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Abwege des Wandels – Feministisch-zivilgesellschaftliche Politiken heute und morgen

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Zusammenfassung

Der Beitrag behandelt feministischen Aktivismus in Theorie und Praxis am Beispiel des Frauen*Volksbegehren, welches als Versuch angewandter feministischer Rechtspolitik betrachtet wird, in dem Recht und Narration als gleichstellungspraktische Politikstrategien fungieren. Dabei kommen auch Ambivalenzen feministisch-aktivistischer Bemühungen um sozialen Wandel zum Vorschein.

Schlüsselwörter:

  • Aktivismus
  • Feministische Rechtspolitik
  • Frauenvolksbegehren
  • Politische Narrative
  • Sozialer Wandel

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Notes

  1. 1.

    Nicht nur war und ist selbst die Frauen*Volksbegehren-Projektleiterin Lena Jäger deutsche Staatsbürgerin, die Initiative hat unter dem Leispruch „Für echte Demokratie“ gemeinsam mit der NGO „SOS Mitmensch“ auch eine „Pass egal“-Wahl organisiert und so Unterschriften von in Österreich lebenden Personen ohne österreichischer Staatsbürgerschaft symbolisch gesammelt (Frauenvolksbegehren 2.0 – Verein für Frauen*- und Gleichstellungspolitik in Österreich, o. D. c).

  2. 2.

    Nach der „Rangliste“ des Bundesministerium für Inneres – Stand Oktober 2021: https://www.bmi.gv.at/411/files/VB_Ranking_Ende_Oktober_2021_BF_20211019.pdf (Zugegriffen: 18. Dezember 2021).

  3. 3.

    Der Gang der parlamentarischen Debatten zum Frauen*Volksbegehren lassen sich anhand der Ausschussmaterialien und stenographischen Protokolle der Sitzungen nachvollziehen: www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVI/I/I_00433/index.shtml (Zugegriffen: 02. November 2020).

  4. 4.

    Mit anderen Worten: „Gleichheit ist kein symmetrisches Recht, sondern ein Recht gegen spezifische Asymmetrien“ (Baer 2013, S. 110).

  5. 5.

    Im österreichischen Gleichbehandlungsgesetz Stammfassung: BGBl. Nr. 108/1979/BGBl. I Nr. 66/2004, zuletzt geändert: BGBl. I Nr. 16/2020) sowie in den europäischen Rechtsakten wie der Antirassismusrichtlinie 2000/43/EG und den verschiedenen Gleichbehandlungsrichtlinien 2004/113/EG, 2006/54/EG und 2010/41/EU sind Gleichbehandlungsgebote und Rechtsschutzmöglichkeiten gegen Diskrimininierung im Zusammenhang mit Arbeit und Beschäftigung, im Zugang zu und der Versorgung mit Gütern und Dienstleistungen sowie betreffend die Ausübung selbstständiger Erwerbstätigkeit festgeschrieben und in Folge im nationalen Recht der Mitgliedstaaten umgesetzt worden. Sie bilden integrale Teile des „Gender Acquis“ (Baer 2008, S. 24 ff.).

  6. 6.

    „Wenn eine Förderregel gilt, wird nach unauffälligeren Dingen als zuvor gesucht, um weiter zu machen wie bisher. Da, wo es bislang in Deutschland rechtlich zwingend qualifikationsabhängige Quoten gibt, werden dann eben ungleiche Qualifikationen festgestellt, um die Quote nie zur Anwendung zu bringen. Oder es werden in Bewerbungsverfahren gerade diejenigen nicht in die engere Wahl gezogen, die tatsächlich konkurrieren und dann von Positiven Maßnahmen profitieren würden, um der Vorgabe insgesamt auszuweichen. Oder es werden Positionen ad personam besetzt, also insgesamt ohne Verfahren, um erst gar keine Diskussion führen zu müssen. Dann verschiebt eine Quote die Vorurteile und eben auch die handfesten Benachteiligungen, anstatt ihnen entgegen zu treten“ (Baer 2010, S. 15 f.).

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Baran-Szołtys, M., Berger, C. (2021). Abwege des Wandels – Feministisch-zivilgesellschaftliche Politiken heute und morgen. In: Wroblewski, A., Schmidt, A. (eds) Gleichstellungspolitiken revisted. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-35846-4_9

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