Skip to main content

Zur Häufigkeit von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen

  • Chapter
  • First Online:
Geheimhaltung - Sexueller Missbrauch
  • 4665 Accesses

Zusammenfassung

Ende Mai 2021 gab die polizeiliche Kriminalstatistik erneute Angaben zur sexuellen Gewalt an Kindern und Jugendlichen bekannt. Die Zahl der Fälle sexualisierter Gewalt gegen Minderjährige ist weiter gestiegen. Um dies zu konkretisieren: Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) verzeichnet für das Jahr 2020 in Deutschland 14.594 den Ermittlungsbehörden bekannt gewordene Straftaten des sexuellen Kindesmissbrauchs (gem. §§ 176, 176a, 176b StGB). Das Dunkelfeld, die Zahl der nicht polizeilich bekannten Fälle, ist weitaus größer. Dunkelfeldforschungen aus den vergangenen Jahren haben ergeben, dass etwa jede/r siebte bis achte Erwachsene in Deutschland sexuelle Gewalt in Kindheit und Jugend erlitten hat. Sexueller Missbrauch wird am häufigsten zu Hause durch eigene Angehörige erlebt, jedoch berichten Kinder und Jugendliche auch von sexueller Gewalt in Institutionen, insbesondere in Schulen, Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe und Sportvereinen. Den stärksten Anstieg verzeichnete die Statistik bei der Verbreitung von Kinderpornografie, also der Herstellung und Verbreitung von Bildern und Filmen von sexualisierter Gewalt gegen Kinder. In Deutschland sind die angezeigten Fälle von Missbrauchsabbildungen, sog. Kinderpornografie, laut Polizeilicher Kriminalstatistik (PKS) 2020 im Vergleich zum Vorjahr von 12.262 um 53 % auf 18.761 Fälle gestiegen. Ich lege Ihnen nahe, sich die Statistik, nicht nur als Fachkraft genauer anzusehen, sondern auch Sie als Eltern ihres geliebten Kindes, sollten sich von den einzelnen Bundesländern ein Bild machen. Während in Bremen und im Saarland die Zahlen statistisch gesehen in Bezug auf den Missbrauch von Kindern gem. §§ 176, 176a, 176b StGB mit 149 absoluten Fällen im Jahr 2020 eher niedrig sind, befindet sich Nordrhein-Westfalen mit 3353 absoluten Fällen auf der „Hochburg“ des sexuellen Missbrauchs. Johannes-Wilhelm Rörig, der Unabhängige Beauftragte für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs, nannte die Zahlen „unerträglich“. Dahinter stehe „zehntausendfaches Leid von Kindern und Jugendlichen“.

This is a preview of subscription content, log in via an institution to check access.

Access this chapter

eBook
USD 19.99
Price excludes VAT (USA)
  • Available as EPUB and PDF
  • Read on any device
  • Instant download
  • Own it forever
Softcover Book
USD 24.99
Price excludes VAT (USA)
  • Compact, lightweight edition
  • Dispatched in 3 to 5 business days
  • Free shipping worldwide - see info

Tax calculation will be finalised at checkout

Purchases are for personal use only

Institutional subscriptions

Author information

Authors and Affiliations

Authors

Rights and permissions

Reprints and permissions

Copyright information

© 2022 Der/die Autor(en), exklusiv lizenziert an Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature

About this chapter

Check for updates. Verify currency and authenticity via CrossMark

Cite this chapter

Sabas, N. (2022). Zur Häufigkeit von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen. In: Geheimhaltung - Sexueller Missbrauch. Springer, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-37101-2_3

Download citation

  • DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-37101-2_3

  • Published:

  • Publisher Name: Springer, Wiesbaden

  • Print ISBN: 978-3-658-37100-5

  • Online ISBN: 978-3-658-37101-2

  • eBook Packages: Psychology (German Language)

Publish with us

Policies and ethics