Das gilt beispielsweise für die Verzeichnung der Gedenkstätte Buchenwald; vgl. Aktiv Denkmalpflege und Institut für Denkmalpflege Erfurt (Hrsg.), Denkmalliste der Stadt Weimar, 1980, S. 2–5.

  42. 42.

    Vertrag zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands (Einigungsvertrag) v. 31.08.1990 (BGBl. II S. 889).

  43. 43.

    Zusätzlich wurden der Schutz der Denkmäler und die Erhaltung und Pflege der Gräber sowjetischer Opfer von Krieg und Gewaltherrschaft im Vertrag über gute Nachbarschaft, Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen der BRD und der UdSSR v. 09.11.1990 verankert.

  44. 44.

    Detelf Garbe, Die Gedenkstättenkonzeption des Bundes: Förderinstrument im geschichtspolitischen Spannungsfeld, in: Gedenkstättenrundbrief 182 (2016), S. 4; Bernd Faulenbach, Entwicklungstendenzen der Gedenkstättenarbeit seit der Wiedervereinigung, in: Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland (Hrsg.), Gedenkstätten und Besucherforschung, Bonn 2004, S. 115.

  45. 45.

    Deutscher Bundestag, Schlußbericht der Enquete-Kommission „Überwindung der Folgen der SED-Diktatur im Prozeß der deutschen Einheit“ v. 10.06.1998, BT-Drucks. 13/11000, S. 226, 231, 249 f., 255.

  46. 46.

    Deutscher Bundestag, Unterrichtung durch die Bundesregierung: Konzeption der künftigen Gedenkstättenforderung des Bundes und Bericht der Bundesregierung über die Beteiligung des Bundes an Gedenkstätten in der Bundesrepublik Deutschland (Gedenkstättenkonzeption) v. 27.07.1999, BT-Drucks. 14/1569.

  47. 47.

    Puvogel, Einleitung 1996 (wie Anm. 16), S. 10 ff.; Faulenbach, Gedenkstättenarbeit (wie Anm. 43), S. 108–115.

  48. 48.

    Regina Scheer, Der Umgang mit Denkmälern. Eine Recherche in Brandenburg. Potsdam 2003, S. 129, 134 ff.; Monika Kahl, Thüringen. Einleitung, in: Puvogel, Gedenkstätten Bd. II (wie Anm. 16), S. 782 f.; Stahl, Gedenkstätten (wie Anm. 34), S. 203.

  49. 49.

    So diskutierten Fachleute mehrerer Disziplinen, darunter auch der damalige Brandenburgische Landeskonservator Detlef Karg, 1992 den Umgang mit zwei, bei einem Brandanschlag zerstörten Baracken der Gedenkstätte Sachsenhausen (Günter Morsch/Gedenkstätte Sachsenhausen, Die Baracken 38 und 39. Geschichte und Zukunft eines geschändeten Denkmals, Berlin 1995). Diskurse wurden auch durch Pläne zur Etablierung von gewerblichen und Wohnnutzungen auf den Arealen der ehemaligen Konzentrationslager Ravensbrück und Sachsenhausen in Gang gesetzt (Werner Durth/Winfried Nerdinger, Architektur und Städtebau der 30er und 40er Jahre. Ergebnisse der Fachtagung in München, 26.–28. November 1993. 2. Aufl. Bonn 1993, S. 20, 23; Annette Leo, Fachtagung: „Ein Denkmal für die Täter?“, in: Gedenkstättenrundbrief 81 (1997); Hermann Czech, „Wo Lager war soll Stadt werden“. Das Gutachterverfahren Oranienburg 1992/93, in: Österreichische Zeitschrift für Kunst und Denkmalpflege 61 (1) 2007.

  50. 50.

    Stadt Witten, Planungsamt, Übersicht über die Denkmalliste der Stadt Witten gemäß § 3 des Denkmalschutzgesetzes, Stand: 31.01.2010, S. 7; siehe auch den Beitrag von Michael Baales und Manuel Zeiler in diesem Band.

