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Zusammenfassung

Welche Interessen können theoretisch von Gewerkschaften und Unternehmerverbänden in der Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik angenommen werden, wie lautet der Forschungsstand und wie lassen sich Hypothesen ableiten? Zentral werden folgende theoretische Annahmen sein: Zum Ersten, dass die Gewerkschaften die Interessen ihrer Mitglieder repräsentieren und als Transmissionsriemen und je nach eigener Machtressource in den Politikprozess transformieren. Bei dieser Interessenstransformation präferieren die Gewerkschaften mehr wohlfahrtsstaatlichen Ausbau und mehr Arbeitsmarktregulierung und stehen damit im ausgeprägten Gegensatz zu den Interessen der Unternehmerverbände. Zum Zweiten, dass aufgrund des Einbezugs beider Organisationstypen in den Politikprozess, der Kooperation über Tarifpolitik und betriebliche Mitbestimmung kein ausgeprägter, sondern ein moderater Gegensatz der Interessen vorliegt.

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Notes

  1. 1.

    Es soll darauf hingewiesen werden, dass nicht jede Unternehmung daran interessiert ist, Investoren (Aktionäre) anzulocken. Gerade bei kleineren Unternehmen ist es möglich, dass andere Zielvorstellungen der Unternehmensführung zu Grunde liegen. Ziel des Kapitels 2 ist es aber, die Präferenzen als Idealtypen zu konstruieren und die einzelnen Unterschiede innerhalb der Kapitalseite werden erst in Kapitel 5 ausformuliert.

  2. 2.

    Zu den Herausforderungen für Interessenverbände und ihre sozialintegrative Funktion zählt vor allem die Diskussion über das „Management von gestiegener Vielfalt“(Streeck 1999). Damit sind Veränderungen in der Sozialstruktur gemeint, die eine heterogener gewordene Basis der Organisationen zur Folge haben. Ob und wenn ja in welchem Grad sich die Sozial- und Wertestrukturen der (potentiellen) Mitglieder verändert haben und ob die Ansprüche und Interessen weniger leicht auf einen Nenner zu bringen sind, ist eine andere empirische Frage und bedarf der weiteren Analyse.

  3. 3.

    Nachfolgend werden die Tarifpolitik, betriebliche Mitbestimmung, der Einbezug in Verwaltungsgremien der Bundesagentur für Arbeit oder der Sozialversicherungen zusammengefasst und mit Austauschbeziehungen, Austauschprozessen oder auch politischen Austauschforen beschrieben.

  4. 4.

    Siehe auch die Korporatismus-Indizes von Lehmbruch, Siaroff (1999), Huber, Stephens (2001), Hicks, Kenworthy (1998) oder Baccaro (2014), wo die Positionierung der Organisationen im Politikfeld keine Rolle spielt.

  5. 5.

    Die Machtressourcentheorie lehnt sich in gewisser Weise an eine linke Kapitalismuskritik an, wenn sie davon ausgeht, dass sich ein einheitliches, gleichsam homogenes Wirtschaftssystems als Ganzes umbauen oder umgestalten lässt (Nassehi 2015: 90).

  6. 6.

    Der Begriff Wertsphäre wird in Anlehnung an Max Weber verwendet (Weber 1972: 536 f.).

  7. 7.

    Der Volkswagenkonzern (VW) ist ein prominentes Beispiel, da bei VW neben der Eigentümerfamilie Porsche und Piëch ebenfalls die Mitarbeiter und das Bundesland Niedersachsen anteilsmäßig beteiligt sind. Es können neben dem VW-Konzern aber noch eine Vielzahl weiterer Praxisbeispiele genannt werden, die exemplarisch sind für die koordinierte Marktwirtschaft in Deutschland. Zum Beispiel die ehemaligen Staats-Monopolisten Deutsche Post, Deutsche Telekom, Deutsche Bahn oder auch die Staatsbank KfW. Ferner die Bundesdruckerei, Flughäfen, Service-Unternehmen der Bundeswehr, Hofbräu München (Freistaat Bayern), die Badische Staatsbrauerei Rothaus AG (Baden-Württemberg), die Staatsweingüter Rheinland Pfalz, die Staatliche Porzellan-Manufaktur Meißen (Sachsen) oder die etwa 400 Sparkassen (Busse 2017: 23). In dieser Aufzählung sind städtische oder kommunale Betriebe zur öffentlichen Daseinsvorsorge wie Schwimmbäder, Büchereien oder Wasserbetriebe noch gar nicht miteingeschlossen. Auch sind Siemens 2018, Kaiserʼs Tengelmann 2015/2016, Schaeffler AG 2009 und Bombardier 2008 Einzelfallbeispiele in denen das Unternehmermanagement seine eigene Entscheidungsfreiheit einschränkte und Gewerkschaften sowie politische Akteure mit in die Verkaufs- oder Sanierungsverhandlungen einbezog (DPA 2017:18).

  8. 8.

    Dass Unternehmen in koordinierten Marktwirtschaften auch auf soziale Ziele hin ausgerichtet sind, könnte die Kooperationen mit Unternehmen aus liberalen Marktwirtschaften erschweren. Einzelfallbeispiele für diese schwierigere Kooperation sind gescheiterte Joint Ventures wie General Motors und Opel (1929), Daimler und Chrysler (1998), Deutsche Telekom und Voicestream (2000), RWE und America Water (2003), Adidas und Reebok (2005) sowie Siemens und Dade-Behring (2007) (Büschemann 2016: 15). Weitere Übernahmen deutscher und amerikanischer Unternehmen, die sich aktuellen Koordinationsaufgaben stellen müssen, könnten zur weiteren Forschung anregen, z. B. Siemens und der Maschinenbauer Dresser-Rand sowie der 16,4-Milliarden-Kauf des US-Laborausrüsters Sigma-Aldrich durch den Pharma-Konzerns Merck (2014).

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© 2020 Der/die Herausgeber bzw. der/die Autor(en), exklusiv lizenziert durch Springer Fachmedien Wiesbaden GmbH, ein Teil von Springer Nature

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Bender, B. (2020). Analytisch theoretischer Rahmen. In: Politisch-ökonomische Konfliktlinien im sich wandelnden Wohlfahrtsstaat. Springer VS, Wiesbaden. https://doi.org/10.1007/978-3-658-31825-3_2

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  • DOI: https://doi.org/10.1007/978-3-658-31825-3_2

  • Published:

  • Publisher Name: Springer VS, Wiesbaden

  • Print ISBN: 978-3-658-31824-6

  • Online ISBN: 978-3-658-31825-3

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