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Theoretische Einbettung

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Part of the Higher Education Research and Science Studies book series (HERSS)

Zusammenfassung

Dieses Kapitel bildet den Ausgangspunkt für das Forschungsprogramm der vorliegenden Arbeit, und zwar sowohl hinsichtlich der Einbettung des Umgangs mit Forschungsdaten in aktuelle Veränderungsprozesse der Wissenschaft als auch hinsichtlich des aktuellen Standes der Forschung zu Data Sharing sowie schließlich im Hinblick auf die hier verwendeten theoretischen Bezugspunkte. Entsprechend gliedert sich das Kapitel in drei Abschnitte.

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Notes

  1. 1.

    Unter Scooping wird verstanden, eine*n konkurrierende*n Wissenschaftler*in, der*die am gleichen Thema arbeitet, zu überholen und vor ihm*ihr Forschungsergebnisse zu veröffentlichen (Merton 1973: 327, 330).

  2. 2.

    Für das neue Governance-Konzept werden auch die Begriffe New Managerialism und Entrepreneurial Univer- sities verwendet (siehe z. B. Hüther 2010: 69).

  3. 3.

    Nach der Definition der Europäischen Kommission (Directorate-General for Research & Innovation) gehört neben dem Online-Teilen von Forschungsdaten auch die Bereitstellung von wissenschaftlichen Artikeln zum Open Access (European Commission 2016: 3).

  4. 4.

    In den Small Sciences werden vergleichsweise geringe Datenmengen von einzelnen Forscher*innen oder kleinen Forscherteams erzeugt (Cragin et al. 2010: 4024; Reichman/Uhlir 2003: 322 f.).

  5. 5.

    Die Abkürzung MINT steht für die Studienfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Kim und Stanton verwenden das analoge englische Akronym STEM (Science, Technology, Engineering, Mathematics) (Kim/Stanton 2012: 47).

  6. 6.

    Diverse ähnliche Einteilungen u. a. aus den geistes- und naturwissenschaftlichen Disziplinen finden sich z. B. bei Mayring (2014: 10 ff., 15), Schnell et al. (2018: 3 ff.), Lauth et al. (2015: 254), Kubbe (2016: 134), Knorr Cetina (2002: 82, 134 ff.), Riesenhuber (2009: 15), DePoy und Gitlin (2011: 15), Rack und Christophersen (2009: 17) sowie Hantrais (2009).

  7. 7.

    Die mündliche Präsentation von Forschungsergebnissen wurde hier bewusst nicht in eine der Phasen aufgenommen, da sie – wie sich im Verlauf der Analyse zeigen wird – zu unterschiedlichen Zeitpunkten und mit unterschiedlichen Zielsetzungen erfolgen kann.

  8. 8.

    In Abschnitt 2.3.3 wird ausführlich beschrieben, dass solche Hinweisgeber in der Wissenssoziologie Karl Mannheims als Dokumente für Einstellungen (oder Weltanschauungen) dienen, die z. T. unbewusst erworben wurden.

  9. 9.

    Die Reflexion des Schützens von Forschungsdaten im Datenschutz- und Immaterialgüterrecht stellt den juristischen Teil der Fragestellung des Brückenprojekts dar und wurde von der Juristin Friederike Knoke bearbeitet.

  10. 10.

    Diese Form des Wissens kann als inkorporiertes Wissen verstanden werden, das dem atheoretischen Wissen nach Mannheim und dem impliziten Wissen nach Polanyi (2009) sehr ähnlich ist. Diese drei Wissensformen werden auch in der Literatur immer wieder miteinander in Verbindung gebracht (siehe u. a. Bohnsack 2013a: 180).

  11. 11.

    Bourdieu hat zwar versucht, das Konzept der sozialen Felder in sein Modell des Sozialraumes einzubauen, dies ist ihm aber „nie systematisch und stringent gelungen“ (Lenger/Rhein 2018: 82).

  12. 12.

    Richtungsweisend für Bourdieus Konzeption des Habitus war Panofskys Vorstellung des Habitus, den dieser im Rahmen der Ikonologie, einer Methode zur Interpretation von Kunstwerken, entwickelte. Panofskys Ikonologie wiederum ist eng verbunden mit der dokumentarischen Interpretation Mannheims und seinem Modell verschiedener Sinnschichten (Panofsky 1920: 332 ff.; ebd. 1932: 103 ff., 118; ebd. 1989: 18 ff.). Die Ähnlichkeit zwischen Panofsky und Mannheim ist nicht verwunderlich, leistete doch jeder von ihnen wichtige Beiträge zur Arbeit des jeweils anderen (Hart 1993: 534 f.).