  51. 51.

    Bayerischer Denkmal-Atlas, Aktennummer D-2-7137-0179.

  52. 52.

    Deutsches Nationalkomitee für Denkmalschutz, Appell zum Umgang mit Architektur und Städtebau der 30er/40er Jahre, v. 27.11.1993, in: Ders. (Hrsg.), Denkmalschutz. Texte zum Denkmalschutz und zur Denkmalpflege, München 2007, S. 227 f.

  53. 53.

    Dieter Hübener, Gedenkstätten im Land Brandenburg. Umgang mit dem historischen Ort, in: Brandenburgische Denkmalpflege 4 (1/1995), S. 87.

  54. 54.

    Thomas Kersting, Geschichte von unten? Orte der Zeitgeschichte in der Landesarchäologie Brandenburg, in: Zwischen Welterbe und Denkmalalltag – erhalten, erschließen, engagieren, hrsgg. v. Vereinigung der Landesdenkmalpfleger in der Bundesrepublik Deutschland und Verband der Landesarchäologen in der Bundesrepublik Deutschland, 2015, S. 320 f.

  55. 55.

    So war die Abwendung einer Gefährdung des ehemaligen, zeitgenössisch als „Jugendschutzlager Uckermarck“ bezeichneten NS-Zwangslagers in Fürstenberg durch eine geplante Umgehungsstraße Ende der 1990er Jahre auf die erfolgreiche Kooperation Zusammenarbeit von zivilgesellschaftlichen Initiativen, Überlebenden-Verbänden, der Gedenkstätte Ravensbrück und der Bodendenkmalpflege zurückzuführten; vgl. Günter Morsch, Die Bedeutung der Archäologie für die historische Forschung, für Ausstellungen, pädagogische Vermittlung und Neugestaltung der NS-Gedenkstätten, in: Thomas Kersting u. a. (Hrsg.), NS-Lagerstandorte Erforschen – Bewahren – Vermitteln, Petersberg 2016, S. 17 f., 20.

  56. 56.

    Reinhard Roseneck, Denkmalpflegerischer musealer Umgang mit einer Stätte des Gedenkens. Das KZ Drütte im Stahlwerk Salzgitter, in: Mitteilungsblatt 49, 1995; Juliane Hummel, Immobile Erinnerung. Der Bau und die baulichen Reste des Kriegsgefangenen- und Konzentrationslagers Bergen-Belsen, in: Wilfried Wiedemann/Joachim Wolschke-Bulmahn (Hrsg.), Landschaft und Gedächtnis. Bergen-Belsen, Esterwegen, Falstad, Majdanek, München 2011, S. 122 f.

  57. 57.

    Deutscher Bundestag, Zu der Unterrichtung durch den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Fortschreibung der Gedenkstättenkonzeption des Bundes „Verantwortung wahrnehmen, Aufarbeitung verstärken, Gedenken vertiefen“ v. 19.06.2008, S. 4.; vgl. zur Entwicklung der beiden Gedenkstättenkonzeptionen, zu ihrer Kritik und zur Gedenkstättenförderung des Bundes: Garbe, Gedenkstättenkonzeption (wie Anm. 44).

  58. 58.

    Garbe, Gedenkstättenkonzeption (wie Anm. 44), Anlage Projektförderungen.

  59. 59.

    Das gilt für folgende: die Gedenkstätte Bergen-Belsen in der Stiftung Niedersächsische Gedenkstätten, die KZ-Gedenkstätte Neuengamme in Trägerschaft der Hansestadt Hamburg, die Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau Dora in der gleichnamigen Stiftung des Freistaates Thüringen, die Gedenkstätten Ravensbrück und Sachsenhausen in der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten, die KZ-Gedenkstätten Dachau und Flossenbürg in der Stiftung Bayerische Gedenkstätten, die Gedenkstätte KZ Lichtenburg Prettin und die Gedenkstätte für die Opfer des KZ Langenstein-Zwieberge in der Stiftung Gedenkstätten Sachsen-Anhalt sowie die Gedenkstätte Ehrenhain Zeithain in der Stiftung Sächsische Gedenkstätten. In einigen Stiftungen sind auch andere Orte NS-Unrechts, teils auch Gedenkstätten zur Erinnerung an die deutsch-deutsche Teilung und an DDR-Unrecht organisiert.

