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RedakBot pp 81–86Cite as

Epilog und Ausblick – Gewinnbringende Koexistenz

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Zusammenfassung

Kennen Sie das erste von drei „Robotergesetzen“ des Science-Fiction-Autors Isaac Asimov? „Kein Roboter darf einem Menschen Schaden zufügen, noch darf er zulassen, dass ein Mensch Schaden erleidet“, schrieb der russisch-amerikanische Biochemiker, Sachbuchautor und Schriftsteller bereits im Jahr 1942 [1]. Ich lese viel Literatur über Künstliche Intelligenz, insbesondere natürlich mit Einsatzgebiet Journalismus und Redaktionen. Und oft bin ich dabei nicht zu 100 Prozent mit dem Geschriebenen einverstanden. Exemplarisch dafür möchte ich einen Beitrag [2] von KI-Journalismus-Koryphäe Andrian Kreye am 15. Februar 2021 in der Süddeutschen Zeitung nennen. Der verdiente Journalist war nicht nur von 2007 bis 2020 Leiter des Feuilletons der SZ, er wurde auch 2019 mit dem Theodor-Wolff-Preis für einen Artikel über künstliche Intelligenz ausgezeichnet [3]. Auch er zitiert in seinem Beitrag das Robotergesetz von Isaac Asimov und nennt zahlreiche Beispiele von erfolgreichen KI-Einsatzgebieten im Journalismus, die unterstreichen, wie sehr Künstliche Intelligenz dem Journalismus gut tun kann – und dem Menschen eben keinen Schaden zufügt. Allen voran den „Quakebot“ der Los Angeles Times und den „Cyborg“ von Bloomberg News, von denen Sie in diesem Buch in Kap. 3 auch schon gelesen haben. Dazu stellt er im Teaser klar: „Im Journalismus kann Künstliche Intelligenz einiges verbessern, ohne, dass Ethik und Vernunft auf der Strecke bleiben – wenn sie richtig benutzt wird.“ [4] Genauso würde ich das, ohne mein Fazit jetzt schon vorschnell abschließen zu wollen, auch sehen. Und dennoch habe ich über einen zentralen Aspekt an diesem Beitrag immer wieder nachgedacht – es geht um eine Geisteshaltung, die ich in vielen Fachbeiträgen zum Thema KI im Journalismus wiederfinde: Kreye schließt mit den Worten „Für Unternehmen ist Künstliche Intelligenz der Schlüssel zum Personalabbau. Warum sollte das bei den Medien anders sein.“ [5] Dazu bezeichnet er trotz seines Zugeständnisses, dass KI durchaus eine Ergänzung der menschlichen Fähigkeiten sein kann, wenn sie ihn von Routine- und Schwerstarbeiten befreie, Künstliche Intelligenz als potenziellen „Jobkiller“ [6]. Seine Begründung: „Die Geschäftsmodelle sämtlicher traditioneller Medien sind durch die digitalen Technologien angeschlagen. Deswegen versuchen auch Medienunternehmen an dem zu sparen, was eigentlich ihr Kapital ist, dem Personal.“ [7] Und genau hier ist meiner Meinung nach das grundlegende Missverständnis, das ich in meinem Epilog und Ausblick ausräumen möchte: Die Geschäftsmodelle sämtlicher traditioneller Medien sind nicht durch die digitalen Technologien angeschlagen, sondern durch die schlechte Nutzung digitaler Technologien. Menschliche und künstliche Intelligenz schließen sich nicht gegenseitig aus – sie ergänzen einander. Noch viel mehr: Sie bedingen einander. Ziel muss es sein, eine gewinnbringende Koexistenz zu erreichen. Und damit meine ich sowohl „gewinnbringend“ für den Redakteur aus Fleisch und Blut als auch „gewinnbringend“ im wortwörtlichen Sinne, also finanziell. So wird ein Bot auch nicht zum „Jobkiller“, sondern zum „kleinen Helferlein“ für Journalisten. Sicher, Andrian Kreye zielt mit seinem Artikel in die gleiche Richtung, aber die grundlegende Stimmung des Textes – und vieler ähnlicher Beiträge, die ich zum Thema KI in Redaktionen gelesen habe – ist mir dann doch zu negativ, zu pessimistisch, zu perspektivlos.

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  • ISBN: 978-3-658-35757-3
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Literatur

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Kadel, R. (2021). Epilog und Ausblick – Gewinnbringende Koexistenz. In: RedakBot. Springer Vieweg, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-35757-3_8

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