  13. 13.

    Bei Mannheim kommt der Begriff ‚atheoretisches Wissen‘ in dieser Form nicht vor. Er wird u. a. von Ralf Bohnsack im Zusammenhang mit der von ihm entwickelten Dokumentarischen Methode verwendet (z. B. Bohnsack 2014: 61; Bohnsack 2013a: 180).

  14. 14.

    Allerdings sagt Mannheim, dass atheoretische Bereiche wie das Erleben des Alltags sowie Kunst und Religion bereits von „theoretischen Momenten“ (Mannheim 1970: 100) durchzogen sind, also Sinnstrukturen dort zumindest angelegt sind (ebd.: 100 f.). Diese Eigenschaft sollte dann auch einer atheoretischen Form von Wissen zu eigen sein.

  15. 15.

    Verschiedene Autoren nennen ein auf diese Weise entstandenes nicht-konjunktives, sondern allgemeingültiges Wissen auch kommunikatives oder kommunikativ-generalisiertes Wissen (Bohnsack 2013a: 179; Bohnsack 2014: 166, 255; Nohl 2017: 7, 33), während atheoretisches Wissen auch als konjunktives Wissen bezeichnet wird (Bohnsack 2014: 166).

  16. 16.

    Bei der dokumentarischen Interpretation beinhaltet das Ergebnis des Interpretationsprozesses immer auch Deutungsmuster der interpretierenden Person und die Historie dieser individuellen Deutungsmuster. Dokumentarische Interpretation unterliegt also einem zeitlichen Wandel, dem der objektive Sinn und der Ausdruckssinn in dieser Form nicht unterworfen sind (Mannheim 1970: 126, 128).

  17. 17.

    Der*die Leser*in mag sich hier selbst ein analoges Beispiel in Bezug auf das Teilen von Forschungsdaten ausdenken, wobei allerdings der anfragende Wissenschaftler kein Bettler, die Daten kein Almosen und der Dokumentsinn des Teilens nicht Heuchelei sein müssen.

  18. 18.

    Erwin Panofsky (1989) legt in seiner Abhandlung „Gotische Architektur und Scholastik“ am Beispiel mittelalterlicher Kathedralen in der weiteren Umgebung von Paris dar, dass die „Denkgewohnheit“ (ebd.: 18) – oder im Original „mental habit“ (ebd. 1976: 21) – der dort lehrenden Scholastiker einen prägenden Einfluss auf die Denkmuster der Architekten und damit auf ihren Baustil ausübte, wobei Denkgewohnheit als „‚Prinzip, das das Handeln regelt‘“ (ebd. 1989: 18) definiert wird und damit bereits stark an Bourdieus Auffassung vom Habitus erinnert. Panofsky zeigt, dass die strenge Ordnung und Unterteilung von Texten, die einerseits die logische und methodische Denkweise der Scholastiker widerspiegelt, sich andererseits in homologer Weise in der gotischen Architektur wiederfinden lässt. Auch dort werden bauliche Elemente in immer kleinere, ähnlich gestaltete Elemente unterteilt. Dies bedeutet, dass das Homologieprinzip auf zweierlei Weise verwirklicht wird: zum einen innerhalb eines kulturellen Bereichs, z. B. der Scholastik, indem Teile von Texten in weitere homologe Teile und Teile von Teilen gegliedert werden; zum anderen indem diese Art der Gliederung homolog auf einen anderen kulturellen Bereich wie der Architektur (und selbst der Mode) übertragen wird (ebd.: 18, 22 ff., 32 ff.). Pierre Bourdieu übersetzte im Jahr 1967 Panofskys „Gotische Architektur und Scholastik“ ins Französische und bezieht sich in der Folge bei seiner Ausarbeitung des Habitus-Begriffs auf die Werke Panofskys (Bourdieu 1970: 125; Müller 2017: 215). Bourdieu greift Panofskys Konzept einer höheren Bedeutung, des Dokumentsinns von Werken menschlichen Handelns und ihren Verweis auf einen dem Handeln zugrundeliegenden Habitus auf (Bourdieu 1970: 43 f.) und entwickelt darauf aufbauend ein umfassendes Konzept des Habitus in sozialen Kontexten, das in Verbindung mit dem Konzept des sozialen und besonders des wissenschaftlichen Feldes steht.

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Pook-Kolb, M. (2021). Theoretische Einbettung. In: Teilen oder nicht teilen. Higher Education Research and Science Studies. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-35300-1_2

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