  60. 60.

    Vgl. stellvertretend in Niedersachsen: § 2 des Gesetzes über die „Stiftung niedersächsische Gedenkstätten“ (GedenkStG) v. 18.11.2004 (GVBl, 2004 S. 505). In der Förderrichtlinie der Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft für die Ausreichung von Zuwendungen an Gedenkstätten, Archive und Zentren sowie Einrichtungen und Initiativen (Förderrichtlinie–StSG) v. 10.06.2016 (Ziff. IV Satz 2 Nr. 2) sowie den beigefügten Empfehlungen für die inhaltliche Gliederung von Gedenkstättenkonzepten (Ziff. 4) gibt es immerhin explizite Bezüge zu Bauten.

  61. 61.

    Eine Ausnahme ist das um 2014 entstandene Leitbild der Stiftung Lager Sandbostel mit seiner expliziten Bezugnahme zum Ensemble der Holz- und Steinbaracken und der Aufgabe ihres Erhalts. Aufgrund dessen waren detaillierte bauhistorische Untersuchungen Grundlage der Neukonzeption (https://www.stiftung-lager-sandbostel.de/stiftung/leitbild/, letzter Zugriff 7.10.2022). Vgl. auch Andreas Ehresmann, Rekonstruktion oder Sanierung des Bestandes? Der Umgang mit historischen Gebäuden des ehemaligen Kriegsgefangenenlagers Sandbostel, in: Hammermann/Riedel, Sanierung (wie Anm. 13), S. 134–150, und Ders., Der Umgang mit der historischen Bausubstanz in der Gedenkstätte Sandbostel, in: Ders. (Hrsg.), Das Stalag X B Sandbostel. Geschichte und Nachgeschichte eines Kriegsgefangenenlagers. Katalog der Dauerausstellung, München, Hamburg 2015, S. 390–394.

  62. 62.

    Hummel, Erinnerung (wie Anm. 56), S. 123.

  63. 63.

    Zumindest ergab die Recherche auf den Internetseiten der bundesdeutschen Gedenkstätteninstitutionen und -stiftungen bislang keine derartigen Referate bzw. Personalstellen. Denkmalpflegefragen werden offenbar von den Bauabteilungen bearbeitet und konzeptionelle Fragen von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern anderer Bereiche oder dem jeweiligen Leitungspersonal selbst übernommen.

  64. 64.

    Schon 1999 konstatierte der damalige Direktor der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten Gunter Morsch im Hinblick auf die umfangreichen Sanierungsarbeiten in Ravensbrück und Sachsenhausen: „Dies erforderte von den Mitarbeitern in den Gedenkstätten die schnelle Aneignung eines im hohen Grade spezialisierten Wissens über Fragen des Denkmalschutzes, der Architektur und des Bauwesens. Fragen, für die weder Historiker noch Museologen noch allgemeine Verwaltungsmitarbeiter ausgebildet sind“ (Günter Morsch, Vorwort, in: Jahresbericht der Stiftung Brandenburgische Gedenkstätten für 1998, Oranienburg 1999, S. 4).

  65. 65.

    Morsch, Archäologie (wie Anm. 55), S. 17 f., 20, 27 f.

  66. 66.

    Rahe/Wiedemann, Gedenkstätten (wie Anm. 14), S. 34.

  67. 67.

    Stellvertretend dafür steht die Dachauer Tagung „Sanierung – Rekonstruktion – Neugestaltung. Zum Umgang mit historischen Bauten in Gedenkstätten“ 2013, auf der Fachleute aus Gedenkstätten, Denkmalbehörden und der Bauforschung die Notwendigkeit des Erhalts von Bauten mit Lagerkontext, mögliche Umgangsformen sowie die Erfahrungen und Herausforderungen des Erhalts diskutierten.

  68. 68.

    Egon Johannes Greipl, Erinnerung und Authentizität. Anmerkungen zum Verhältnis von Denkmälern und Gedenkstätten, in: Hammermann/Riedel, Sanierung (wie Anm. 13), S. 67.

  69. 69.

    Holger Reinhardt, Denkmalpflege am Geschichtsdenkmal und an Kulturdenkmalen im Geschichtsdenkmal, in: Ingrid Scheurmann (Hrsg.), Erinnerung kartieren? Erfassung von Baubefunden in Gedenkstätten, Dresden 2012, S. 36 f.

  70. 70.

    Stahl, Gedenkstätten (wie Anm. 34), S. 203.

  71. 71.

    Roland Linck/Jörg Faßbinder/Johannes Ibel, Geophysikalische Untersuchungen in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, in: Das archäologische Jahr in Bayern 2010, Stuttgart 2011, S. 174; Walter Irlinger, Archäologische Bodendenkmalpflege des 20. Jahrhunderts in Bayern, in: Fundberichte aus Österreich 51 (2012), S. 154.

  72. 72.

    Christian Bollacher/Barbara Hausmair, Die baden-württembergischen Außenlager des KZ Natzweiler-Struthof – Denkmalfachliche Überlegungen zu einem schwierigen kulturellen Erbe, in: Die Denkmalpflege 76 (2/2018), S. 152–158.

  73. 73.

    Landesamt für Denkmalpflege Baden-Württemberg, Die frühen nationalsozialistischen Konzentrationslager in Baden und Württemberg – eine Bestandsaufnahme, https://www.denkmalpflege-bw.de/denkmale/projekte/bau-und-kunstdenkmalpflege/bauforschung/fruehe-konzentrationslager, letzter Zugriff am 07.10.2022.

  74. 74.

    Habbo Knoch, „Ferienlager“ und „gefoltertes Leben“. Periphere Räume in ehemaligen Konzentrationslagern, in: Hammermann/Riedel, Sanierung (wie Anm. 13), S. 40 f.

  75. 75.

    Werner Reutter, Die deutschen Länder. Eine Einführung, Wiesbaden 2020, S. 21–27.

  76. 76.

    Lukas-Krohm, Denkmalschutz (wie Anm. 10), S. 23 ff.

  77. 77.

    Vgl. zur Geschichte des Lagers und zum späteren Umgang: Jens-Christian Wagner, Ellrich-Juliushütte, in: Wolfgang Benz/Barbara Distel (Hrsg.), Der Ort des Terrors. Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager. Bd. 7, München 2008, S. 302–306.

  78. 78.

    Archiv des Thüringischen Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologie Erfurt, Sammlung Kahl, Ordner „Außenlager ,Erich‘ in Ellrich“, Aktennotiz v. 08.08.1997 sowie anschließender Schriftwechsel.

  79. 79.

    Im niedersächsischen Walkenried wurden „Fundamentreste der Baracken und des Krematoriums“, im thüringischen Ellrich „Fundament- und Gebäudereste“ als „Teilbestand“ des ehemaligen Lagers als Denkmal ausgewiesen. Laut Fachinformationssystem ADABweb (wie Anm. 9) und TLDA Erfurt (wie Anm. 78), Sammlung Kahl, Lagerstandorte.

  80. 80.

    Assmann, Gedächtnis (wie Anm. 6), S. 309.

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Binnewerg, A. (2023). Zwischen Gedenkort und Kulturdenkmal – Perspektiven von Denkmalbehörden und Gedenkstätteninstitutionen auf Standorte ehemaliger NS-Zwangslager. In: Davydov, D. (eds) Erinnerungskultur in der Verwaltungspraxis. Geschichte und Ethik der Polizei und öffentlichen Verwaltung. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-41939-4_8

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